Stolberg neu aufgenommen in den Flächenpool NRW

Von: Jürgen Lange
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Ein Filetstück unter den Brachen sind die rund 18,6 Hektar zwischen der Münsterbach-, Eschweilerstraße und der Bahnlinie bis hin zur Kläranlage. Das Areal liegt strategisch günstig und ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Foto: J. Lange, Grafik: H. Claßen

Stolberg. Stefan Kämmerling ist schneller als die Pressestelle die gute Nachricht twittern kann: „Stolberg ist aufgenommen in den Flächenpool NRW“, berichtet der Landtagsabgeordnete ganz aktuell aus dem Städtebauministerium.

„Das Schriftliche dazu, gibt‘s erst morgen...“, sagt der MdL. Aber gewiss ist, dass der Sozialdemokrat bestens informiert ist. Denn intensiv hat Stefan Kämmerling seit dem vergangen Herbst den Antrag der Kupferstadt in Düsseldorf begleitet, dem Bürgermeister die Tür zu Minister Michael Groschek aufgestoßen und Lobby-Arbeit betrieben. Erfolgreich, wie es diese Zahlen belegen. 25 Kommunen hatten sich um eine Aufnahme in das Programm beworben, zwölf Städte aus NRW wurden aufgenommen; eine davon ist Stolberg.

„Ich freue mich sehr für die Kupferstadt“, sagt der gebürtige Eschweiler. Auch mit Blick auf die rund zwölf Millionen Euro schwere Förderung für die Innenstadt, die Mike Groschek im Oktober der Kupferstadt gewährt hatte. Beim Flächenpool geht es in erster Linie jedoch nicht um Zuschüsse, sondern um die Moderation des Landes bei der Reaktivierung von Brachflächen. Sie bieten Potenziale für die Prosperität, die genutzt werden soll – auch um andere Ressourcen zu schonen. Dabei sollen die Interessen der Kommune und des bzw. der Eigentümer der Brache durch fachliche und neutrale Vermittlung unter einen Hut gebracht werden. Dabei bedient sich die Landesregierung der Unterstützung der NRW.Urban (der Nachfolgerin der LEG Landesentwicklungsgesellschaft, die in den 80er und 90er Jahren federführend war bei der Sanierung der Stolberger Altstadt) sowie der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft des Landes (BEG NRW). Die Reaktivierung soll in drei Verfahrensschritten erreicht werden.

  • Dazu werden in einer ersten und kostenfreien Findungsphase die Interessenlagen von Kommune und Eigentümern sondiert und bestehende Konflikte offen gelegt.
  • In der Qualifizierungsphase werden mit den Akteuren die angestrebten Nutzungen für den Standort definiert und konkrete Perspektiven zur Entwicklung aufgezeigt. Die Refinanzierung erfolgt anteilig; Stolberg hat dazu rund 20.000 Euro in den Haushalt gestellt.
  • In der dritten Bindungsphase wird sowohl die neu geplante Nutzung rechtlich fixiert wie auch die eigentliche Reaktivierung des Standortes durch Kommune und Eigentümer eingeleitet. Die Kosten dazu lassen sich derzeit nicht prognostizieren.

Gestartet war Stolberg mit acht Brachen und einer Gesamtfläche von mehr als 38 Hektar in das Bewerbungsverfahren. „Die intensive Vorbereitung im letzten Jahr zur zweiten Bewerbungsrunde des Flächenpools hat sich damit gelohnt“, sagt heute der Bürgermeister.

Stefan Kämmerling hatte im Herbst einen Besuchstermin bei Minister Michael Groschek für den Verwaltungschef ermöglicht und weitere Kontakte auf Arbeitsebene für die Stolberger ermöglicht. So konnten die Hoffnungen aus der Kupferstadt entsprechend der Anforderungen des Flächenpools präzisiert werden. Dort geht es für Stolberg nun um drei zentrale Bereiche. Einerseits sind die rund zwölf Hektar des Gewerbeparks Münsterbusch sowie die 4,8 Hektar von Zincoli- und Tennishallen-Gelände gemeldet, andererseits knapp ein Hektar, die die ehemalige Kartonagefabrik Hoyer sowie den Toom-Baumarkt umfassen.

Das dritte Areal kommt auf fast 18,6 Hektar: Es umfasst die Erweiterungsflächen von Saint-Gobain, das Gelände der Feuerfeste Peters sowie das teilweise gewerblich genutzte verbleibende Stadtgebiet bis zur Kläranlage. Alles in allem rund 36 Hektar Gesamtfläche. Kleinere Brachen hatte die Stadt auf Anraten wieder ausgeklammert. „Die Aufnahme in den Flächenpool ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Stadtentwicklung“, freut sich Grüttemeier. Er biete neue Möglichkeiten, „gemeinsam mit Investoren wichtige Projekte anzugehen“, um Brachen wieder in blühende Landschaften zu verwandeln.

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