Stolberg sichert sich die digitale Goldmedaille

Von: Doris Kinkel-Schlachter
Letzte Aktualisierung:
„Vorbildlich”: Andrea Lawnic
„Vorbildlich”: Andrea Lawniczak, Roland Gilleßen (Mitte) und Jürgen Gerres freuen sich über die Auszeichnung des städtischen Online-Bürgerservices. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. „Sehr geehrte Damen und Herren, nach 2003 und 2007 ist die Wertung 2011/2012 des Meldeämter-Tests nun öffentlich. Die gute Nachricht ist: Die Webservices Ihrer Stadtverwaltung schnitten überdurchschnittlich gut ab und erhielten die Wertung vorbildlich.

Diese E-Mail erhielt die Stadt Stolberg in der vergangenen Woche von Jörg Mühlenberg, Geschäftsführer der Aachener „Pronto - Business Media GmbH”, die jetzt zum dritten Mal 190 Internet-Auftritte der Meldeämter gründlich unter die Lupe genommen hat.

Laut aktuellem Test bieten die deutschen Meldeämter zum deutlich überwiegenden Teil, nämlich zu 87 Prozent, gute Informationen und Services auf ihren Internet-Seiten an.

Zwölf Prozent der Städte, also 22 an der Zahl, schneiden sogar sehr gut ab. „Und dazu gehören auch wir”, freut sich Amtsleiter Roland Gilleßen über die Auszeichnung. Im Anhang der E-Mail fand sich auch eine Goldmedaille, die Webmaster Jürgen Gerres gleich auf der Internetseite der Stadt verewigt hat - im digitalen Zeitalter sind offensichtlich weder eine klassische Auszeichnung noch eine reale Medaille nötig.

Generell liefern die Internet-Seiten der Städte laut Test heute nicht nur Kontaktinformationen des Einwohnermeldeamtes, Bürgeramtes oder Bürgerbüros, sondern meist auch Beschreibungen der An-, Um- beziehungsweise Abmeldevorgänge, Meldeformulare und Orientierungshilfen zum Auffinden des Amtes. Bürgernah zeigen sich Städte, die auch einzelne Ansprechpartner des Meldeamtes aufführen.

So auch in Stolberg. „Bei uns werden die Bürger über verschiedene Wege fündig: Sie können nach Ansprechpartnern, Vorgängen, Formularen und Beschreibungen und sogar Zimmernummern suchen”, erklärt Gilleßen. Und Jürgen Gerres fügt hinzu: „Wir versuchen, unnötige Gänge zum Amt zu vermeiden, indem wir möglichst umfassend auf unseren Internetseiten informieren.”

Im aktuellen Test wurden folgende Kategorien ausgewertet: „Verfügbarkeit von Basisinformationen”, „Verfügbarkeit von Informationen zu Ansprechpartnern”, „Look & Feel der Webseite”, „Bereitstellung von Formularen und Infos”, „Angebot von Online-Services” und „Angebot von Orientierungshilfen und weiteren Services”.

Im Vergleich zum letzten Einwohnermeldeämter-Vergleich im Jahr 2007 haben sich 29 Städte verbessert. 60 Städte konnten auf gleicher Stufe bleiben. Allerdings fiel das Urteil für 100 Städte schlechter aus als im letzten Test. Jörg Mühlenberg erklärt hierzu: „Das heißt nicht unbedingt, dass die Gestaltung oder die Inhalte der Einwohnermeldeamt-Seiten wirklich schlechter geworden sind. In den meisten Fällen bedeutet das vielmehr, dass die Städte sich auf einem guten oder sehr guten Urteil aus unserem letzten Test zu lange ausgeruht haben, statt weiterhin mit der Zeit zu gehen und ihre Seiten kontinuierlich an den Bedarf der Bürger anzupassen.”

Als sehr erfreulich wertet der Pronto-Geschäftsführer, dass eine Test-Platzierung im Schlussfeld von den Städten als Warnsignal verstanden wird. Der Vergleich habe sich zu einem klaren Maßstab für die Städte entwickelt. „Alle Städte, die 2007 noch mit dem schlechtesten Urteil ?verbesserungswürdig abschnitten, konnten sich bis heute verbessern, zwei Städte sogar um zwei Stufen auf vorbildlich.”

Darüber hinaus gehe von diesem Test eine Signalwirkung für andere Städte und Kommunen aus. Die Einwohnermeldeamt-Seiten von kleineren deutschen Städten (unter 50 000 Einwohner) sind nur stichprobenartig analysiert worden. Hier stellten die Tester aber ähnliche Trends wie bei den fast 190 größten deutschen Städten fest. So stellen zum Beispiel auch kleinere Städte heute die Meldeformulare überwiegend zum Ausfüllen am PC und Ausdrucken bereit und beschreiben die Meldevorgänge ausführlich.

Mit „vorbildlich” bewertet wurden die Städte Arnsberg, Baden-Baden, Bamberg, Bayreuth, Berlin, Bielefeld, Bonn, Bottrop, Braunschweig, Bremerhaven, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Fulda, Hamm, Hamm, Hürth, Karlsruhe, Konstanz, Ludwigsburg, Mainz, Regensburg, Reutlingen und eben Stolberg. Im Internet sind die Ergebnisse des deutschen Meldeämter-Tests 2011/2012 für alle Bürger und Kommunen abrufbar.

Ausruhen, das kommt für das Stolberger Team natürlich nicht in Frage, „wir sind ständig in Bewegung”, betont Andrea Lawniczak, Arbeitsgruppenleiterin des Bürgeramts. So sei man aktuell dabei, die EC-Karten-Zahlung einzuführen. Bislang schickte Lawniczak die Bürger zur Bank, wenn sie zum Beispiel die 28,80 Euro für den Personalausweis nicht in bar dabei hatten. Demnächst braucht der Kunde nur noch die EC-Karte zu zücken.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert