Steinweg: Belebte Einkaufsstraße heute ausgestorben

Von: Toni Dörflinger
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Steinweg alt
So sah der Obere Steinweg in den 1970er Jahren aus. Foto: Archiv Stolberg
Steinweg neu
Heute stehen dort viele Geschäfte leer und die Straße wirkt nahezu ausgestorben. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. In der Serie „Stolberger Ansichten über Jahrzehnte“ geht es in dieser Woche um den oberen Steinweg im Jahr 1970 und heute.

In den 70er Jahren gab es dort beidseitig mit Menschen belebte Gehwege, dicht an dicht parkende Automobile, eine enge Fahrbahn und Leuchtreklamen, die senkrecht an den Hausfassaden angebracht waren. Eine Fußgängerzone gab es damals noch nicht. Diese wurde erst in den 1980er Jahren angelegt.

Den Anfang machte 1983 der untere Abschnitt, sechs Jahre später folgte der obere Bereich. Auffallend auch, dass mit Ausnahme des Hofs Krone und der Villa Brückmann sämtliche abgebildeten Bauten im Erdgeschoss Ladenlokale aufweisen. Der Hof Krone ist im 18. Jahrhundert entstanden und hat einst dem Tuchgewerbe gedient. Dort wurde gewohnt. Lediglich im straßenseitigen Flügel war eine Gaststätte untergebracht. 1976 wurde die Anlage abgerissen. In der Folgezeit entstand dort ein sechsgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus. Unterhalb schiebt sich der Erker der Villa Brückmann, das Reklameschild der Bäckerei Müllejans und die Werbebotschaft einer Reinigung ins Bild.

Die Villa Brückmann ist im Jahr 1884 errichtet worden. Bauherr war der Industrielle Felix Peltzer, der die Erstellung des Gebäudes seinem Sohn, den Architekten und Bauunternehmer Carl Peltzer, übertragen hatte. 1933 erfolgte die Übergabe an die Familie Brückmann, die am Willy-Brandt-Platz die Ketschenburg-Brauerei betrieb: daher die heutige Bezeichnung der Villa.

Die Bäckerei Müllejans war seit 1925 im Steinweg ansässig. Anfänglich von Stephan van Wersch geführt, gelangte die Bäckerei 1952 in den Besitz von Peter Müllejans. Es gab sechs weitere Ladenlokale. So das Geschäft Fischer zum Verkauf von Bestecken, Jagdwaffen und Anglerzubehör, das Lokal Althoff, das sich neben der Reparatur von Uhren auch deren Verkauf widmete. Im früheren Friseursalon Prömper befindet sich heute eine Spielhalle. Daneben liegt das Radio- und Fernsehgeschäft Kappes. In den beiden folgenden Häusern sind ein Gemüsegeschäft und ein Friseursalon ansässig. Die Gaststätte „Burgkeller“ liegt im hinteren Bereich der Bebauung und wurde damals schon zusätzlich als Hotel genutzt. Inzwischen hat sich das Bild in diesem Bereich entscheidend gewandelt. Der Asphalt ist verschwunden und wurde durch eine Pflasterung aus Betonsteinen und Blausteinplatten ersetzt. Hinzu kam die Anpflanzung von Bäumen.

Ein verändertes Konsumverhalten führte dazu, dass heute in diesem Bereich nur noch wenige Geschäfte belebt sind.

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