Stadtmarketing kritisiert Beschluss zu verkaufsoffenen Sonntagen

Von: Jürgen Lange
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Will nach der Verärgerung lieber in die Zukunft gucken und Termine besser abgestimmt sehen: SMS-Vorstandssprecher Patric Peters.

Stolberg. „Schuster bleib bei deinen Leisten”, sagt Patric Peters dem Stadtrat. „Die Politik sollte Geschäftsleuten nicht vorschreiben, wann man mit Umsatz rechnen kann”, nimmt der Vorstandssprecher des Stolberger Stadtmarketings den einstimmigen Parlamentsbeschluss zu den verkaufsoffenen Sonntagen ins Visier.

Das hatte aus den von der Gemeinschaftsinitiative Oberstolberg beantragten vier Terminen einen Sonntag ohne begleitende Veranstaltung gestrichen und statt dessen die Verkaufsfreigabe für den Sonntag von „Stolberg goes France” am 30.Mai beschlossen. Als „Provokation”, so hatte es Dieter Wolf (SPD) unwidersprochen formuliert, empfindet es der Rat, dass sich die Geschäftsleute wiederholt nicht einbringen wollten in diese Großveranstaltung, in die die Stadt viel Engagement und der Kulturmanager große Summen investierten und das Zehntausende Besucher in die Stadt locke.

Nach Parade fehlt Programm

„Wenn viele Leute in der Stadt sind, heißt das noch nicht, dass auch viele in die Geschäfte gehen”, sagt Peters. Nach der Parade fehle das Programm im Einkaufsbereich. Auch bei der Stadtkirmes sei viel Volk unterwegs, aber gute Geschäfte machen könnten die Einzelhändler dann nicht. Der verkaufsoffene Sonntag anlässlich der Stadtparty im September sei dann erst lohnenswert geworden, nachdem im Laufe der Jahre das Programm angepasst worden sei.

Versuche, die ersten beiden „Stolberg goes”-Festivals mit Dämmer-Shopping oder einem verkaufslangen Samstag erfolgreich zu begleiten, seien fehlgeschlagen, erklärt der SMS-Sprecher.

Termine bewusst ausgesucht

„Die Geschäftsleute, wenn auch in einem kleinen Teilnehmerfeld, haben sich bewusst die vier beantragten Termine ausgesucht.” Insbesondere im Süden der Innenstadt mache er Vorbehalte gegen das Festival aus.

Persönlich präferiere Patric Peters zwar auch, den Sonntag des „Stolberg goes”-Festivals verkaufsoffen zu halten, aber als zweiter Termin im Mai nach dem Frühlingsfest am 9.Mai sei der 30.Mai „Kappes”. Ein verkaufsoffener Sonntag im Monat könne zu Umsatzsteigerungen von 20 Prozent führen, „aber zwei Mal in einem Monat lässt sich dieser Effekt nicht erreichen.” Und auf den 9.Mai könnten die größeren Betriebe nicht mehr verzichten.

Eine zu kurzfristige Terminplanung hält Peters der Stadt vor; die Festsetzung der verkaufsoffenen Sonntage sollte im Oktober des Vorjahres erfolgen, um die Planungen zu optimieren. Und den Politikern wirft der SMS-Sprecher vor, „offenbar die Vorlagen nicht zu lesen” und sich „nicht zu informieren”; das habe er zahlreichen Einzelgesprächen zur Kenntnis erfahren müssen. Und das Angebot der SMS an alle Fraktionen zu einem Gespräch sei von keiner einzigen angenommen worden.

Und auch die Appelle an Kulturmanager Max Krieger, frühzeitig Information und Abstimmung mit den Stolberger Geschäftsleuten zu suchen, hätten bislang keinerlei Wiederhall gefunden.

Gleichwohl will Patric Peters nach der derzeitigen Verärgerung unter SMS und Einzelhandel lieber den Blick nach vorne richten. „Wir setzen nicht darauf, dass der Stadtrat seine jetzt getroffene Entscheidung wieder über den Haufen wirft, sondern stellen uns so gut es geht darauf ein”, betont Patric Peters. Dazu gehört es auch für das Stadtmarketing, dass in diesem Herbst die Abstimmung zwischen Politik und Einzelhandel über dir verkaufsoffene Angebotspalette für das kommende Jahr gesprochen werde.

Einkaufen in Stolberg am „Königinnen-Tag”

Vorreiter sind die Stolberger Geschäftsleute mit einem zumindest in der Region einzigartigen Angebot. Sie laden am Freitag, 30. April, insbesondere die niederländischen Nachbarn ein zum Einkauf in der Kupferstadt. Das ist der Nationalfeiertag in den Niederlanden, an dem die Holländer frei haben - und somit Zeit zu einem Einkaufsbummel.

Stolberger Einzelhändler heißen die Besucher an dem 30. April mit Sonderangeboten, Rabatten und Aktionen willkommen. Die Einladung an niederländische Kunden wird mit Flyern und Rundfunk-Werbung im Grenzgebiet beworben, wobei auch auf die gute Verkehrs-Anbindung dank der Euregiobahn mit drei Haltestellen mitten in der Innenstadt hingewiesen wird. „Über 20 Geschäftsleute beteiligen sich finanziell an der Kampagne”, sagt SMS-Sprecher Patric Peters.
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