Stolberg will mit mehr Kunstrasen sparen

Von: Jürgen Lange
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Kickoff für den Kunstrasen: CDU-Vorsitzender Jochen Emonds und SPD-Vizechef Arnd Kohn (r.) weisen der Sportpolitik in Stolberg den Weg. Foto: J. Lange

Stolberg. In zeitgemäße Sportanlagen investieren ohne Kredite aufnehmen zu müssen und damit auch noch Geld sparen möchte die große Koalition. „Wir haben den Fußballvereinen schnellst mögliche Planungssicherheit zugesagt“, verweisen Dieter Wolf und Dr. Tim Grüttemeier auf zahlreiche und intensive Gespräche, die SPD und CDU mit mehreren Vereinen geführt haben.

Daraus hat die Koalition ihr Konzept für die Sportstätten der Zukunft entwickelt. Einnahmen aus der Vermarktung von Bauland, in erster Linie aus der Bebauung nicht mehr genutzter Sportanlagen, fließen in einen Pool, aus dem neue Anlagen gefördert werden. „Wichtiger Eckpunkt dabei ist eine deutlich spürbare Eigenleistung durch die Vereine, die die Anlagen nutzen möchten“, betont Paul M. Kirch. Der VfL Vichttal, als Primus 2008 aus dem VfL Zweifall und dem VfB Vicht fusioniert, hat es auf dem Dörenberg vorgemacht. Die Entscheidung zugunsten des Sportparks Breinig ist bereits in diesem Sinne gefallen, am 19. März soll der Stadtrat den Weg frei machen für einen Kunstrasenbelag des Gressenicher Sportplatzes der SG Stolberg sowie für einen Kunstrasenplatz nebst Kleinspielfeld auf der Aschenanlage des Stadions Glashütter Weiher, das vom SC Münsterbusch genutzt wird, der vor einer Fusion mit dem FC Stolberg steht. Insgesamt 750.000 Euro sollen in die beiden neuen Anlagen fließen.

Bedeutende Eigenleistung

„Wir möchten in Stolberg zeitgemäße Anlagen schaffen“, versteht Dieter Wolf das Engagement der Koalition vor allem als ein Angebot an die Jugend der Kupferstadt, die sich zunehmend an Vereinen orientiert, die Kunstrasenplätze vorhalten. Da kann die Masse der Stolberger Sportanlagen nicht mithalten. „Gleichzeitig haben wir zu viele Sportplätze und zu hohe Unterhaltungskosten“, gibt Wolf als Ziel aus, mit weniger Fußballplätzen einen geringeren Aufwand für Unterhalt zu erzielen, die Anlagen effizienter zu nutzen und der Jugend ein Angebot in der Heimatstadt zu unterbreiten. „Dazu motivieren wir weiterhin die Clubs, zu fusionieren und Spielgemeinschaften einzugehen“, macht Grüttemeier klar, dass die Koalition eine weitere Konzentration von Sportanlagen anstrebt. Frei werdende Plätze können dann vermarktet werden.

Eine Sonderstellung von den Prinzipien nimmt dabei die 2009 aus dem FC Adler Werth und dem SV Gressenich hervorgegangene Spielgemeinschaft Stolberg ein. Aufgrund seiner Lage im ehemaligen Bergabbau- und heutigem Landschaftsschutzgebiet kann der Rasenplatz in Werth weder als Bauland vermarktet werden noch bietet er Optionen für eine Erweiterung. Deshalb konzentrieren sich Verein und Koalition auf einen Ausbau der Anlage am Bovenheck: Der Gressenicher Aschenplatz erhält einen Kunstrasenbelag. Dieses Vorhaben möchte die große Koalition mit 250.000 Euro bezuschussen – „vorausgesetzt werden dabei Eigenleistungen der SG in Höhe von 100.000 Euro“, sagt Arnd Kohn. Weitere Fusionen und Konzentrationen von Spielanlagen in diesem östlichen Stadtgebiet würden dabei von der Politik ausdrücklich begrüßt – zumal in Gressenich auch mögliches Erweiterungspotenzial gesehen wird.

Potenziale bietet auch das Stadion Glashütter Weiher. Sowohl für die Nutzung durch Leichtathleten wie durch Fußballer und durch Schulen. Ersteren wird durch Sofortmaßnahmen in diesem Jahr mehr Platz für ihren Sport, insbesondere für das Wurftraining, geschaffen, indem u. a. mobile Fußballtore und Wurfkränze beschafft werden.

Maßnahmen Leichtathletik

„Weitere Maßnahmen sind noch zu definieren“, verweist Hildegard Nießen auch auf Überlegungen zur Modernisierung des Sportheims und Überdachung der Tribünen. Zusätzliche Perspektiven sollen die Fußballer auf dem heutigen Aschengelände finden. Dort sollen ein Kunstrasenplatz sowie ein Kleinspielfeld entstehen. Von allen Maßnahmen profitiert der Schulsport.

500.000 Euro investiert die Stadt – vorausgesetzt der fusionierte Verein bringt 135.000 Euro Eigenanteil ein. Der FC Stolberg, der sich 2010 aus dem Stolberger SV und der DJK Frisch-Froh gründete, steht vor dem Zusammenschluss mit dem SC Münsterbusch. „Das ist ein Paradebeispiel“, lobt Rolf Engels und verweist auf weitere Rahmenbedingungen. Der FC stellt die Nutzung der Anlage Rotsch ein (was de facto geschehen ist) und macht nach Fertigstellung des Stadions Krakau II mit zwei Tennen-, einem Tennisplatz und zwei Sportheimen frei. „Von dort aus soll das Gelände der Stadtrandsiedlung dann als Neubaugebiet entwickelt werden“, so Jochen Emonds; Einnahmen im siebenstelligen Bereich erwarten dort CDU und SPD aus der Grundstücksvermarktung. Und mit 70.000 Euro beziffert Engels die Einsparungen durch die Fusion bei der Unterhaltung der Sportanlagen. Sobald die Untersuchungen auf der Rotsch abgeschlossen sind, sollen die Grundstücke vermarktet werden.

Denn Einnahmen sind die Voraussetzungen für eine Förderung der Investitionen. „Wir zahlen kein Geld aus, das wir nicht haben“, macht Hildegard Nießen klar. „Es geht nicht, dass die Stadt in Vorleistung tritt“, so Arnd Kohn. „Die Auszahlungen müssen durch Zahlungseingänge aus dem Verkauf der Grundstücke vollständig gedeckt sein“, unterstreicht Emonds. Die Einnahmen von der Rotsch sollen vorrangig ins Stadion fließen; die SG aus Erlösen in Breinig bzw. Stadtrandsiedlung bedacht werden.

Die Höhe des städtischen Engagements richte sich nach dem Finanzbedarf eines Projektes, den Nutzern sowie der eingebrachten „Mitgift“ und Eigenleistungen. „Die Relationen stimmen“, sagt Kirch mit Blick aufs Stadion und den 500 000 Euro dafür. Leichtathletik, Fußball und Schulsport profitieren, zwei Sportanlagen können vermarktet werden und der Eigenanteil von SCM/FC ist höher angesetzt als der der SG in Gressenich.

Im Übrigen entsprechen die Rahmenbedingungen für die SG und den FC/SCM denen des SV Breinigs. Die Vereine sind die jeweiligen Bauherren der Anlagen und übernehmen entsprechend alle Bauherren-Aufgaben wie Planung, Ausschreibung, Vergabe, Überwachung und Projektsteuerung. Ein Projektbeauftragter ist der Stadt zu benennen, den diese auch akzeptiert. Zahlungen der Stadt erfolgen ausschließlich nach Nachweis und Prüfung der Kosten. Die entstandenen Anlagen sind städtisches Eigentum.

Offen für weitere Vereine

„Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur die Lippen spitzen, sondern auch pfeifen“, sagt Dieter Wolf und nennt die Koalition einen „verlässlichen Partner auch für die Sportvereine“. Dabei suchen SPD und CDU noch weitere Partner, die zu einer Konzentration und Modernisierung von Sportanlagen beitragen wollen. „Das ist keine geschlossene Veranstaltung“, bringt das Tim Grüttemeier auf den Punkt. Den Türgriff in der Hand hat bereits der FC Adler Büsbach.

Erste Gespräche über die Vorstellungen und Möglichkeiten auf Kranensterz hat es bereits gegeben. Der Verein arbeitet an einem Konzept, während die Stadt noch weitere Untersuchungen auf dem Gelände der Propst-Grüber-Schule anstellt. „Unter Berücksichtigung der Abstandsflächen besteht mittelfristig die Möglichkeit, eine Kunstrasenanlage zu bezuschussen“, zeigt sich Grüttemeier optimistisch.

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