Stolberg stellt Antrag auf Anschluss an die A4

Von: Jürgen Lange
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Zum Greifen nah und doch so fe
Zum Greifen nah und doch so fern: Stolberg stellt jetzt auch offiziell einen Antrag für einen Anschluss des Gewerbegebietes Camp Astrid an die A 4 am Propsteier Wald auf Eschweiler Foto: J. Lange

Stolberg. Als Anfang der 1990er Jahre bekannt wurde, dass die belgischen Truppen Camp Astrid verlassen werden, reifte in Stolberg die Idee, die Militärbrache als Gewerbegebiet zu nutzen.

Sie bot beste Bedingungen: ein Gleisanschluss nahe dem Hauptbahnhof auf Stolberger Stadt und eine Autobahn vor der Haustüre am anderen Ende des Camps auf Eschweiler Stadtgebiet. Seit Mitte der 90er Jahre wünscht sich Stolberg fast nichts anderes sehnlicher, als einen Anschluss an die A 4 am Propsteier Wald - so wie die belgischen Truppen einst die Raststätte als Abfahrt genutzt haben, um direkt in ihr Camp zu gelangen. Jetzt wird die Stadt dazu auch ganz formal einen Antrag stellen. Das beschloss der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr einstimmig.

Auslöser war eigentlich ein Besucher der Aachener Bundestagsabgeordneten Petra Müller (FDP) vor einigen Tagen in dem Stolberger Gewerbegebiet. Um Unterstützung bei der Erfüllung des Traums vom Autobahnanschluss bat die Stadt die Liberale ebenso wie zahlreiche hochrangige Vertreter zuvor auch, etwa innerhalb der vergangenen zwei Jahren die Bundesverkehrsminister Ramsauer und Tiefensee, Staatssekretär Grossmann und Regierungspräsident Lindlar.

Petra Müller hatte in Berlin vorgefühlt. Mit der Mitteilung, „es gibt gar keinen Antrag auf einen Autobahnanschluss”, überraschte sie bei ihrem Besuch im Gewerbegebiet. Postwendend erbat die SPD-Fraktion einen Sachstandsbericht im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

Dort bestätigte Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt die Lage, verschwieg aber auch die Schwierigkeiten nicht. Die erste Hürde liegt darin begründet, dass die Autobahn und der kurze Weg dorthin auf Eschweiler Stadtgebiet liegt. Die weigert sich ebenso beharrlich wie der Stolberger Wunsch alt ist, einen Antrag auf einen Autobahnanschluss zu stellen.

Weitere Hürden bestehen in dem Umstand, dass Autobahnauffahrten an Raststätten nicht gewünscht sind und weitere Anschlüsse in der Region bereits dicht aneinander liegen. Darauf hatten auch immer wieder die prominenten Besucher die Stadt hingewiesen.

Einen Hoffnungsschimmer für eine Realisierung der Stolberger Vision sieht Pickhardt in dem euregionalen Verkehrskonzept, das die Städteregion derzeit erstellt. Zumal eine von der Stadt in Auftrag gegebende Verkehrsuntersuchung jüngst zu dem Schluss gekommen ist, dass der Eschweiler Stadtteil Röhe entscheidend von überörtlichen Verkehrsströmen entlastet würde, wenn es eine Anbindung des Gewerbegebietes Camp Astrid an die A 4 am Propsteier Wald geben würde.

Doch diese Perspektive war dem bislang so geduldigen Ausschuss zu vage. „Wir müssen unkonventionell vorgehen”, argumentierte Rolf Engels. Einstimmig beauftragte das Gremium die Verwaltung, einen Anschluss für Camp Astrid an die A 4 zu beantragen und ausführlich zu begründen - selbst wenn dieser auf Eschweiler Stadtgebiet liege. „Der Antrag wird selbst im schlimmsten Fall nichts verderben können”, so der SPD-Sprecher weiter.

Im Gegenzug erbat sich Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt von den Fraktionen, „den Stolberger Antrag bei der Politik in unserer Nachbarstadt auch zu begleiten.” Das sicherten die Stolberger Politiker denn auch zu.
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