Steigende Besucherzahlen: Kupferstädter lieben ihr Hallenbad

Von: Sarah-Lena Gombert
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Das Stolberger Schwimmbad ist vor allem ein auf Sport ausgerichtetes Hallenbad. Nach Angaben der Mitarbeiter schätzen die Badegäste des Kupferstädter Bades besonders, dass sie in Ruhe ihre Bahnen ziehen können. Foto: S.-L. Gombert
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Noch eine Baustelle, bald aber fertig: Unterhalb des Schwimmbads soll noch in diesem Jahr ein Fitnessstudio eröffnen.

Stolberg. Einmal kurz durchwischen, Zeit für einen kleinen Kaffee ist auch noch: Die letzten Frühschwimmer im Stolberger Hallenbad am Glashütter Weiher haben gerade das Becken verlassen. Betriebsleiter Manfred Beissel und sein Team erwarten bald die ersten Schulklassen, die zum Sportunterricht kommen.

„Dann wird es hier richtig laut“, sagt Beissel und muss schmunzeln. Bis zu 150 Kinder sind dann gleichzeitig im Wasser. Das Stolberger Hallenbad erfreut sich in den letzten Jahren steigender Besucherzahlen. Sind es in 2014 knapp 132.000 Besucher gewesen, die das Schwimmbad in Münsterbusch besucht haben, waren es im vergangenen Jahr schon 135.500 Badegäste. „Und ich glaube, dass wir die Zahl der Besucher in diesem Jahr noch einmal toppen können, wenn das so weitergeht“, sagt Betriebsleiter Beissel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Für ihn ist das Rezept für die Beliebtheit des Bades folgendes: Die Grundsanierung des Hallenbads im Jahr 2007 sei bei den Nutzern sehr gut angekommen. „Es kommt außerdem darauf an, dass wir den Bürgern faire, gute Angebote zum Schwimmen machen“, sagt Beissel. Und wichtig sei auch qualifiziertes, freundliches Personal, das sich gut um die Besucher kümmert und das Schwimmbad ordentlich sauber hält.

In Sachen faire Preise kann sich das Schwimmbad wirklich sehen lassen: Seit einigen Jahren bietet die Stadt Stolberg Kindern und Jugendlichen in den Schulferien sogenannte „Flatrate“-Tickets an. „Die jungen Stolberger können dann für einmalig drei Euro so oft und so lange schwimmen kommen, wie sie nur möchten“, erklärt Manfred Beissel.

Im vergangenen Jahr ist das Angebot von den Sommerferien auch auf die anderen Schulferien ausgeweitet worden. Aktuell werden die Sondertickets für die Herbstferien verkauft, die in diesem Jahr vom 10. bis zum 21. Oktober andauern.

Besonders voll wird es am Glashütter Weiher aber in den Sommermonaten: „Juli und August sind sehr beliebt“, sagt Manfred Beissel, auch wenn das eigentlich klassische Freibad-Zeit ist. „Ich glaube aber, dass viele Menschen auch im Sommer hierher kommen, weil sie sonst weiter fahren müssten“, schätzt Beissel, der sich mit seinem insgesamt zwölfköpfigen Team um das Schwimmbad kümmert.

Und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen – das geht schließlich auch in Stolberg: die neuen Sitzgelegenheiten im Sonnenhof des Schwimmbads, gleich neben dem Kinderplantschbecken, kommen sehr gut an.

Auf zahlreiche Besucher hofft auch das schwedische Unternehmen „Actic Fitness“. Die Firma baut derzeit im Untergeschoss ein Fitnessstudio mit allem, was dazu gehört. Krafttraining, Ausdauertraining, und das alles mit persönlicher Betreuung durch Fachpersonal soll es dann am Schwimmbad geben.

Der Clou: Für die Mitglieder des Fitnessclubs soll die Nutzung des Hallenbads im Mitgliedsbeitrag inklusive sein. Das gilt natürlich nur zu den regulären Publikums-Öffnungszeiten, und nicht, wenn Schulen oder Vereine in der Halle trainieren.

Noch sieht das künftige Studio nach Rohbau aus. Aber das soll sich bald ändern. „Im November oder Dezember wollen wir unseren Standort in Stolberg eröffnen“, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Actic Fitness betreibt – die Kupferstadt mitgerechnet – 20 Studios im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen investiert einen sechsstelligen Betrag am Glashütter Weiher, und wird, wenn alles nach Plan läuft, einen jährlichen fünfstelligen Pachtbetrag langfristig zur Minimierung des Hallenbad-Defizits beitragen.

Denn auch wenn die Besucherzahlen steigen: Die Umsätze des Schwimmbads stagnieren. Wie so viele kommunale Schwimmbäder schreibt auch das Stolberger Bad rote Zahlen. Um die Ausgaben für Betrieb und Unterhalt zu decken, muss die Stadt jedes Jahr einen hohen Betrag zuschießen. Rund 200.500 Euro sind im Jahr 2015 durch Eintrittsgelder in die Kassen gespült worden.

Im Vergleich zu 2014, als die Besucherzahlen noch geringer waren, sind die Einnahmen sogar leicht rückläufig. „Das kann zum Beispiel daran liegen, dass einige Kunden bereits 2014 eine Abokarte gekauft haben, und diese 2015 nutzen“, erklärt Manfred Beissel. Auch die günstigen Ferien-Angebote für Kinder und Jugendliche sorgen dafür, dass zwar die Besucherzahlen steigen, nicht aber die Einnahmen. Außerdem haben Mitglieder der Stolberger Feuerwehren und seit kurzem auch THW-ler freien Eintritt ins Bad.

Der Ausschuss für Schule, Sport und Tourismus der Stadt, der sich am Mittwoch mit den Besucherzahlen des Schwimmbads beschäftigt hatte, hat nun die Stadtverwaltung darum gebeten, eine Übersicht über die Preisgestaltung des Bades zu schaffen. „Hoffen wir, dass die Zahl der Besucher durch das neue Fitness-Angebot noch weiter ansteigt, und dass dies auch für die Umsätze gilt“, sagte Ausschussmitglied Hans Bruckschen (CDU) während der Sitzung.

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