Steinweg 38 wird nicht in Denkmalliste aufgenommen

Von: Jürgen Lange
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Neben den beiden Häusern am Steinweg (r.) soll die Bachüberbauung und das gelbe Werkstattgebäude (l.) abgerissen werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Einstimmig, bei einer Enthaltung von Hanne Zakowski (SPD), hat der Stadtrat den Antrag des Amtes für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland zur Eintragung des Gebäudes Steinweg 38 in die städtische Denkmalliste abgelehnt.

Am Mittwoch schickte die Untere Denkmalbehörde im Rathaus den Ablehnungsbescheid zur Abtei Brauweiler; dort hat das LVR-Amt nun zwei Monate Zeit, die Oberste Denkmalbehörde in Düsseldorf anzurufen: das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr. Michael Groschek hatte sich nicht nur bereits in der vergangen Woche selbst ein Bild des Objektes vor Ort gemacht, sondern der Minister ist auch der Zuschussgeber für das, was die Stadt Stolberg dort realisieren möchte: einen Quartiersplatz, der Aufenthaltsqualität bietet und den Blick auf die Vicht und in Richtung Burg ermöglicht.

Vielleicht sich die verbleibende Zeit zu nehmen, noch einmal die ganzen Ausmaße zu überdenken, hatte zuvor in der Einwohnerfragestunde Klaus Josef Kaesler angeregt. Der Architekt hatte sich frühzeitig im Rahmen des Planungsprozesses engagiert: er ist kein genereller Gegner eines Abrisses, wenn damit der Vichbach besser erlebbar gemacht werden kann.

Aber genau das, was Kaesler anregte, habe man jahrelang getan, antwortete Tobias Röhm. Seit 2009 liefen im Rahmen des Innenstadtkonzeptes die Überlegungen zu einer Öffnung des Vichtbaches vom Steinweg aus, „und spätestens seit 2012 sind die Vorstellungen sehr konkret“, so der Technische Beigeordnete. Ursprünglich sei sogar über einen deutlich umfangreicheren Abriss von Bausubstanz nachgedacht worden. Die Konzentration auf dieses Ensemble, das im Gegensatz zu vielen anderen Immobilien im Steinweg eben nicht unter Denkmalschutz stehe, könne bereits als Kompromiss gesehen werden, so Röhm.

In früheren Jahren – vor der Förderzusage durch das Land – hatte die Stadt sogar selbst schon darüber nachgedacht, den Steinweg 38 als Pilotobjekt zu sanieren und als Museum zu nutzen. Aber alleine schon die marode Bausubstanz sei ein Grund gewesen, von einem Engagement abzusehen.

Erfolgt bis zum 8. Mai weder ein Einspruch des LVR noch eine Anweisung zur Unterschutzstellung aus Düsseldorf, sollen zügig die Vorbereitungen für einen Abriss der Gebäude und der Bachüberbauung, aber auch des Werkstattteils auf der rechten Vichtbachseite anlaufen; damit rückt die Burg ins Blickfeld.

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