Stolberg in 2030: älter, bunter - und schöner?

Von: Robert Flader
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Vergangenheit und Zukunft: In 20 Jahren werden die Senioren die dominanteste Bevölkerungsgruppe sein. Insofern stellt sich die Frage nach (neuen) Wohnangeboten sowie wohnortnaher Versorgung. Foto: J. Lange

Stolberg. Mehr Senioren, rückläufige Bevölkerungszahlen, steigende Temperaturen: Der demografische sowie der klimatische Wandel werden auch vor der Stadt Stolberg keinen Bogen machen.

Aus diesem Grund will die CDU mit dem Masterplan „Stolberg 2030” der Entwicklung vorgreifen und nach Möglichkeit schon im kommenden Jahr, spätestens aber 2012, erste Schritte zur Realisierung des Großprojektes einleiten.

„Wir möchten die Entwicklung der Stadt rechtzeitig in die richtige Richtung lenken”, sagt Parteivorsitzender Tim Grüttemeier. „Und damit in der Region als Vorbild fungieren.”

Dazu zählten in erster Linie die Schwerpunkte alternative Wohnkonzepte für eine stetig älter werdende Bevölkerung, die Gestaltung der Schullandschaft und des Verkehrs im Stadtgebiet sowie die Ansiedlung von Gewerbe.

Auch vom Campus profitieren

„Ein ganz wichtiger Aspekt”, ergänzt Grüttemeier, „ist aber auch das Campus-Projekt der RWTH.” Stolberg als zweitgrößte Kommune der Städteregion müsse, so die Christdemokraten, sich Gedanken machen, wie sie Wohnraum für mehrere tausend neue Arbeitnehmer anbieten - und von diesen wieder profitieren könne.

„Stolberg 2030” soll als Antrag im Januar Hauptausschuss und Rat vorgelegt werden. „Wir hoffen auf eine schnelle Einigung”, sagt Tim Grüttemeier. Denn: „Es geht uns hier nicht um einen CDU-Vorschlag.” Ein interfraktioneller Arbeitskreis könne im Frühjahr die Arbeit aufnehmen, „es ist schließlich ein Thema, das uns alle angeht.”

Es ist ein ehrgeiziges Projekt, bei dem von der Atsch bis Venwegen, von Breinig bis Werth alle Stadtteile und insbesondere deren Anwohner mit einbezogen werden sollen. Befragungen von einzelnen Personen, Vereinen und Institutionen sollen zunächst Aufschluss darüber geben, welche Bedürfnisse und Handlungsfelder in dem jeweiligen Stadtteil umgesetzt werden könnten.

Eine sogenannte Lenkungsgruppe, bestehend aus Angehörigen der Politik, Verwaltung und Bürgern, soll den Gesamtprozess begleiten. CDU-Fraktionsgeschäftsführer Siegfried Pietz verweist darauf, „dass es in jedem Stadtteil andere Vorstellungen bezüglich Wohnen und Bauen gibt.”

Der Masterplan soll nicht einzelne, bereits angelaufene Projekte wie etwa das Verkehrskonzept „Stolberg West” oder die Diskussionen um die Schulentwicklung verdrängen, diese aber zu einem Gesamtplan zusammen führen.

Wichtigster Punkt sei eine grundlegende Neugestaltung des Flächennutzungsplanes, der 1981 aufgestellt und seitdem „unzählige Male aktualisiert wurde”, sagt Christdemokrat Hans-Josef Siebertz. „Wir können Pläne haben, wie wir wollen: Viele Bauflächen sind mit der alten Flächennutzungsordnung nicht umsetzbar.”

Auch den Bürgern kommt bei „Stolberg 2030”, so der Plan der Christdemokraten, eine wesentliche Rolle als Gestalter zu, wohlwissend, dass ein und dasselbe Einzelprojekt nicht überall realisierbar sei und benötigt werde.

Als Vorbild nennt die CDU die Rahmenplanung in Brand. „Dort sieht man, wie sich Bürgerbeteiligung auszahlt, wie gut es läuft, wenn alle Beteiligten aus Politik, Verwaltung, Handel und Bürgern an einem Tisch sitzen und langfristig planen”, sagt Grüttemeier mit Blick auf die Neugestaltung etwa der Trierer Straße und des Marktplatzes.
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