Stolberg bereitet sich auf den Straßenkarneval vor

Von: Julia Trimborn
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Auszubildende Elif Kurtulus ist dabei, das Schaufenster eines Ladenlokals jeck Tage zu dekorieren. Die Karnevalsfans, die an Altweiberdonnerstag und an Rosenmontag unterwegs sind, werden es ihr danken. Foto: L. Otte

Stolberg. Überall in der Stadt begegnet dem Passanten momentan der Karneval. Sei es nun die Dekoration in den Schaufenstern oder die Karnevalsmusik, die abends aus den Gaststätten tönt. Unsere Zeitung hat sich in Stolberg umgeguckt, um herauszufinden, was die Leute eigentlich über den Karneval denken, die man nicht unbedingt auf einer Proklamationssitzung findet, und wie sie die närrische Zeit verbringen.

„Ich finde grundsätzlich, dass die Stolberger sehr offen, fröhlich und für jeden Spaß zu haben sind“, sagt die 15-jährige Schülerin Judith. Dass die Stolberger tatsächlich viel und gerne Karneval feiern wird nur allzu offenkundig, wenn man am Wochenende die ein oder andere Sitzung in der Kupferstadt besucht oder sich zum beispiel am Wochenende die Karnevalsumzüge auf den Straßen ansieht. Dass die Stolberger gerne feiern, denkt auch Burgard Kanenski (66) – auch wenn er persönlich um Karneval lieber einen großen Bogen macht, indem er gemütlich spazieren geht.

Doch hat sich die Stimmung in den vergangenen Jahren eigentlich verändert? Stolbergerin Cornelia Schnabel sagt dazu: „Meines Empfindens nach hat die Karnevalsstimmung abgenommen, was auch daran liegt, dass es kein Zelt mehr auf dem Kaiserplatz mehr gibt und auch weniger Kneipen in der Innenstadt.“ Die Leute würden auch immer mehr Geld für Kostüme ausgeben. Karneval ist also eine Geldfrage, schätzt Cornelia Schnabel.

Ein Blick in Anzeigenbroschüren von Discountern, Supermärkten oder aus dem Fachhandel zeigt, dass die Verkleidung immer bunter, immer origineller wird. Viele Menschen machen sich Gedanken, ob sie sich als Fabelwesen, als Tier oder eher klassisch als Cowboy und Indianer verkleiden wollen.

Der 17-jährige Edgar Guzman aus Büsbach hat eine genaue Vorstellung, als was er gehen wird: „An Karneval verkleide ich mich als Bambam!“ Das ist eine Figur aus der US-amerikanischen Serie „Familie Feuerstein“. Er wollte ein Kostüm, das sonst niemand trage, so Guzman. Der aus Guatemala stammende Austauschschüler erhofft sich spannende Karnevalstage. „In meinem Heimatland wird kein Karneval gefeiert, weswegen ich mich umso mehr freue“, betont der 17-Jährige.

Wohin geht denn eigentlich der Kostüm-Trend in diesem Jahr? Schülerin Thea Kraushaar (15) hat dazu eine ganz besondere Theorie. Sie denkt, dass die Karnevalskostüme vor allem durch Kinofilme des vergangenen Jahres beeinflusst werden. So würden bestimmt viele Jecken als Charaktere aus der Comic-Verfilmung „Suicide Squad“ herumlaufen. Auch der Animationsfilm „Pets“ könnte als Inspirationsquelle dienen.

Steht das Outfit einmal, dann stellt sich nur noch die Frage nach dem passenden Ort zum Feiern. Sowohl alteingesessene Stolberger als auch der närrische Nachwuchs wollen an Karneval schließlich gerne tanzen gehen. Ein beliebter Treffpunkt scheint für die jungen Stolberger aufgrund der tollen Stimmung, das Festzelt in Mausbach, in Zweifall oder in Breinig zu sein: „Dort gehen viele Leute hin“, sagt die 16-jährige Schülerin Lena Helmel.

Austauschschüler Edgar Guzman verbringt Karneval übrigens nicht in einem Festzelt, sondern trifft sich mit Freunden im Büsbacher Bistro „Angie‘s“. Das wichtigste für ihn sei jedoch nicht die Frage, wo man feiert, sondern mit wem: „Es ist wichtig, dass meine Freunde dabei sind. Dann bin ich auch sicher, dass es lustig wird.“

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