Stolberg - Standort des Metallwerkes ist für die nächsten drei Jahre gesichert

Standort des Metallwerkes ist für die nächsten drei Jahre gesichert

Von: gro
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Stolberg. Diesmal wird es keine böse Überraschung geben: Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben ihre Differenzen und somit auch letzte Zweifel ausgeräumt und einen Standortsicherungsvertrag für das Stolberger Metallwerk unterzeichnet.

Der Abschluss markiert das Ende einer mehr als siebenmonatigen Berg- und Talfahrt, die der Mutterkonzern KME im September mit der Ankündigung von Massenentlassungen ausgelöst hatte.

„Wir haben einen tragfähigen Kompromiss erzielt, der es ermöglicht, 36 Monate Sicherheit zu gewähren“, stellte Martin Peters, Verhandlungsführer der IG Metall, im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Drei Jahre Sicherheit sind nun auch deshalb unumstößlich, weil das von der Konzernleitung zwischenzeitlich in die Verhandlungen eingebrachte einseitige Sonderkündigungsrecht letztlich doch nicht in den Vertragstext eingearbeitet worden ist.

Ebenso wenig wie die ursprünglich angekündigten 107 betriebsbedingten Kündigungen. „Dass es jetzt bei einer Kündigung und 15 Übergängen in eine Transfergesellschaft geblieben ist, werten wir als großen Erfolg“, so Peters.

Dieser hat, das räumt der Gewerkschaftssekretär ein, natürlich seinen Preis. Neben leichten Abstrichen bei der Bezahlung hat die Belegschaft auch einer Reduzierung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld zugestimmt und sich zudem bereit erklärt, unbezahlte Mehrarbeit zu leisten – im ersten Jahr drei Stunden pro Woche, im zweiten zwei und im dritten schließlich eine Stunde.

In der Summe erhofft sich KME von den Maßnahmen jährliche Einsparungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro. „Verzicht gegen Sicherheit“, heiße das Prinzip, erklärt Peters. Im Gegenzug werden im Rahmen des Standortsicherungsvertrages von Unternehmensseite Investitionen in Stolberg von rund drei Millionen Euro zugesagt.

Und nicht nur das: Bis Ende Febbruar 2016 ist die minimale Personalstärke auf 180 Mitarbeiter festgeschrieben, betriebsbedingte Kündigungen und Leiharbeit sind ausgeschlossen. Bei Outsourcing und Werkverträgen hat der Betriebsrat zudem ein „Zustimmungsverweigerungsrecht“, kann also entsprechende Bemühungen der Geschäftsführung de facto verhindern.

Nicht verhindern konnten Gewerkschaften und Betriebsrat hingegen, dass die Verzinnungsanlage am Stammsitz in Osnabrück in Betrieb genommen und sogar noch „ertüchtigt“ wird. Negative Auswirkungen auf Stolberg sollen allerdings durch einen „Verlagerungsschutz“ für die hiesigen Produktion ausgeschlossen werden.

Insgesamt sieht auch Leo Bergstein „akzeptable Rahmenbedingungen für die nächsten drei Jahre“. Dem bisherigen Werksleiter und neuen Personalverantwortlichen für Stolberg, Menden und Berlin war die Erleichterung am Freitag – vor allem mit Blick auf die Belegschaft – anzumerken: „Ich hoffe, dass jetzt endlich wieder Ruhe einkehren wird.“

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