Stolberg - „Stolberg Open“: Sportlicher Ehrgeiz und familiäre Atmosphäre

„Stolberg Open“: Sportlicher Ehrgeiz und familiäre Atmosphäre

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Platz 4 ist der Center Court auf dem Hammerberg, den man von der Terrasse des Clubheims besonders gut im Blick hat. Vier von insgesamt sieben Plätzen sind für die „2. Stolberg Open“ vom 27. Juli bis 8. August reserviert: montags bis freitags ab 17 Uhr, samstags und sonntags ab 10 Uhr.
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Mit unterschiedlichen Angeboten möchte der TC Blau-Weiß die Jugend für den Tennissport gewinnen. Einen Aktionstag wie bei der 1. Stolberg Open wird es angesichts des großen Aufwandes diesmal aber nicht geben.
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Ambitionierten Tennissport in einer familiären Atmosphäre zu bieten, ist der Anspruch des TC Blau-Weiß bei der 2. Stolberg Open.

Stolberg. Tennis und Reiten, Stolberg Open und CHIO: Was auf den ersten Blick nach Gegensätzen klingt, hat durchaus Gemeinsamkeiten. Und das liegt nicht nur daran, dass die früheren Sitzschalen aus dem Aachener Dressurstadion nun am Rande der Courts am Hammerberg den Zuschauern bequemen Sitzkomfort versprechen.

Aber auch sportlich möchte der TC Blau-Weiß ein wenig vom Flair des Weltfestes des Pferdesports einfangen. Wenn auch nicht auf dessen internationalem Niveau, so soll aber doch auf regionaler Ebene hochkarätiger Tennissport in familiärer Atmosphäre geboten werden. Nachdem im vergangenen Sommer die „1. Stolberg Open“ ein Erfolg wurde, verspricht schon im Vorfeld die zweite Auflage vom 25. Juli bis 8. August die Premiere in den Schatten zu stellen.

Was im Großen funktioniert,...

Das Konzept, das die Organisatoren Udo Chantré, Jochen Nagelschmidt und Jürgen Sonnen erarbeitet haben, beginnt zu wirken. „Ein Ziel war es, das Clubleben mit dem Turnier zu beleben“, bekennt der Vizepräsident. Aber der Stolberger hegte dabei auch einen weiteren Gedanken, um seiner Heimatstadt einen kleinen Impuls zu geben. „Ich möchte auswärtige Tennisspieler und Besucher in unsere Kupferstadt holen“, erklärt Chantré. Was im Großen beim CHIO funktioniert, kann im Kleinen auch bei der Stolberg Open wirken: eine Belebung der Geschäftswelt. Aktive wie Gäste sollen Einzelhandel und Gewerbe der Stadt neu entdecken.

„Dank unserer Sponsoren können wir bei der 2. Stolberg Open Sachpreise im Wert von 3000 Euro ausschütten“, klärt Udo Chantré auf. In den Haupt- und Nebenrunden des Turniers erhalten die Erst- und Zweitplatzierten Sachpreise – vor allem Gutscheine des Stolberger Einzelhandels. Für diesen ist es eine Gelegenheit, Kunden zu pflegen, wieder für sich zu gewinnen oder von neuen entdeckt zu werden. Für Blau-Weiß ist das ein kleiner Beitrag, den der Club zur Genesung seiner Stadt leisten kann und möchte. „Das muss sich natürlich entwickeln“, sagt Chantré mit Blick auf das noch junge Turnier.

Neue Mitglieder gewonnen

Dennoch macht sich die Stolberg Open bereits im Clubleben bemerkbar. Bei der Premiere haben die Mitglieder gut mitgezogen und mitgeholfen, lobt der Vizepräsident. Gemeinsames Arbeiten, gemeinsames Feiern und gemeinsamer Erfolg wirkt sich positiv aus auf das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Blau-Weiß gewinnt zu neuem Stolz zurück ohne dabei das frühere und falsche Klischee eines elitären Clubs zu bedienen. Das betont Udo Chantré. Blau-Weiß will eine Familie sein, und das Turnier mit seiner familiäre Atmosphäre trägt bei zu einem Aufschwung bei den Mitgliederzahlen. Entgegen dem allgemeinen Trend verzeichnet der Stolberger TC Neuzugänge. „50 Prozent davon haben bei der vergangenen Open mitgespielt“, so Chantré, „und verstärken nun unsere Mannschaften“.

Analog zum Fußball prophezeit der Crack, der derzeit selbst mit den Herren 50 vor dem erneuten Durchmarsch in die 1. Verbandsliga steht, für die Tennisvereine in der Region eine deutliche Fluktuation, die zunehmend in Fusionen münden werde. „Es ist nur eine Frage der Zeit“. Und für diese Zeit will Chantré den TC Blau-Weiß gewappnet sehen. Der würde sich freuen, weitere neue Mitglieder in seinen Reihen begrüßen zu können.

Die erfolgreiche Stolberg Open sei ein Aushängeschild, die Anlage mit sieben gepflegten Plätzen am Hammerberg biete beste Voraussetzungen. „Wir sind dabei, alles zukunftssicher aufzustellen“, verweist der Vizepräsident auf eine Vielzahl von Investitionen in Substanz und Komfort. „Wir sind auch stolz darauf, mit Inge Scherl eine neue Clubwirtin gefunden zu haben, die sich langfristig engagieren möchte“, verweist Chantré auf eine glückliche Situation für das gesellschaftliche Leben in den Reihen des TC, die nicht viele Vereine für sich verbuchen könnten.

Darüber hinaus könne Blau-Weiß mit einer vernünftigen Jugendarbeit mit vielfältigen Angeboten, einem durchdachten Trainingskonzept mit Übungsleitern aus den eigenen Reihen, unterschiedlichen Schnupper- und Familienangeboten sowie gestaffelten Beiträgen punkten. „Das Ambiente stimmt“, bringt Chantré seine Analyse auf den Punkt. Und auch sportlich sind viele Stolberger Mannschaften in den oberen Klassen des Tennisverbandes anzutreffen.

Angefangen bei „seinen“ Herren 50, die von der Bezirksliga in die 2. Verbandsliga aufgestiegen sind und nun in deren Erstvertretung springen können, über die Herren 65, die zum zweiten Mal in die Oberliga aufsteigen. Im vergangenen Jahr konnte das Team den Aufstieg nicht annehmen, weil in der Oberliga mit 6er Mannschaften gespielt werden muss. Für die neue Saison stehen aber ausreichend Mitspieler bereit. Auch die Herren 30 und die Damen 50 sind in der 2. Verbandsliga aktiv – als gute Botschafter der Kupferstadt in der weiten Region.

„Bei unseren Auswärtsspielen werden wir immer öfter auf die Stolberg Open angesprochen“, konstatiert Chantré ein wachsendes Interesse an der nunmehr zweiten Auflage dieses Leistungsklassen-Turniers. Auch dies sei in der heutigen Situation keine Selbstverständlichkeit, sagt Chantré und nennt als Beispiel den traditionsreichen Dürener Gilde-Cup, der erstmals seit diesem Jahr nicht mehr ausgerichtet werde.

„Turniere können an ihre Grenzen stoßen“, mahnt der Blau-Weiß-Vize. Wenn solche Wettbewerbe zu groß werden, stoßen sie an organisatorische Grenzen. Das soll der Stolberg Open bei wachsendem Renommee nicht passieren. Sie soll ihren familiären Charakter behalten, damit Organisatoren, Teilnehmer und Besucher das Turnier und den Sport genießen können. „Organisation, finanzieller Rahmen und Atmosphäre müssen passen, damit ein Turnier angenommen wird“, sagt Chantré.

Finanziell stehe die Stolberg Open auf einer soliden Basis. Ein Hauptsponsor wurde gewonnen, weitere Premium- und Business-Partner sorgen für eine mehr als sichere Abwicklung des Spielbetriebes während der 14 Tage auf dem Hammerberg. Es besteht noch Potenzial für weitere engagierte Unternehmen, aber Udo Chantré möchte dem finanziellen Rahmen eine Obergrenze geben. Um Abhängigkeiten zu vermeiden, um den Überblick zu gewährleisten und um eben die besagte familiäre Atmosphäre nicht zu gefährden.

Potenzial und Grenzen

Potenzial nach oben besteht noch für Teilnehmer. Doch auch in diesem Fall soll das Feld bei etwa 150 Aktiven gedeckelt werden. Aus den gleichen Argumenten, und um den normalen Tennisbetrieb auf dem Hammerberg nicht über Gebühr zu belasten. „Vier von sieben Plätze sind 14 Tage lang für die Open reserviert“, erläutert Udo Chantré. Das sei ausreichend, um einerseits auch bei einem oder zwei Regentagen ausfallende Begegnungen auffangen und andererseits den normalen Spielbetrieb abwickeln und ein Miteinander von Hobby- und Leistungsklassenspielern des Turniers gewährleisten zu können.

Letztere begrüßt Blau-Weiß in der „Stolberger Soers des Tennissports“ wieder mit einem Starterpaket; das mit netten Präsenten, Bällen und Verpflegung bereits mehr wert ist als das Stargeld. Und dem Anspruch, ein sportlich ambitioniertes Turnier mit familiärer Atmosphäre bieten zu wollen. Damit das ganze Tennisgeschehen stressfrei für alle Beteiligte ablaufen kann, achtet die Turnierleitung wie im Vorjahr konsequent auf die Einhaltung des Zeitplans. „Wenn wir aber frühzeitig über gewünschte Ausnahmen, etwa zeitliche Einschränkungen aufgrund des Berufes, informiert werden, versuchen wir flexibel darauf zu reagieren“, verspricht Chantré.

Wenn ein Tennisspieler mit Spielberechtigung des DTB nun unbedingt noch mitmachen möchte bei der 2. Stolberg Open, dem bleiben noch drei Tage und wenige Stunden, um sich auf dem offiziellen Turnierportal www.tvpro-online.de anzumelden; Nennungsschluss ist Sonntag, 19. Juli, um 23.59 Uhr.

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