Statistik über Krankenstand der Beschäftigten

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. „Ich bin froh, dass die Statistik da ist“, sagt Martin Künzer. Für 2015 hat die Stadt erstmals anonym Daten über den Krankenstand der Beschäftigten abteilungsweise erfasst.

„Das ist eine erste Grundlage, möglichen betriebsbedingten Ursachen für Erkrankungen auf die Spur zu kommen“, erklärt der Personalratsvorsitzende. Genaue Tendenzen lassen sich zwar erst nach Vorliegen einer Datenbasis über mehrere Jahre hinweg ablesen, aber erste Ansätze sind bereits jetzt erkennbar.

Die Krankentagestatistik ist aus der Einführung eines umfangreichen Eingliederungs- und Gesundheitsmanagements in der Stadtverwaltung entstanden, wo verstärkt auf präventive Maßnahmen gesetzt werden soll. Das Erkennen von Problembereichen ist eine Grundlage dafür.

Belegt werden könne mit dieser über Kennzahlen erstellten Statistik, dass die Behauptung, „die im Rathaus sind alle krank“ , eben falsch sei, betont Martin Künzer. Es sei naheliegend, dass die Gefahr zu erkranken beispielsweise in einem stark frequentierten Kindergarten größer sei als bei einem Bürojob.

So weist die Statistik für 2015 folgende Gesamtkrankentage aus: allgemeine Verwaltung 19,85; Feuerwehr 15,25; Kitas & Soziales 36,70 sowie manuelle Tätigkeiten 34,96 Tage. So weist der Bund für 2014 zwar den Wert von 19,25 Tagen aus, aber dieser Vergleich hinke, erklärt Tim Grüttemeier. Denn im Gegensatz zu Kassen und anderen Behörden habe die Kupferstadt die Langzeiterkrankten nicht herausgerechnet. So geben die GKV die Quote mit 3,86 und der Bund mit 7,6 Prozent an, während Stolberg inklusive Langzeiterkrankter bei 8,05 Prozent liege.

Die Kupferstädter Statistik weise die Krankentage je Beschäftigtem insgesamt, bis zu drei Tage, vier bis 42 Tage und Langzeiterkrankungen sowie die Quote in Prozent aus. „So kann beispielsweise beliebig nach Dezernaten, Ämtern oder Abteilungen eine Analyse und Interpretation der einzelnen Kennzahlen erfolgen“, erklärt der Bürgermeister, dass mit den für vergangenes Jahr erhobenen Daten „erstmals eine valide Basis für eine Detailanalyse vorliegt“.

Verwaltungsintern sollen nun zuerst im großen Zusammenhang und dann immer detaillierter bis hin zur Einzelfallbetrachtung die Problembereiche angegangen werden. Unter Einbindung des Personalrates soll dann mit den jeweiligen Führungskräften der einzelnen Organisationseinheiten nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht werden.

„Die Erstellung der Statistik der Krankentage ist somit kein Selbstzweck, sondern dient vielmehr übergeordneten Zielsetzungen“, sagt Grüttemeier.

So sollen Führungskräfte für die Thematik der krankheitsbedingten Ausfallzeiten in der Verwaltung sensibilisiert und im Umgang mit der Problematik geschult werden. Eine aktive Gesundheitsprävention innerhalb der Stadtverwaltung soll aufgebaut werden.

Analysiert werden sollen die Ursache für solche Ausfallzeiten sowohl in Hinsicht auf betriebliche wie persönliche Ursachen. Aufgrund seiner Tragweite wollen Grüttemeier und Künzer das Thema dauerhaft einbinden in das laufende Projekt zur Personalentwicklung.

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