Star-Pianist Alexej Gorlatch gibt seine Visitenkarte in Stolberg ab

Von: mlo
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Alexej Gorlatch
Sympathischer Star zum Anfassen: Alexej Gorlatch beim Signieren der CDs nach dem Konzert. Foto: M. L. Otten

Stolberg. Er wurde in keine Musikerfamilie hineingeboren. Mit sieben Jahren hat er in der Musikschule angefangen, Klavierunterricht zu nehmen. Heute mit 29 Jahren ist er Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Die Rede ist von dem begnadeten Pianisten Alexej Gorlatch, der beim Stolberger Klassik-Festival seinem Ruf gerecht wurde.

Das anspruchsvolle Programm verlangte von dem Sieger des Internationalen ARD-Musikwettbewerbs 2011 ziemlich alles, was es an technischen Herausforderungen am Klavier zu bewältigen gibt. Seine Darbietungen waren für die Besucher im gut gefüllten Saal so, wie man es sich als Hörer fesselnder nicht wünschen kann.

Er und sein Instrument waren eine Einheit. Neben einem stillen und reizvollen Werk von Ludwig van Beethoven setzte Gorlatch bekannte und weniger bekannte Stücke von Frédéric Chopin variantenreich und glänzend um.

In den sechs Variationen in F-Dur über ein eigenes Thema des Bonner Meisters entwickelte sich die zarte und leise Melodie von Variation zu Variation zu einer großen Spannweite an unterschiedlichen Charakteren. Da musste nichts erklärt werden, die Musik sprach für sich.

Diese Faszination setzte sich in „Berceuse“ op 57, „Polonaise-Fantaisie“ op 61 und in den beiden Préludes Nr. 15 und Nr. 24 von Chopin fort. Nach der Pause ging es mit Kompositionen des polnischen Wunderkinds weiter. Von pianistischem Reiz sind die zwölf Etüden für Klavier, op. 10, Tonstücke, die allgemein „als eine künstlerische Höchstleistung im Gebiet der mechanisch-technisch wertvollen, wie geistig inhaltlich bedeutenden Klavierliteratur anerkannt sind und ewige Bedeutung behalten“.

Mit einer Spieldauer von zwei bis vier Minuten eigneten sie sich als Experimentierfeld Chopins, der hier die Ausdrucksmöglichkeiten des Klaviers auslotete.

Auch Alexej Gorlatch beherrschte dieses Feld mühelos und setzte alle erdenklichen Stil- und Ausdrucksmittel ein, um diese relativ selten gespielten Etüden in den Rang von herausragenden, bedeutenden Kunstwerken zu erheben. Dass er, der auf den wichtigsten Konzertpodien der Welt gastiert hat, im beschaulichen Stolberg seine Visitenkarte hinterließ, war für die Besucher des 2. Klassikfestivals eine große Ehre.

Als Zugaben spielte er eine Mazurka und das bekannte „Prélude Nr. 4 op 28,“ das laut Robert Schumann „durch die Ausbildung des Harmonischen die Leidenschaft feinerer Schattierungen erhielt, wodurch die Musik in die Reihe der höchsten Kunstorgane gestellt wurde, die für alle Seelenzustände Schrift und Zeichen haben“.

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