Stolberg bietet Zincoli-Gelände erneut zum Kauf an

Von: Jürgen Lange
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Erneut ausgeschrieben: Für 34 500 Quadratmeter Industriebrache rund um den Zincoli-Schornstein wird ein Investor gesucht. Foto: J. Lange

Stolberg. Jetzt ist die Kupferstadt Stolberg fast wieder an dem Punkt angelangt, wo sie vor zehn Jahren hoffnungsvoll gestartet war. Als die frühere Technische Beigeordnete Simone Kaes-Torchiani im Februar 2007 das Ergebnis eines Investorenwettbewerbs für das vier Hektar große Zincoli-Gelände an der Mauerstraße präsentierte, war das 40 Millionen Euro umfassende Konzept der Strabag-Tochtergesellschaft Züblin „ein absolutes Sahnehäubchen“.

Kern des Projektes mit hochwertiger Architektur war ein großflächiger Bau- und Gartenmarkt mit dem angestrahlten Industriekamin als Landmarke sowie in einem zweiten Gebäudekomplex zur Cockerillstraße Gastronomie, Fitness- und Freitzeiteinrichtungen, Hotel oder andere innenstadtverträgliche Sortimente. Die Entwicklung ist bekannt: Der erwünschte Bau- und Gartenmarkt schrumpfte und sollte mit Einzelhandel flankiert werden.

Regierungspräsidentin Gisela Walsken setzte Stolberg die Pistole auf die Brust: Der Stadtrat stieg aus dem Projekt aus, um eine Förderung für die Innenstadt zu erhalten. Das war im Frühjahr 2014, ein halbes Jahr später folgte die Förderzusage für die Talachse.

Seitdem gibt es einige Anfragen für die Nutzung der alten Industriebrache an der Mauerstraße, auf der viele Stolberger sich einen Ersatz für den in Kürze schließenden Baumarkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite wünschen.

Um auf der rechtlich sicheren Seite zu sein, schreibt die Stadt die Immobilien derzeit mit leichten Veränderungen erneut öffentlich aus: Derzeit plant Stolberg eine Erweiterung des Dienstleistungszentrums mit Werkhallen auf 5000 Quadratmeter. Angeboten werden nun direkt daneben ein 4500 Quadratmeter großes Teilstück sowie jenseits der geplanten neuen Erschließung, die direkt gegenüber der alten Prämienstraße münden soll, eine weitere, 30 000 Quadratmeter große Fläche in der Verlängerung des Zinkhütter Hofs.

Bei den Vorgaben hält sich die Verwaltung zurück: Es ist nur eine gewerbliche Nutzung möglich, allerdings bei einer Einzelhandelsnutzung nur mit Branchen, die nicht innenstadt- sowie nahversorgungsrelevante Sortimente führen. Diese definiert eine umfangreiche „Stolberger Liste“, die nicht viele Nutzungen für das Gelände offen lässt. Beispielsweise könnten Teppiche, ein gartenmarktspezifisches Blumenangebot, Baumarkt-, Camping- oder Zooartikel angeboten werden.

Klar äußert sich die Verwaltung zum Kamin, dessen Erhalt angestrebt werde. Sanierung und Unterhaltung würde die Stadt übernehmen – aber auch die Abrisskosten, falls er bei einer sinnvollen Nutzung des Geländes stören würde. Weitere Hinweise gibt es zur Altlastenproblematik, eine gegebenenfalls erforderliche Ertüchtigung der äußeren Verkehrserschließung auf Kosten der Erwerberin, die zudem die Planungskosten zu tragen habe. Stolberg erwartet einen Kaufpreis von mindestens 35 Euro pro Quadratmeter. Angebote sollen bis zum 28. April eingehen.

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