Stolberg Open: Gründungsvater Udo Chantré gibt sein Amt weiter

Von: Jürgen Lange
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Wenn am Freitag die 4. Stolberg Open des TC Blau-Weiß auf dem Hammerberg beginnt, wird es für Udo Chantré das letzte Turnier sein, das er mitorganisiert hat. Foto: J. Lange
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Udo Chantré will Zeit für seine Familie gewinnen sowie selbst mehr spielen und weniger organisieren Foto: J. Lange

Stolberg. Der Ball ist nicht nur im Fußball rund. Das gilt für den Tennissport ebenso. Und rund wie ein Ball ist für Udo Chantré der Kreis, der sich nun mit der am Freitag beginnenden Stolberg Open schließt. Der 64-Jährige ist einer der Gründungsväter dieses offenen Leistungsklassenturniers des TC Blau-Weiß Stolberg, das zum vierten Mal auf der Clubanlage am Hammerberg ausgetragen wird.

Es wird das letzte Mal sein, dass Udo Chantré das Geschehen vom Steuerpult der Turnierleitung aus erlebt. „Es sind rein private und familiäre Gründe, die mich zum Rückzug bewegt haben“, gibt Chantré unumwunden zu. Nachdem er sich bereits im vergangenen Oktober aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen hat, sieht der Organisator nun den rechten Zeitpunkt gekommen, „sein Kind“ den bisherigen Mitstreitern Jochen Nagelschmidt und Jürgen Sonnen ans Herz zu legen. „Beispielsweise in Marc Troll haben wir hoffnungsvollen Nachwuchs für die Organisation und Durchführung gefunden“. Da bietet das zwei Wochen währende Turnier nun eine gute Gelegenheit zur Feinabstimmung der Abläufe.

Udo Chantré zählt zu den Spätberufenen. Erst vor zwei Jahrzehnten fand er den Weg zum Sport mit dem gelben Filzball auf der roten Asche. Für Chantré bietet das Clubleben auf dem Hammerberg sowohl die sportliche Herausforderung wie auch ein geselliges Flair. „Beide Aspekte machen unseren Verein aus“, betont der Immobilienmakler. Und bei Blau-Weiß ist Chantré stets auf beiden Parketten unterwegs gewesen.

So hat er sich in den vergangenen Jahren als stellvertretender Vorsitzender beispielsweise um die Regelung der Clubbewirtschaftung ebenso gekümmert, wie die Stolberg Open aus dem Boden gestampft wurde. Sie bietet einerseits sportliche Herausforderungen und soll andererseits in einem Umfeld ausgetragen werden, in dem sich die Aktiven wohl und heimisch fühlen.

Mit viel Liebe zum Detail wurde gefeilt an den Rahmenbedingungen und optischen Details. Blau-Weiß versucht, den Cracks bei den Terminansetzungen entgegenzukommen. Jeder Teilnehmer hat die Gelegenheit, mindestens zwei Mal in das Turniergeschehen einzugreifen. Es gibt Begrüßungspakete und für die Gewinner Sach- und Geldpreise sowie Leistungsklassenpunkte.

Das alles möglich gemacht hat eine große Gemeinde von Sponsoren, „immer wieder neue und vor allem die ganz vielen, die uns über die Jahre treu geblieben sind“, freut sich Chantré auch für die Unterstützung eine attraktive Leistung bieten zu können. „Wer unserem Turnier schon so lange treu geblieben ist, wird das auch weiterhin tun“. Und mit rund einem Feld von 134 Teilnehmern – also mehr Aktive als die 156 Nennungen im Vorjahr, als Doppelmeldungen noch erlaubt waren – quer durch alle angebotenen Kategorien haben sich die Nennungszahlen auf einem „so guten Niveau stabilisiert, dass der familiäre Charakter der Stolberg Open gewahrt bleibt“.

Das Kind hat Laufen gelernt. Es ist für Udo Chantré der richtige Zeitpunkt für Veränderungen. „Sicherlich habe ich das lange überlegt“, sagt er. Aber es gibt für ihn auch noch ein Leben jenseits der Organisationsfront. Und die beginnt – wie fast überall – mit der Siegerehrung. Nach dem Turnier ist halt vor dem Turnier. Und während des Turniers ist ohnehin Land unter. Das macht Chantré zwar Freude, hat aber auch seine Schattenseiten.

„Mit meiner Frau Birgit und ihrem Sohn Felix bin ich dann immer zwei Wochen lang fast rund um die Uhr auf dem Hammerberg im Einsatz“, sagt Chantré. Da das Turnier nun einmal idealerweise während der Schulferien durchgeführt wird, entfällt der gemeinsame Urlaub. Aber die Patchwork-Familie will und soll neben den beruflichen Belastungen auch zu ihrem Recht kommen können. Ein Grund mehr für Udo Chantré, sich aus den Führungszirkeln zurückzuziehen: „Das kann man mal zwei, drei Jahre machen, dann muss es aber auch gut sein“.

Und dann wäre da noch der sportliche Ehrgeiz, der den 64-Jährigen gepackt hält. „So lange, wie ich es noch kann, möchte ich den Sport noch leistungsorientiert ausüben“, sagt Udo Chantré. Auch dies geschieht fürderhin auf der roten Asche und nicht im Clubheim.

Seit 18 Jahren ist Chantré mit „seinen“ aktuellen Herren 50 im Tenniszirkus auf Tour. Der Spieler mit der Leistungsklasse 10 ist von Anfang an ihr Mannschaftsführer.

Gemeinsam ist das Team in den Winter- wie in den Medenrunden aufgestiegen. In der kalten Jahreszeit gelang der Aufstieg in die 1. Verbandsliga, die Spielklasse, die die Mannschaft in diesem Sommer sichern konnte. „Ich habe über meinen Rückzug frühzeitig mit meinen Jungs darüber gesprochen; sie haben Verständnis“, sagt Chantré. Mit Ende dieser Saison verlagert er seinen sportlichen Ehrgeiz – altersgerecht. Dann wird der 64-Jährige mit den Herren 60 eines benachbarten Vereins in der Oberliga antreten.

„Ja, ich will‘s noch einmal wissen“, sagt Chantré und sucht die Herausforderung auf dem Court. Er möchte den Sport einmal genießen können, ohne durch organisatorische Herausforderungen gebunden zu sein. Verbunden bleiben will er natürlich den Blau-Weißen aus Stolberg und seinen Freunden aus dem Club und der Mannschaft vom Hammerberg, wo auch weiterhin trainiert und gespielt wird. „Ich mache für mich diesen Cut“, sagt er. „Und ich bin mit mir im Reinen“. Denn die Felder sind bestellt und reif zur Ernte, der Kreis schließt sich für Udo Chantré. In zwei Wochen winkt erst einmal das neue Leben.

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