„Stolberg goes“: Irish Spirit mit Mischung aus Tradition und Moderne

Von: mlo
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Sie boten eine sehr unterhaltsame Vorstellung Irlands im Zinkhütter Hof: Kaybee und John Cashmore. Foto: Otten

Stolberg. Zum Beginn des neuen Jahres entführten John Cashmore und seine Ehefrau Kaybee das Publikum im Museum Zinkhütter Hof jetzt in das urwüchsige und zum Verlieben schöne Irland. Das Neujahrskonzert „Irish Spirit“ gab gleichzeitig einen Vorgeschmack auf das bevorstehende dreitägige Festival „Stolberg goes Irland“ vom 12. bis 14. Juni.

Es war ein durchweg fröhlicher Vormittag, denn die Mischung von traditioneller irischer Musik und zeitgenössischen Stücken stimmte. Es wurde mitgeschunkelt, mitgeklatscht und vor allem mitgesungen. Und wer hätte gedacht, dass viele bekannte deutsche Schlager oder Shanties irischen Ursprungs sind? Zum Beispiel „Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander, dessen irische Version „Red Rose Café“ ist, oder das traditionelle Shanty „Drunken Sailor“, das auf einem irischen Tanz- und Marschlied basiert.

Als ein pfeifender Vagabund und hier und da händeschüttelnd kam John Cashmore vom hinteren Teil des Saals durch das Publikum bis zur Bühne und versprühte gleich den fröhlichen Geist Irlands mit „A whistling gipsy rover“ auf den Lippen. Für den beliebten englischen Bariton war der Auftritt in Stolberg ein Heimspiel.

De„Molly Malone“ war die Geschichte einer schönen Dubliner Fischhändlerin, die in jungen Jahren an Fieber stirbt. In „Danny Boy“ und „Maggie“ ging es um den Abschied von einem geliebten Menschen. Cashmores Moderationen über den Inselstaat waren witzig und informativ zugleich. So erfuhren die Besucher, dass Irland seit 1973 Mitglied in der Europäischen Union ist, ein Großteil der Bevölkerung sich zum römisch-katholischen Glauben bekennt und der Shannon mit 370 Kilometer der längste Fluss der Insel ist. Der größte See ist Lough Corrib und der höchste Berg mit 1041 Metern der Carrauntoohil. Über das Land verteilt gibt es eine Reihe Nationalparks.

Missernten, Hungersnöte und Repressalien durch die englische Herrschaft ließen die Einwohnerzahl von rund 6,5 Millionen (1841) auf knapp drei Millionen (1960) fallen. Viele Iren wanderten in die USA ab, so dass 33 Prozent der heutigen Amerikaner irischen Ursprungs sind. Dank Zuwanderung und Geburtenüberschuss liegt die Einwohnerzahl Irlands mittlerweile wieder bei 4,5 Millionen.

Cashmore ließ auch das Negative nicht aus. Er erinnerte an den Konflikt zwischen der römisch-katholischen Religion und der anglikanischen Kirche Englands, der bis in die 90er Jahre hinein Auswirkungen hatte. Zu dieser Zeit arbeitete er an verschiedenen Opernhäusern im englischsprachigen Raum.

Ehefrau Kaybee bediente die professionell eingespielten Playbacks und lockerte den Morgen mit verschiedenen Balladen auf: „The Rose“ wurde von Bette Midler interpretiert, hat aber in der ursprünglichen Melodie irische Wurzeln. „Everybody hurts“ stammt von einer irischen Band. Die Titelmelodie „I see fire“ zum Hobbit-Film komponierte der britische Songwriter Ed Sheeran in nur einem Tag. Auch hier beruht das Stück auf einem alten irischen Lied. Von dem irischen Sänger Ronan Keating, der seine Karriere in der Boygroup „Boyzone“ begann, sang Kaybee „Who I am“.

Weder ihr noch ihrem Mann fehlte es an Material, Kraft, Glanz undeindringlichen Tönen. Partystimmung gab es zum Schluss mit typisch fröhlichen „Tunes“ und „Jigs“, die zum Schunkeln und Tanzen einluden und damit die irische Matineée ausklingen ließen.

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