„Stein der Weisen” für Seh- und Gehbehinderte entworfen

Von: -jül-
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Stolberg. Behindertenfreundlich und barrierefrei für Fußgänger sollen weitere Verkehrsknotenpunkte in Ortszentren oder in der Nähe von Senioreneinrichtungen umgestaltet werden.

Die gute Absicht lässt sich auf den ersten Blick allerdings schwieriger umsetzen als sie gefasst ist, denn „die Interessen von Geh- und Sehbehinderten sind unterschiedlich”, konstatiert Fachbereichsleiter Josef Braun.

„Kanten, die von Blinden ertastet werden können und müssen, stellen für Rollstuhlfahrer schon erhebliche, teils unüberwindbare Hindernisse dar.”

Deshalb hat sich das Tiefbauamt quasi an den „Stein des Weisen” gewagt: Anstelle eines Rundbordsteins wird ein Pflasterstein leicht gekippt zwischen der Rinne und dem Bürgersteig positioniert.

So entsteht einerseits eine relativ leicht überwindbare Rampe, die Rollstuhlfahrer bewältigen können, andererseits eine ein Zentimeter hohe Kante, die für Sehbehinderte ertastbar ist.

Darüber hinaus sollen die bekannten Tastensteine einen Fuß vor der Kante den Überweg ankündigen.

Während bei Neubaumaßnahmen die Bordsteine in Kreuzungsbereichen bereits behindertengerecht abgesenkt gebaut werden, sollen nun an 89 Stellen im Stadtgebiet Hochborde ausgetauscht werden.

Finanziert werden 83 Stellen mit 130.000 Euro aus dem Konjunkturpaket, für weitere sechs Punkte waren im Haushalt 30.000 Euro vorgesehen.

Insgesamt kalkuliert die Verwaltung mit Kosten von durchschnittlich 1500 Euro je Absenkung, so dass 26.500 Euro „Luft” für ausgiebigere Arbeiten oder unerwartete Kostensteigerungen bereits einkalkuliert sind.

So sollen an der Sebastianusstraße in Atsch zwei Absenkungen mit einem Fußgängerüberweg nebst Beleuchtung und weitere zehn am Dreieck gebaut werden.

Weitere Maßnahmen: Für Münsterbusch sind ingesamt 14 Absenkungen in der Prämienstraße Ecke Mauerstraße bzw. Meisenweg vorgesehen. Büsbach 14 Absenkungen an der Konrad-Adenauer-Straße (Aachener-, Bischofstr.); Breinig sechs Absenkungen (Überweg Auf der Heide, Im Steg); Zweifall zwei Absenkungen (Überweg Jägerhausstr.); Gressenich sechs Absenkungen (Schevenhütter Str.); Donnerberg vier Absenkungen (Ampel Höhenstr.; Hastenrather Str.); Mausbach vier Absenlungen (Gressenicher- / Dechant-Brock-Str.) sowie insgesamt 27 Absenkungen im Innenstadtbereich (Halsbrech /Josef-von-Görres-Str. bzw. Bergstr.; Steinfeld-/Rathausstr.; Eschweiler- /Eisenbahnstr. und Rathausstr./An der Krone). Der Bauausschuss berät über die Vorschläge der Verwaltung auf seiner Sitzung am Mittwoch.
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