Stellvertretende Bürgermeister müssen zahlreiche Aufgaben erledigen

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Die 1. Stellvertretende Bürgermeisterin von Stolberg, Karina Wahlen, und der 2. Vize-Bürgermeister der Stadt, Peter Jussen, müssen in Ausübung ihres Amtes einen ganzen Katalog von Aufgaben bewältigen. Foto: D. Müller

Stolberg. Fußballturniere, Schützenfeste, Hahnenkirmes, Pfarrfeste, Radsporttag oder Reitturnier – neben der Karnevalssession stellt der Sommer eine Hochsaison für die Stellvertreter des Bürgermeisters dar. Mit Karina Wahlen, erste stellvertretende Bürgermeisterin, und Peter Jussen, zweiter Stellvertreter, sprach Dirk Müller über ihre Funktionen und ihre Motivation.

Wie sind Sie Stellvertreter des Bürgermeisters geworden?

Wahlen: Seit 1999 bin ich in der Kommunalpolitik aktiv und wurde 2009, als noch Ferdi Gatzweiler Bürgermeister war, von der CDU-Fraktion gefragt, ob ich zweite Stellvertreterin werden möchte. Ich habe „Ja“ gesagt, und als sich 2014 nach dem Kommunalwahlen die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat geändert haben, wurde ich zu ersten Stellvertreterin gewählt.

Jussen: 2010 bin ich kommunalpolitisch aktiv geworden. In der Halbzeit der jetzigen Legislaturperiode hat Dieter Wolf den Vorsitz der SPD-Fraktion an Patrick Haas abgegeben, der aber auch berufstätig ist und unserem Stadtverband vorsitzt. Deshalb konnte Patrick Haas das Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters nicht weiterhin ausüben, und unsere Fraktion hat mich dann einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt.

Was sind die Aufgaben der stellvertretenden Bürgermeister?

Wahlen: Früher gab es in Stolberg einen Stadtdirektor, der die Verwaltung geleitet hat, und einen ehrenamtlichen Bürgermeister, der die Kupferstadt repräsentiert hat. Seit 1997 aber hat Stolberg, wie die anderen Städte im Lande ebenfalls, keinen Stadtdirektor mehr, sondern einen hauptamtlichen Bürgermeister, der Verwaltungschef und oberster Repräsentant in Personalunion ist. Deshalb wurden zwei Stellvertreter etabliert, da der Bürgermeister schließlich die Verwaltung leiten muss und auf diese Weise weniger Zeit für repräsentative Aufgaben hat.

Jussen: Und bei diesen Aufgaben vertreten wir den Bürgermeister. Wir Stellvertreter leiten zwar auch Ratssitzungen oder auch den Hauptausschuss, wenn der Bürgermeister ausfällt, in Urlaub ist oder befangen. Aber ansonsten sind wir ausschließlich Repräsentanten der Stadt. Die Verwaltung leiten wir nicht, auch nicht,wenn der Bürgermeister beispielsweise krank ist. Dann sind der erste Beigeordnete Robert Voigtsberger und der Technische Beigeordnete Tobias Röhm gefragt.

Und was genau sind Ihre repräsentativen Aufgaben?

Jussen: Wir besuchen die Veranstaltungen und Anlässe, zu denen der Bürgermeister nicht selbst kommen kann. Das ist sehr vielfältig, da wir alle möglichen Sport-, Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen besuchen. Und wir gratulieren auch Jubilaren, die Gold-, Diamant- oder Eiserne Hochzeit begehen ebenso wie Stolbergern, die ihren 90. Geburtstag feiern. Ab dem 95. sogar jedes Jahr. Hinzu kommen Besuche in den Partnerstädten.

Wahlen: Die Fülle von Anlässen ist groß, und der Bürgermeister benötigt alleine schon deshalb zwei Stellvertreter, weil immer wieder Veranstaltungen zeitgleich stattfinden. Das ist zum Beispiel oft bei Schulentlassfeiern so, oder auch bei Trauertagen an den Ehrenmalen in verschiedenen Stadtteilen. Bestes Beispiel ist die Karnevalssession, vor allem, wenn sie kurz ist. Dann gibt es an einem Abend gleich mehrere Sitzungen und Feiern im flächenmäßig großen Stolberger Stadtgebiet.

Werden die stellvertretenden Bürgermeister für ihren Einsatz bezahlt?

Wahlen: Nein, bezahlt in dem Sinne, ein Gehalt zu beziehen, werden wir nicht, da wir unsere Funktionen ehrenamtlich ausüben. Wir bekommen lediglich unsere Fahrtkosten erstattet und erhalten eine Aufwandsentschädigung. Unterm Strich bleibt davon für die vielen geleisteten Stunden aber nicht viel übrig. Zumal zu den Aufenthalten und den Fahrzeiten noch die Vorbereitung kommt, denn wir schreiben unsere Reden und Grußworte selbst.

Jussen: Bei vielen Veranstaltungen zahlen wir Eintritt, kaufen Speisen und Getränke, Lose oder Buttons beziehungsweise spenden in Sammeldosen. Und bei besonderen Anlässen wie zum Beispiel Vereinsjubiläen überreichen wir Umschläge mit Geldspenden für die Vereinskasse, oder wir stiften Preise wie jüngst beim großen Reitturnier in Büsbach. Das zahlen wir alles aus eigener Tasche, denn für die stellvertretenden Bürgermeister gibt es keinen Verfügungsfonds.

Was ist Ihre Motivation, dieses zeitaufwendige Amt auszuüben?

Jussen: Es macht mich stolz, Stolberg repräsentieren zu dürfen. Dabei ist es mir persönlich ein Anliegen, dass das Image unserer schönen Stadt verbessert wird. Stolberg hat momentan in mancherlei Hinsicht keinen so guten Ruf – meistens vollkommen zu Unrecht. Wenn man etwa sieht, wie Bastinsweiher und Kaiserplatz jetzt im neuen Glanz erstrahlen, ist die Kupferstadt bereits auf einem guten Weg. Und für mich als Mausbacher ist es auch sehr wichtig, dass die einzelnen Stadtteile näher zusammenrücken, und dass alle Stolberger mehr Gemeinschaftsgefühl entwickeln.

Wahlen: Die Identifikation mit meiner Stadt, die ich liebe, ist für mich eine starke Motivation. Es füllt mich aus, etwas für die Menschen in meiner Stadt zu tun. Das macht Spaß, und man bekommt immer wieder sehr viel von den Menschen zurück. Auch wenn wir oftmals als Kummerkasten herhalten und vor Ort auf Problemchen angesprochen oder Wünsche an uns herangetragen werden, ist es eine tolle und auch sehr abwechslungsreiche Tätigkeit.

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