Stolberg - „Stolberg spiegelt sich“: Künstler setzen Bäche in Szene

„Stolberg spiegelt sich“: Künstler setzen Bäche in Szene

Von: Dirk Müller
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Symbol für Frische und Dynamik: Marie Madeleine Bellenger und Peter Henn thematisieren bei der „Artibus“-Ausstellung das Wasser in Stolberg. Foto: D. Müller
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Cartoonist Manfred Förster hat sich so seine eigenen Gedanken gemacht.

Stolberg. Der erste Versuch, die Kunst in die Stadt zu tragen, kann nur schwerlich als Erfolg gewertet werden: Trotz scheinbar positiver Resonanz bei „Hausbesuchen“ des Künstlers stellten tatsächlich lediglich zwei Ladenlokale Exponate der „Artibus“-Schau „Stolberg bewegt“ von Ales Vega aus.

Doch Prof. Dr. Dieter Alexander Boeminghaus hält an der neuen Konzeption der Ausstellungsreihe fest, und bei „Stolberg spiegelt sich“ wird die Vernetzung der Stadt mit der Burg-Galerie besser gelingen, denn die Schau thematisiert das Wasser in der Kupferstadt. „Es geht darum, etwas aufzuzeigen, das bereits da ist, und positive Aspekte hervorzuheben. Wir wollen den Stolbergern vor Augen führen, was sie Tolles haben“, erklärt der „Artibus“-Kurator.

Das Wasser in Stolberg sei von großer Qualität, es bereichere den Lebensraum der Bürger, symbolisiere Frische wie Dynamik. Diese und mehr Aspekte von Vichtbach, Bastinsweiher und Co. stellen die Werke von Marie Madeleine Bellenger und Peter Henn in den Mittelpunkt der „Artibus“-Ausstellung, die am Sonntag, 26. Mai, beginnt (siehe Infokasten). Besucher der Schau „Stolberg spiegelt sich“ sollten genügend Zeit für einen Streifzug durch die Burg-Galerie mitbringen, denn die Gemeinschaftsausstellung ist an Fülle kaum zu überbieten. Auf knapp sechs Metern Länge sind mehr als 1000 Fotos zu sehen, die in Bellengers Annäherungsprozess an das Thema entstanden sind.

In diesem Prozess entstanden sind etwa mit Bambusfedern gefertigte Tuschezeichnungen, in denen die Künstlerin sich unter anderem mit dem Lauf des Vichtbaches und den Spuren, die das Wasser an den Ufern hinterlässt, auseinandersetzt.

Funktionalität und Charme

Spiegelung, Schattenzeichnung und dem Wasser geschuldete architektonische Elemente mit Funktionalität und Charme finden sich ebenfalls in den 80 ausgestellten Tuschewerken, die sich auch der wassernahen Vegetation und den industriellen Strukturen am Fluss annehmen. Mit Gummistiefeln ausgestattet sind Bellenger und Henn teils direkt dem Wasserlauf in der Stadt gefolgt, teils haben sie die zahlreichen Brücken Stolbergs, von denen Henn besonders angetan ist, als Aussichtspunkte genutzt.

„Ich habe mehr als 20 Brücken auf relativ kleinem Raum gezählt – das ist einmalig an Stolberg“, schwärmt der Künstler, der mit seinem Beitrag zur Ausstellung die Bürger anregen möchte, den Vichtbach von den Brücken aus bewusster wahrzunehmen und zu erleben.

Während Bellengers Werke an den Wänden befestigt sind, sind Henns zehn großformatige collagenhafte Fotografien bei der „Artibus“-Ausstellung auf eigens angefertigten Ständern im Raum drapiert, so dass auch die Schau in der Burg-Galerie „im Fluss“ ist.

Mit seinen Exponaten präsentiert Peter Henn gleichsam auch seine Ideen, etwa die, in Form einer konzertierten Kunstaktion nahe beieinander liegende Kupferstädter Brücken mit Stoffbahnen oder Spiegelfolien zu verbinden. „Mit Genehmigung und Unterstützung der Stadt könnten solche Ideen im Sommer umgesetzt und damit noch mehr Kunst in die Stadt getragen werden“, sagt Boeminghaus.

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