„Stolberg goes nass”: Das schöne Wetter bleibt in Frankreich

Von: Heike Eisenmenger und Michael Grobusch
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Der Spaß kam nicht zu kurz bei „Stolberg goes France” Davon wird auch diese Besucherin auf sehr charmante Weise überzeugt. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Das schöne Wetter hatte nicht den Weg nach Stolberg gefunden. Während zahlreiche Freunde aus Valognes und Faches-Thumesnil anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaften in der Kupferstadt eingetroffen waren, blieben Sonne und Wärme fern.

So wurde die Kulturreihe „Stolberg goes...”, die sich diesmal Frankreich verschrieben hatte, bei ihrer vierten Auflage mit bis dato nicht erlebten Rahmenbedingungen konfrontiert. Die schlugen sich bereits Samstag, vor allem aber am abschließenden Sonntag deutlich auf die Besucherzahlen nieder.

Max Krieger muss es irgendwie geahnt haben, hatte er doch schon bei der offiziellen Eröffnung im Rittersaal am Freitagabend an die Gäste appelliert, notfalls auch mit Regenschirm und Windjacke in die Innenstadt zu kommen. Beides konnte man in der Tat am Sonntagnachmittag gut brauchen. Gleichwohl säumten noch relativ viele Menschen den Weg der Parade, die auf dem Kaiserplatz startete und ihr Ziel eine halbe Stunde später am alten Markt erreichte.

Es war, gemessen an ihren Vorgängerinnen, eine sehr überschaubare Parade, die es auf elf Gruppen brachte. Den Hauptpart übernahmen die Musik- und Folkloregruppen aus dem Partnerstädten, die auch einen wesentlichen Teil zur Gestaltung des dreitägigen Programms geleistet hatten. Aber auch die vielen restaurierten „Enten”, die von den Mitgliedern mehrerer 2CV-Klubs gesteuert wurden, waren ein echter Hingucker.

Aber nicht nur fürs Auge wurde am Wochenende einiges geboten. Frankreich konnte buchstäblich mit allen Sinnen erfahren werden. „Stolberg goes France” bot eine Vielzahl von Möglichkeiten, französische Lebensart zu erleben - und in Form von Musik, Kunst, kulinarischen Genüssen und Lesungen.

Das Essen zu teilen ist wohl einer der ältesten Formen der Völkerverständigung. Daher war der Spezialitätenmarkt auf dem Kaiserplatz einer der wichtigsten Anlaufpunkte im Rahmen der Veranstaltung. Insbesondere Wurst- und Käsefreunde kamen hier auf ihre Kosten, doch auch elsässischer Flammkuchen war ganz nach dem Geschmack der Besucher.

Doch nicht nur auf dem Kaiserplatz, sondern auch auf dem unteren Burghof wurden Spezialitäten feilgeboten. Auch die ortsansässigen Gastwirte hatten das Thema aufgegriffen - und ihre Karten wie auch die Dekoration darauf abgestimmt. So flatterten allerorts Frankreich-Fähnchen im leider oftmals viel zu kräftigen Wind.

Chardonnay steht hoch im Kurs

Während sonst Bier das bevorzugte Getränk der Stolberger ist, rückte der Gerstensaft an diesem Wochenende in den Hintergrund: „So viel Chardonnay wie an diesem Wochenende verkaufen wir sonst nie”, berichtete Wirtin Marita Matousek lachend. Auf dem Alten Markt war viel los - was daran lag, dass Bühnen und Biergarten eine gute Kombination sind und zudem gute Bands für Unterhaltung sorgten. Musiker wie die von „SylnDan”, die mit selbst komponierten Liedern für eine dichte Atmosphäre sorgten, kamen beim Publikum sehr gut an

Was das Programm betrifft, wäre ein besserer Informationsfluss wünschenswert gewesen. Einige der angekündigten Auftritte fielen gänzlich aus, so wie beispielsweise der Can-Can-Wettbewerb auf der Steinweg-Bühne. „Die Vereine, die antreten wollten, haben kurzfristig abgesagt”, lautete die Erklärung von Moderator Josef Behlau.

„Das Konzept von „Stolberg goes ... ” ist gut. Schade ist nur, dass auf der Bühne zu lange Pausen sind. Dabei sind gute Programmpunkte unerlässlich, um die Leute zu halten”, sagte Ute Albers, die auf dem unteren Burghof, wo ebenfalls eine Bühne stand, ihren Weinstand aufgebaut hatte. Eine Anregung für die Zukunft gab auch Besucherin Ulricke Lück den Veranstaltern mit auf den Weg: „Es ist toll, was hier gemacht wird, aber man sollte überlegen, wie man den Bereich zwischen Kaiserplatz und Burg beleben kann.” Der Weg ist weit, vor allem dann, wenn es regnet.

Am montag wollen die Organisatoren und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler eine Bilanz ziehen. Im Trockenen.
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