Stimmzettel-Ausgabe in zwei Schichten

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830 von 1864 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme im Wahlbezirk 05 Oberstolberg in der EWV-Verwaltung ab. Um 20.32 Uhr lag das Ergebnis als drittletztes vor. Zuerst musste der Wahlvorstand einem kleinen Zahlendreher auf die Spur kommen. Das letzte Ergebnis aus der Kupferstadt lag um 20.52 Uhr aus dem Breiniger Wahlbezirk 16 vor. Foto: J. Lange

Stolberg. Damit eine Bundestagswahl ordnungsgemäß abläuft, werden viele Helfer benötigt. Etliche Stunden verbringen sie im Wahllokal. Redaktions-Mitarbeiterin Luisa Houben ist eine der vielen fleißigen Helferinnen und Helfer, die es möglich machten, dass die Wahl aus am vergangenen Sonntag demokratisch vonstatten ging.

Auf dem Schulflur ist zeitweise richtig was los, die Donnerberger kommen ins Gespräch mit alten Bekannten, den Nachbarn und spekulieren nur zu gerne darüber, wie das Ergebnis wohl aussehen könnte. Bei diesem milden Wetter verbindet man den Sonntagsspaziergang gerne mit einem Besuch im Wahllokal. Ein reges Kommen und Gehen herrscht auch nach der heiligen Messe und am Nachmittag schauen gerne Familien mit kleinen Kindern vorbei, die das Rädchen vor der Grundschule parken, um Mama und Papa zu begleiten.

Pünktlich um acht Uhr haben die Frühaufsteher schon zwei Kreuze zumachen, bevor sie frische Brötchen einkaufen und das Sonntagsfrühstück genießen.

Insgesamt sind 1133 Bürger in den letzten zehn Stunden im Wahllokal 701 in der Grundschule Höhenstraße gewesen, um ihren Stimmzettel in die graue Urne zu werfen. In zwei Schichten haben Vorsitzende, Schriftführer und Beisitzer den Wahlberechtigten ihre Stimmzettel ausgehändigt und waren für den einwandfreien Ablauf des Wahlsonntages verantwortlich.

Nun ist es 18 Uhr, die Wahllokale schließen und das Schloss der Urne ist vom Vorsitzenden des Wahlvorstandes wieder geöffnet worden. Der gesamte Inhalt der Urne wird auf dem Tisch in der Mitte des Klassenzimmers geschüttet. Jeder Stimmzettel auf dem großen grauen Haufen wird auseinandergefaltet, sortiert und deren Anzahl will gewissenhaft gezählt werden.

Zuerst werden die Wahlzettel danach sortiert, ob Erst- und Zweitstimme gleich oder ungleich sind.

Hat sich der Wähler dafür entschieden, beide Stimmen derselben Partei zugeben, so wird dieser dem passenden Stapel zugeordnet. Langsam aber sicher kommt die Platte des Tisches wieder zum Vorschein, und der Haufen verwandelt sich in viele einzelne Stapel von glattgestrichenen Zetteln.

Immer zehn werden abgezählt und zur Kontrolle gegengezählt, damit keine Fehler unterlaufen.

Spannend, die Frage, ob die Anzahl der Häkchen im Wählerverzeichnis mit der, der in der Urne gelandeten Stimmzettel übereinstimmt. Doch in 701 ist alles glatt gegangen, und auch der Schriftführer zählt 1133 Wähler. Es muss also nicht nochmal nachgezählt werden. Das erleichtert den Helfern die Arbeit, denn eine Nachtschicht am Wahlabend, legt keiner gerne ein.

Als nächstes müssen die Zettel, auf denen der Wähler Erst- und Zweitstimme unterschiedlichen Parteien gegeben hat, nach Zweit- und schließlich Erststimme sortiert und gezählt werden.

Natürlich finden sich unter den Tausend Stimmzetteln auch solche, die gesondert gesammelt werden müssen, weil deren Gültigkeit unsicher ist. Solche Exemplare, auf denen ein Wähler in einer Spalte mehr als nur ein Kreuz gemacht hat oder sogar in jedem Kreis ein Kreuz gemalt. Diese werden heraus gefischt und gegebenenfalls vom Wahlvorsteher als ungültig erklärt.

Bevor alle Zettel in große Briefumschläge verpackt werden, muss eine Schnellmeldung ans Wahlamt im Stolberger Rathaus durchgegeben werden. Dort werden die Zahlen in ein Rechenprogramm eingegeben und zu allen anderen Ergebnissen aus den Bezirken der Kupferstadt addiert.

Eingetütet und versiegelt werden die Stimmzettel bis kurz vor der nächsten Bundestagswahl aufbewahrt. Während die Helfer warten, dass eine Leitung im Rathaus frei wird, werden erste Ergebnisse aus der Städteregion online veröffentlicht und wie im Ratssaal zwar nicht auf Leinwand, aber auf dem Tablet, auch im Klassenzimmer, Balkendiagramme begutachtet.

Obwohl nach 18 Uhr keine Stimme mehr abgegeben darf, ist die Tür des Wahllokals weiterhin geöffnet und jeder interessierte Bürger willkommen, um den Wahlhelfern zu zuschauen. Das Ehrenamt kann jeder ab 18 Jahren ausüben und er kann somit großer Bestandteil der demokratischen Wahlen in Deutschland sein. Oft sind es Mitarbeiter aus dem Rathaus, die helfen.

50 Euro Erfrischungsgeld machen das Amt auch für junge Auszubildende und Studenten attraktiv. In einem Merkblatt für alle Mitglieder des Wahlvorstandes werden die Helfer unterrichtet über die Aufgaben, den Ablauf und darüber wie die Ermittlung und Feststellung des Wahlergebnisses abläuft.

Nach der getanen Arbeit, ist auf dem Donnerberg um 19:30 Uhr Feierabend. Ganz sicher verfolgen viele Wahlhelfer nun auch vom heimischen Sofa aus, wie die Ergebnisse aus den restlichen Wahlbezirken deutschlandweit ausgefallen sind.

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