Stolberg - Stolberg bietet sich Studenten als Heimat an

Stolberg bietet sich Studenten als Heimat an

Von: Jürgen Lange
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Ideal für Studenten: Attrakti
Ideal für Studenten: Attraktiven Wohnraum hat die Stolberger Innenstadt zu bieten, und direkt vor der Tür fährt bequem die Euregiobahn direkt ins Aachener Universitätsviertel. Foto. J. Lange

Stolberg. Die Euregiobahn und die guten Busanbindung nach Aachen sind ein Pfund, mit dem Stolberg punkten kann. Und sicherlich auch mit der Altstadt, die durchaus mit einer kleinen Portion studentischem Flair und einer kulturell engagierten Kneipenszene aufwarten kann. Und die Kupferstadt gilt unter Studenten als durchaus attraktiv. Das hat jüngst eine Umfrage unter den angehenden Akademikern in Aachen ergeben.

Was liegt also näher, als sie nach Stolberg zu locken, damit sie sich hier zumindest während der kommenden Semester niederlassen?

Das ist das Ziel eines Vorstoßes, mit dem Stolberg der großen Nachbarstadt unter die Arme greifen will. Denn Aachen erwartet einen Ansturm von Studenten, dem die Kaiserstadt selbst alleine nicht Herr werden kann. Bis 2015 werden dort zusätzliche 7000 Studierende vor dem Hintergrund der doppelten Abiturjahrgänge erwartet.

Die Höhepunkte werden für die Jahre 2014 und 2015 prognostiziert, wenn weit über 48.000 junge Menschen ihren Studien an den Hochschulen vor den Toren Stolbergs nachgehen werden. Das ist nicht nur eine logistische Herausforderung für die Akademien, sondern stellt die Stadtväter auch vor erhöhte Anforderungen bei der Bereitstellung von adäquatem Wohnraum.

„Früher wurden für den Übergang Eisenbahnwaggons bereit gestellt”, erinnert sich Andreas Pickhardt an die Zeiten, als in den 1980er Jahren der „Babyboom” die Universitäten erreichte. „Heute ist das keine Lösung mehr”, sagt der Fachbereichsleiter. Um der Herausforderung Herr zu werden, hat die Stadt Aachen gemeinsam mit den Hochschulen und Nachbarkommunen das Netzwerk „Extraraum schaffen” etabliert, in dem Katharina Oebel, Leiterin der Abteilung für Wohnraum in der Stadtverwaltung, mitarbeitet.

Neben einigen Neubauprojekten in Aachen wird in selten gepflegter städteregionaler Einigkeit vor allem versucht, mit einem Internetauftritt eine Wohnraumbörse anzubieten. Private Investoren werden motiviert und Vermieter zu sensibilisiert zur Bereitstellung von passendem Wohnraum, während gleichzeitig Studenten sich dort unter den Angeboten orientieren können.

„Das ist auch eine Chance für Stolberg”, sagt Katharina Oebel. Größere Wohnungen, die in der Kupferstadt noch häufiger auf dem freien Markt angeboten werden, können beispielsweise an studentische Wohngemeinschaften vermittelt werden. Derzeit gelten Flächen zwischen 70 und 90 Quadratmeter eher als schwer vermietbar.

„Noch interessanter für Vermieter in Stolberg wäre aber die Schaffung von kleineren und barrierefreien Wohnungen”, rät Oebel. Das wäre eine nachhaltige Lösung. Zunächst für den erwarteten Ansturm der Studenten, der in späteren Jahren sicherlich wieder abebben wird.

Aber mit Blick auf den demografischen Wandel wächst der Bedarf an solchen Wohnungen für Senioren stetig, weiß die Expertin aus dem Rathaus. „Hier liegt eine große Chance für Eigentümer und Investoren”. Diese Chance will allerdings erarbeitet sein. Denn aus früheren Erhebungen ist bekannt, dass insbesondere für den innerstädtischen Wohnraum ein hoher Sanierungsbedarf besteht. „Alleine schon wegen der Nebenkosten”, sagt Pickhardt. Steigende Energiekosten sensibilisiert Mieter zunehmend auf den energetischen Standard von Wohnungen besonders zu achten.

Attraktiv sind vor allem modernisierte Wohnungen mit einer guten Energiebilanz. Entsprechend ist die Nachfrage unter Wohnungssuchenden. „Das gilt erst recht für Studenten mit schmalem Budget”. Das gilt auch für Kaltmieten, wobei Stolberg ohnehin schon ein vergleichsweise hohes Mietpreisniveau aufweist, gibt Katharina Oebel zu bedenken. Gleichwohl bestehe ein hoher Modernisierungsbedarf.

Dabei bieten das Land und die Kreditanstalt für Wiederaufbau, aber auch der regionale Energieversorger unterschiedliche Fördermittel und Hilfestellungen, etwa um Barrieren zu reduzieren oder die Energieeffizienz zu steigern, um Nebenkosten zu senken. Dazu zählen Wärmedämmung, Fenstererneuerung oder die Verbesserung der Heizungs- und Warmwasseranlagen.

Die Stadt selber wird sich mangels finanzieller Möglichkeiten nicht engagieren können, gibt Pickhardt zu bedenken. Gleichwohl sichert der Fachbereichsleiter Investoren und Eigentümern die Unterstützung der Verwaltung bei Projekten zu. Die hatte der Stadtrat mit Blick auf den demografischen Wandel jüngst ohnehin beauftragt, im Rahmen einer Stadtteilentwicklung passende Fördertöpfe zu suchen, damit Investoren in der Innenstadt Wohnraum für Studenten und Senioren schaffen.

Stolberg jetzt als Studentenmeile zu etablieren und mit Blick auf die Zukunft der älter werdenden Bevölkerung attraktiven Wohnraum anbieten zu können, erscheint auch eine gute Ausgangsbasis für das Vorhaben zu sein, die Innenstadt weiter zu beleben.

Ansprechpartner bei der Stadt Stolberg ist im Amt für Kinder, Jugend, Familien, Soziales und Wohnen Katharina Oebel, Telefon: 13-267, Mail: katharina.oebel@stolberg.de.
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