Stolberg nimmt Sportplätze unter die Lupe

Von: Sarah-Lena Gombert
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Die Stadt Stolberg ist im Besitz einiger Sportplätze, wie im Bild zum Beispiel das Stadion Glashütter Weiher. Ab dem kommenden Jahr sollen die Anlagen fair und gezielt saniert werden. Eine Prioritätenliste soll dabei helfen. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Die Stadt Stolberg nimmt ab diesem Winter ihre Sportanlagen genau unter die Lupe. Wo muss eventuell ein Aschenplatz ausgebessert werden, wo ist die Flutlichtanlage defekt, welcher Rasenplatz ist eventuell unbespielbar geworden?

Grund für die geplante Bestandsaufnahme ist ein neues System, nach dem die städtischen Sportplätze künftig saniert werden sollen. Die Stadtverwaltung möchte eine Prioritätenliste erstellen, um festzulegen, welcher der Aschen- oder Rasenplätze am ehesten sanierungsbedürftig ist. So soll eine Entscheidungsgrundlage dafür geschaffen werden, wie die für Sportstättensanierung eingeplanten 25000 Euro pro Jahr am besten ausgegeben werden.

Hintergrund für diese neue Prioritätenliste ist, dass im Zuge der Neuausrichtung der Sportanlagen in der Kupferstadt viele Sanierungsarbeiten zurückgestellt worden sind, und zwar schon seit 2013. Einige Vereine haben fusioniert. Bestimmte Sportanlagen – die Kunstrasenplätze sind hier zu nennen – sind in das wirtschaftliche Eigentum der Vereine übertragen worden. „Zwischenzeitlich liegen Erkenntnisse über diejenigen Sportanlagen vor, die im städtischen Eigentum sind und aller Voraussicht nach auch bleiben“, erklärt Robert Voigtsberger, Erster Beigeordneter der Stadt Stolberg, der auch für die Sportanlagen zuständig ist.

Gemeinsame Ortstermine geplant

„Wir wollen gemeinsam mit den Vertretern vom Stadtsportverband Ortstermine ausmachen und die Sportanlagen genau betrachten“, beschreibt Voigtsberger das Prozedere. Auch die jeweiligen Vereine oder Schulen, die die Anlagen nutzen, sollen die Möglichkeit haben, bei dem Termin dabei zu sein und sich zum Zustand ihres Platzes zu äußern.

Einen ganz genauen Kriterienkatalog für die Begehungen gibt es zwar noch nicht. Der soll aber nach Auskunft der Stadt bald erstellt werden. „Bei der Bewertung der Plätze sollen ganz bestimmte Punkte berücksichtigt werden“, sagt Robert Voigtsberger. Es geht natürlich um den Zustand des jeweiligen Aschen- oder Rasenplatzes.

Darüber hinaus wird aber auch abgefragt, wie viele aktive Nutzer eine Sportstätte hat, sprich: Wie viele Spieler ein Verein hat. Auch die jeweilige Jugendarbeit der Sportclubs sowie die Zukunftsplanung wird in die Beurteilung einfließen. Gibt es Pläne, die Vereinsarbeit aus- oder umzubauen? Voigtsberger: „Es ist ja theoretisch möglich, dass einige der Stolberger Vereine irgendwann fusionieren möchten.“ Und einen Platz, der aufgrund einer Fusion nicht mehr bespielt wird, will die Stadt nicht unnötig sanieren. Auch will man darauf Rücksicht nehmen, wie viel Eigenleistung die Vereine in den Platz stecken oder zu stecken bereit sind.

Verteilt werden sollen über die Prioritätenliste pro Jahr 25.000 Euro. Wie weit man mit dieser Summe kommt, hängt schlicht davon ab, was zu tun ist. „Wenn man an einem Aschenplatz bloß die obere Schicht austauschen muss, dann reichen die 25.000 Euro. Wenn man aber grundlegend sanieren muss, dann ist das zu wenig“, nennt Robert Voigtsberger als Beispiel. Fest steht jedenfalls, dass diese Summe rein für die Sportstätten genutzt werden soll, nicht jedoch für Vereinsheime, Sanitäranlagen oder sonstige Bauwerke rund um die Fußballplätze. Hierfür gibt es in der Stadt andere Töpfe.

Sobald die Begehungen abgeschlossen sind, wird die Verwaltung einen Entwurf für die Prioritätenliste anfertigen. Entwurf deshalb, weil das letzte Wort in der Sache der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus hat. „Und der politischen Diskussion wollen wir mit diesem Entwurf auf keinen Fall vorgreifen“, betont Voigtsberger. Die Sitzung, in der der Verwaltungsentwurf der Prioritätenliste auf die Tagesordnung kommen soll, ist für Februar oder März geplant.

Der Ausschuss hatte sich auch in seiner letzten Sitzung mit dem Thema befasst. In der Diskussion wurde sehr deutlich, dass den Ausschussmitgliedern durchaus daran gelegen ist, bei der Entscheidung über Sportstättensanierung mitzuwirken. Das wurde dadurch klar, dass das Vorgehen der Verwaltung in Bezug auf den Aschenplatz des SV ASA Atsch kritisiert wurde.

So hatten der Haupt- und Finanzausschuss und der Rat darüber abgestimmt, dass die Stadt dem Verein die nötigen Mittel zur Verfügung stellt, um den maroden Platz in Stolbergs nördlichstem Stadtteil auf Vordermann zu bringen (wir haben berichtet). Der für Sportstätten eigentlich zuständigen Ausschuss hatte das Thema erst nach dem Ratsentscheid auf der Tagesordnung.

Liste wird erneuert

„In Bezug auf die städtischen Sportplätze werden wir dem Ausschuss nicht nur den Entwurf für die Prioritätenliste vorlegen, sondern natürlich auch die Grundlagen dafür zur Verfügung stellen“, betont Voigtsberger. So sollen die Ausschussmitglieder das Vorgehen der Verwaltung nachvollziehen können und sich selbst ein Bild machen, bevor sie über die Liste diskutieren und über eine finale Version abstimmen.

Und das sollen sie in Zukunft auch jährlich tun: „Wir werden die Liste in jedem Jahr auf den neuesten Stand bringen“, erklärt Robert Voigtsberger. Schließlich könnten Dinge an den Sportanlagen kaputt gehen oder sich die Situation eines Vereines im Laufe eines Jahres verändern. „Darauf wollen wir dann reagieren und unsere Liste den tatsächlichen Gegebenheiten in der Stadt anpassen“, so Voigtsberger.

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