Start in den Sommer: Kratzen und Pudern bis zum Saisonstart

Von: Jessica Küppers
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Wasser marsch: Der Tennisplatz am Hammerberg wird einmal unter Wasser gesetzt und muss dann ein paar Tage ruhen. Dieses Prozedere nennt man „einschlämmen“ und wird jedes Frühjahr wiederholt. Foto: J. Lange

Stolberg. Auf der Anlage des Stolberger SV Tennis laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Der Platz wird nach der Winterpause in Eigenregie auf Vordermann gebracht. Bis zur Saisoneröffnung am Freitag soll er fertig und alle Spuren der kalten Wintermonate beseitigt sein.

„Zehn bis 16 Aktive sind auf den Plätzen im Einsatz“, sagt Ulrich Schulden, Pressewart des Vereins. Vor drei Wochen haben die Arbeiten begonnen. Zunächst musste die alte Asche abgenommen und der Platz mit Rechen aufgearbeitet werden. „Das passiert alles in Handarbeit“, sagt Schulden. Insgesamt zwölf Tonnen Asche wurden anschließend auf den Plätzen verteilt und „eingeschlämmt“. Dazu setzen die Tennisspieler den Platz kurzzeitig unter Wasser, bevor er gewalzt werden kann und wieder spielbereit ist. Die Aufarbeitung ist notwenig, weil der Bodenbelag im Winter stark aufweicht.

Um den neuen Platz zu schonen, dürfen die 182 Mitglieder des Vereins aber erstmal nur mit glatten Sohlen auf die Fläche. Auch die Spielweise müsse innerhalb der nächsten zwei Wochen angepasst werden, erklärt Schulden: „Reinrutschen ist erstmal nicht erlaubt, sonst machen wir uns den Platz wieder kaputt.“

Auch auf dem Tennisplatz des TC Breinig war Einiges zu tun. Das Prozedere ist ähnlich. Dort liegen die Arbeiten so gut im Zeitplan, dass bei gutem Wetter voraussichtlich schon eine Woche vor Saisoneröffnung auf den Plätzen gespielt werden kann. Insgesamt drei Tonnen Asche wurden auf dem Platz verteilt. „Der Platz ist abgezogen, die Netze hängen und die Linien sind ebenfalls in einem ordnungsgemäßen Zustand“, sagt der Vorsitzende Gerd Latz. 50 bis 60 Arbeitsstunden haben die Mitglieder investiert, um zum Saisonstart auf ihrem Platz spielen zu können.

Davon ist man beim TC Blau-Weiß Stolberg noch weit entfernt. Helmut Braun ist für die Platzaufbereitung zuständig. Die sieben Plätze am Hammerberg müssen noch ein weiteres Mal abgezogen werden, erklärt er. Dazu wird die sogenannte Oberdecke entfernt, auf zwei große Container geladen und fachgerecht entsorgt. Insgesamt 16 Tonnen Ziegelmehl braucht der Verein für die Erneuerung seiner Plätze jedes Jahr. Bevor die Mitglieder wieder spielen können, werden die Plätze abschließend noch mehrmals mit dem restlichen Ziegelmehl eingepudert. Sollte es in den nächsten Wochen zu trocken sein, wird gegebenenfalls noch gewässert.

Auf der Platzanlage in der Finsterau beim TC Zweifall geht die Aufarbeitung erst heute los. „Der Sturm hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Dieter Albrecht, zweiter Vorsitzender. Bis zum 13. April werden die zehn Tonnen Asche auf die vier Plätze aufgetragen und die ersten Spiele können stattfinden.

Während die Großen auf den neuen Plätzen trainieren, dürfen sich die 54 kleinen Mitglieder beim Stolberger SV Tennis zum Saisonstart auch über etwas Neues freuen. Sie bekommen eine eigene Ballwand. „Dadurch lernen die Kinder vor allem das Laufen“, erklärt Schulden. Die Wand ist ungefähr zweieinhalb Meter hoch. Damit die Bälle nicht zu weit wegfliegen, ist der Bereich eingezäunt. Das Prinzip der Wand ist einfach: Die Bälle werden mit dem Schläger gegen die Wand geschlagen und prallen ab. Je kräftiger der Schlag ist, desto weiter müssen die Sechs- bis Achtjährigen laufen, um wieder an den Ball zu kommen. Die Wand habe noch einen weiteren Vorteil, erklärt Schulden: „So können sich die Kinder einspielen, während die Plätze noch belegt sind.“

Langeweile kommt auf dem Tennisplatz in der neuen Saison jedenfalls nicht auf.

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