Stadtmarketing kritisiert Umbau von Rathaus- und Salmstraße

Von: -jül-
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Kritikpunkte: Die Sperrfläche zwischen Ellermühlen- und Frankentalstraße wird von Autofahrern nicht erkannt (oben); dort sollen auch die Ampeln abgeschaltet werden. Anstatt der Baken an der Einmündung zur Steinfeldstraße soll ein Parkplatz ermöglicht Foto: J. Lange
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Kritikpunkte: Die Sperrfläche zwischen Ellermühlen- und Frankentalstraße wird von Autofahrern nicht erkannt (oben); dort sollen auch die Ampeln abgeschaltet werden. Anstatt der Baken an der Einmündung zur Steinfeldstraße soll ein Parkplatz ermöglicht werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Offensichtlich nicht so flexibel und schnell wie angekündigt reagiert die Verwaltung auf Anregungen und Änderungswünsche zur Probephase der Verkehrsführung auf Rathaus- und Salmstraße. Das geht jedenfalls aus einem Schreiben der Gesellschaft für Stadtmarketing Stolberg (SMS) an die Stadtverwaltung hervor.

„Nachdem unsere mündlichen Anregungen leider unbeachtet geblieben sind“, formuliert Vorstandssprecher Patric Peters, sehe sich die SMS gezwungen schriftlich einen vierseitigen Zwischenbericht vorzulegen. Denn die Planungen seien in einigen Details zu theoretisch und würden nicht ausreichend die Bedürfnisse in der Praxis berücksichtigen.

Besonders ärgerlich ist aus Sicht des Stadtmarketings der gebremste Verkehrsfluss zwischen Frankental und Mühlener Ring: „Zu Zeiten der vollständigen Abschaltung der Ampeln hat er aus Sicht der Geschäftsleute erfreulich gut funktioniert“, bilanziert Peters. „Die neue Ampelschaltung hat sich überhaupt nicht bewährt“ und schrecke Einkäufer ohne Not ab, diesen Bereich der Stadt zu benutzen.

Verkehrsführung schreckt ab

„Die derzeitige Verkehrsführung ist abschreckend und daher wirtschaftsfeindlich“. Aus Sicht der Geschäftswelt befürwortet das Stadtmarketing die endgültige Abschaltung der dort befindlichen Ampeln; gleichzeitig dazu sollten die Fußgängerüberwege als Zebrastreifen ausgezeichnet werden.

Nicht sinnvoll sei zudem die Reduzierung der Fahrspuren zwischen Ellermühlen- und Frankentalstraße. Für Autofahrer sei nicht ersichtlich, dass es sich bei der Sperrfläche nicht um eine Rechtsabbiegerspur handele. „Hier kommt es immer wieder zu Gefahrenzonen und aufgrund der Ampelschaltung zu erheblichem Rückstau“, kritisiert Peters. Eine weitere Gefahrenstelle sei zudem die seit Monaten mit Baken abgesicherte Absenkung eines Schachtes im Mühlener Ring.

Im Bereich der Wiese Frankental wiese behindern aufgestellte Baken die Sicht gerade älterer Verkehrteilnehmer, die ein- und ausparken wollen. Diese hätten auch den Wunsch nach einfacher befahrbaren Längsparkplätzen geäußert. Weiterhin fehle vor der Bäckerei am Bastinsweiher die zugesagte Lieferzone von 7 bis 9 Uhr, um den Schulbusverkehr nicht zu behindern. Die beiden Behinderten-Parkplätze am Weiher sollten aufgegeben werden, weil vor der Apotheke ein neuer geschaffen worden ist, der aber wiederum mangels sichtbarer Markierung nur schwer erkennbar sei.

Darüber hinaus fordert die SMS ein Halteverbot auf der Talbahn­straße für Busse, die dort vor ihrer Anfahrt zum Mühlener Bahnhof parken und damit eine Übersicht der Fahrbahn verhindern. „Hier kommt es vor allem zu Schulzeiten immer wieder zu gefährlichen Situationen“, sagt Peters.

In keinster Weise nachvollziehbar ist für das Stadtmarketing, „warum der Bereich der Rathausstraße zwischen Talbahnstraße und Schellerweg nicht in die Umgestaltung einbezogen wird“, kritisiert Peters erneut, dass „im Gegensatz zu den beplanten Bereichen hier Parkdruck und Handlungsbedarf besteht“.

So fordert die Gesellschaft für Stadtmarketing die Schaffung von drei zusätzlichen Kurzzeitstellplätzen vor der Villa Lynen. Dazu soll die Schranke versetzt werden. Die für Bedienstete der Stadt reservierten Parkplätze hinter den Blumenkübeln würden ohnehin nicht genutzt. „Wir sind der Ansicht, dass keine Bevorzugung für städtische Bedienstete bei der Parkraumbewirtschaftung erfolgen sollte“. Dagegen seien Geschäfte und ihre Kunden in der Innenstadt nicht zuletzt „die Existenzgrundlage für so manchen Mitarbeiter der Stadtverwaltung.“

Auch Abbiegespuren testen

Kritisiert wird weiterhin, dass die Verwaltung auf eine Versuchsphase bei den Abbiegespuren in die Steinfeldstraße verzichtet. Beim Endausbau sollten nur Maßnahmen verwirklicht werden, die sich bewährt haben. „Was aber nicht getestet wurde, konnte sich auch nicht bewähren“, sagt Peters und packt sofort ein weiteres Dauerproblem an: „Die Ampelschaltung vom Schellerweg auf die Europastraße ist ein einziges Ärgernis.“

Ständig komme es zu einem erheblichen Rückstau bis in die Rathausstraße hinein, weil stellenweise nur drei Fahrzeuge während einer Grünphase die Ampel passieren könnten. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. „Im Gegensatz zur Stadtverwaltung setzen wir uns entschieden dafür ein, dass der Verkehr nicht an der Stadt vorbei geleitet wird, sondern störungsfrei durch sie fließen kann.“

„Für ein fließendes Stolberg“

An der Ecke zur Steinfeldstraße wurden vor dem Café mehrere Baken und zusätzliche Halteverbotsschilder aufgestellt, die den Fußweg teilweise blockieren. Die Verkehrsregelung habe sich in der Praxis auch nicht bewährt. Baken und Schilder sollten entfernt und ein zusätzlicher Kurzzeit-Parkplatz eingerichtet werden.

„Insgesamt halten wir die zur Umgestaltung der Rathausstraße eingeleiteten Maßnahmen bisher eher für wirtschaftsschädlich als -freundlich“, erklärt die SMS. Man dürfe den Verkehr nicht aus der Stadt nehmen wollen. „Das Vorbeileiten des Verkehrs an der Innenstadt ist einer der größten Fehler der Vergangenheit gewesen“, so Peters weiter.

Der sollte jetzt nicht noch einmal wiederholt werden, „indem man die Rathausstraße so weit zurückbaut, dass der Verkehr noch weiter aus der Innenstadt gedrängt wird, anstatt geordnet zu fließen“, sagt Peters und grüßt namens der SMS „für ein blühendes und fließendes Stolberg“.

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