Stolberg will von Finanzmitteln der EU profitieren

Von: Naima Wolfsperger
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70 000 Euro Fördermittel aus dem Eler-Fonds flossen nach Stolberg. Das Geld wurde verwendet, um die Treppe am Markusplatz in Mausbach zu erneuern. Foto: J. Lange

Stolberg. In Zukunft will die Stadt Stolberg von dem Projekt „starke Quartiere – starke Menschen“ profitieren. Ausgeschrieben unter dem Fonds der Europäischen Förderung der regionalen Entwicklung (EFRE) verbindet das Programm Zuschüsse aus den EU-Fonds EFRE, des Europäischen Landwirtschaftsfonds für Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Die Stolberger Stadtviertel Liester, Mühle und Velau stehen dabei im Fokus der Politik. Sie sollen gefördert werden. Bereits seit 2007 sind die südlichen Stolberger Stadtteile innerhalb der naturräumlichen Grenze des Naturparkes Nordeifel in das Leader-Programm-Eifel integriert. Und Leader sein lohnt sich: Es gibt Geld. Aktive Dorfentwicklungsprogramme werden über das Leader-Programm 50 Prozent mit ELER-Mitteln unterstützt.

Auch ist es für Leader-Regionen leichter Gelder aus anderen EU-Fördertöpfen zu erhalten. Die EU-Fonds stehen für die Idee „aus eins mache viele“, jeder Euro der vom Land oder der Kommune ausgegeben wird, soll mit EU-Geldern unterstützt werden.

Zunächst zurückhaltend

Bisher ist Stolberg mit seinen eigenen Ausgaben, aufgrund der schwierigen Haushaltslage, zurückhaltend geblieben. Im letzten Jahr wurden Beispielsweise 74 200 Euro aus dem ELER-Fonds abgeschöpft. Über 70 000 Euro flossen davon in die Erneuerung der Treppe am Markusplatz in Mausbach. Auch Vicht konnte für den inzwischen eröffneten „Dorvladen“ von Leader-Mitteln profitieren, 8925 Euro wurden in eine Beratung zum möglichen Potenzial eines solchen Ladens investiert, wovon 4000 Euro aus dem ELER-Topf gezahlt wurden.

Neues Handlungskonzept

In diesem Jahr hat sich die Stadt Stolberg um die Finanzierung einer Sozialberichterstatter-Stelle beworben. Sozialberichterstattung und Sozialplanung sind die Basis eines integralen Handlungskonzepts (IHK). Das wiederum bietet eine Chance für Stolberg: Es könnte EFRE-Fördergelder geben. Und nicht nur das, der Sozialplan „soll eine Art Kompass werden, für die künftige Gestaltung der Stadt“, sagt Robert Voigtsberger vom Amt für Jugend, Schule und Soziales. Die Planer-Stelle könnte der Stadt vom Ministerium für Arbeit, Integration und soziales finanziert werden; mit 75 000 Euro. Die mögliche Finanzspritze vom Land soll in den Kommunen eine Basis für vorausschauende Politik schaffen. Das Konzept „starke Quartiere – starke Menschen“ soll die ganze Stadt berücksichtigen.

Das bestmögliche Ergebnis

„Der ganze Prozess der Sozialplanung fußt auf Partizipation“, sagt Tobias Röhm, Leiter des Amts für Infrastruktur und Stadtentwicklung. Politik, Bevölkerung und ortsansässige Institutionen sollen zusammenarbeiten um das bestmögliche Ergebnis für die Stadt zu erzielen.

Jetzt hat das Land Stolberg im Rahmen von „starke Quartiere“ für dieses Jahr eine Finanzhilfe von 32 400 Euro zugesprochen. Damit soll der erste Schritt in Sozialberichterstattung getan werden. „Mit einem externen Sozialforschungsinstitut wollen wir die Datenbasis für den Sozialbericht erfassen“, sagt Voigtsberger.

Der Auftrag für eine sogenannte kleinräumige Sozialberichterstattung soll nun ausgeschrieben werden. „Das Institut mit den besten Konditionen wird ausgewählt und anschließend eine Ist-Analyse erstellen“, sagt Voigtsberger. In verschiedenen Segmenten, die sich nach den 17 Wahlbezirken richten, ist geplant soziodemografische Daten und Aspekte wie Wohnen, Gewerbe, Lebenslagen – beispielsweise Einkommen, Bildungsstand, soziale Einrichtungen und Freizeitangebote – zu erfassen. „Im kommenden Jahr wird die Bewerbung um den Zuschuss der Sozialplaner-Stelle eingereicht“, so Voigtsberger. Auf der Datengrundlage der kleinräumigen Planung sollen dann im Dialog mit Experten und der Bevölkerung die konkreten Bedarfe vor Ort formuliert und eine Zielstrategie entwickelt werden.

EU-Finanzmittel für konkrete städteplanerische oder sozialpolitische Projekte sind schon erforderlich. Mit dem konkreten Griff nach EU-Fördermitteln betritt die Stadt allerdings in gewisser Weise Neuland. Bisher wurden Finanzzuschüsse überwiegend im Bereich Tourismus, durch die Zugehörigkeit zur Leader-Eifel-Region erhalten. Auch hier sind die Stadtteile Venwegen, Zweifall, Werth und Mausbach wieder dabei, für diese Förderperiode hat die Stadt auch schon konkrete Projektvorschläge eingereicht, die über Angebote wie „Lit-Eifel“ hinausgehen und auch der Stadtentwicklung dienen.

Antrag der Stadt

Die Umgestaltung des Markusplatzes in Mausbach, die Neugestaltung der Alten Schule Venwegen und die Sanierung der Schule Werth stehen im Antrag der Stadt. Im August entscheidet die Leader-Eifel-Kommission, ob und inwieweit die Stolberger Projekte gefördert werden.

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