Stolberg - Sternsinger: Einsatz für Kinder, denen es nicht gut geht

Sternsinger: Einsatz für Kinder, denen es nicht gut geht

Von: Daniel Gerhards
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In Zweifall überall willkommen: Jule Holt, Duna Franzen, Mona Franzen, und Maxima Carlitz, (v. l.) sind als Sternsinger unterwegs. Foto: D. Gerhards
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Stolberg. Früh am Silvestermorgen haben sich die vier Mädchen bereit gemacht. Stern, Sammelbüchse und Kreide sind dabei. Dazu haben sie Umhänge und Kronen an. Kein Wunder, schließlich sollen sie aussehen wie die heiligen drei Könige, die einst die Krippe in Bethlehem besuchten. Duna und Mona Franzen, Jule Holt und Maxima Carlitz haben dabei ein strammes Programm vor sich: Sie müssen an jeder Tür klingeln, singen, den Segen anschreiben und Spenden sammeln für die Aktion „Dreikönigssingen“.

In Zweifall sind die Sternsinger dabei ziemlich erfolgreich. Die meisten Leute kennen die vier Mädchen. Neben den Geldspenden für die Aktion bekommen sie auch viele Süßigkeiten. Der Beutel mit Schokolade und Plätzchen ist nach einiger Zeit schwerer als die Sammeldose mit dem Geld. „Es ist mir schon lieber, wenn die Leute Geld spenden. Das ist besser, weil das ja für die armen Kinder ist“, sagt Mona Franzen, neun Jahre. Doch die vier Mädchen sind sich einig, dass Süßigkeiten „auch nicht schlecht“ sind.

Für Gesundheit in Tansania

Insgesamt sind im Stadtteil Zweifall 27 Sternsinger in acht Gruppen aus der Gemeinde St. Rochus unterwegs. Wenn sie an den Türen klingeln, halten die Betreuer immer etwas Abstand – das schaffen die Sternsinger schon alleine. Auch Heide Franzen schaut sich aus einigen Metern Entfernung an, wie sie schellen und nach dem gesungenen Gruß um eine Spende bitten. „Wir gehen von Tür zu Tür, wenn niemand da ist, werfen wir einen Zettel ein, dann können sich die Leute melden und wenn sie möchten kommen wir noch mal“, sagt sie.

Gesammelt wird in diesem Jahr für Gesundheitsprojekte in der ganzen Welt. „Beispielland“ ist das ostafrikanische Tansania. „Wir möchten dieses Mal den Blick auf das Thema Gesundheit lenken, da dies für die Zukunft von Kindern besonders wichtig ist“, sagt Wilfried Wunden vom Bund der katholischen Jugend (BDKJ) Aachen. Der BDKJ und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ sind träger der bundesweiten Aktion. Mit den gesammelten Spenden werden unter anderem Gesundheitsstationen gefördert, medizinische Geräte und Medikamenten angeschafft.

Denn die medizinische Versorgung ist in ärmeren Ländern häufig mangelhaft. In Tansania sind beispielsweise die Hälfte der 44 Millionen Einwohner jünger als 15 Jahre. Trotzdem gibt es dort gerade 100 ausgebildete Kinderärzte. „Zu wenige Krankenhäuser, zu weite Wege für die Patienten und schlechte bis gar keine Transportmöglichkeiten für Kranke – das ist die Realität, die wir in Tansania vorfinden“, sagt Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“.

Für Heide Franzen ist wichtig, dass sich die jungen Sternsinger mit dem Thema der Aktion beschäftigen: „Die Kinder sollen früh lernen, dass es auch Kinder gibt, denen es nicht so gut geht. Als Sternsinger können sie sich für diese Kinder einsetzen“, sagt sie. Deshalb gab es zur Vorbereitung ein Treffen, bei dem die Kinder etwas über die Probleme im Beispielland Tansania lernen konnten. „Zum Abschluss zeigen wir den Kindern dann noch mal wofür sie das Geld gesammelt haben“, sagt Franzen.

In ihrem Bezirk in Zweifall kennen die vier Sternsinger schon sehr gut aus. Schon im vergangenen Jahr, gingen sie hier in gleicher Konstellationen. Sie wissen meistens schon vorher, wo sie klingeln müssen, bei welchen Häusern sie ihren Segen mit Kreide anschreiben dürfen und wer lieber einen Aufkleber hätte. Mit vier Jahren ist Duna Franzen eine der jüngsten, die dabei ist. Meistens geht sie vor und klingelt ganz forsch. Doch bei einigen Häusern lässt sie lieber ihre große Schwester Mona klingeln. Denn sie weiß, „da gibt es einen großen Hund“. Aber der schwarz-weiße Vierbeiner ist ganz freundlich und Duna ziemlich erleichtert.

Freundlich sind auch die Leute, bei denen die Sternsinger klingeln. Für Heide Franzen ist auch das ein Grund sich für die Sache zu engagieren: „Wir werden hier im Dorf überall gut empfangen. Die meisten Leute finden das gut. Besonders die älteren Menschen freuen sich, wenn die Kinder ihr kurzes Lied singen“, sagt sie.

Kinder, die bei der Aktion mitmachen möchten, gebe es in Zweifall meistens viele, sagt Heide Franzen, die die Aktion gemeinsam mit Martina Lentfort organisiert. „Wir fragen sie meistens, wenn die zur Erstkommunion gehen, ob sie nicht mitmachen möchten. Dann hoffen wir, dass sie noch ein paar Jahr dabei bleiben“, sagt Franzen.

Unterwegs sein werden die Sternsinger in Zweifal noch bis morgen. Dann wird das Geld gezählt, Denn beim Abschlussgottesdienst am Samstag möchte man bekannt geben, wie viel die Sternsinger für ihre Aktion gesammelt haben.

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