Stadtmarketing diskutiert Modelle für die Innenstadt

Von: Dirk Müller
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Stolberg. Auf der Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Stadtmarketing Stolberg (SMS) stellten Experten das Konzept der „Immobilien- und Standortgemeinschaften” - kurz: ISG - vor und erörterten mit den anwesenden Mitgliedern der SMS, in wie weit das Modell für die Kupferstadt in Frage kommt.

Als klaren Erfolg der SMS wertete deren Vorsitzender Patric Peters in seinem Rechenschaftsbericht die Vertagung der Entscheidung, ob die Stadt neue Parkscheinautomaten anschafft. Diesen Verwaltungsvorschlag hatte die SMS scharf angegriffen.

Negativ ist allerdings die Mitgliederentwicklung. Deren Zahl ist seit drei Jahren rückläufig. Von einst 150 sind der Gesellschaft noch 120 Mitglieder geblieben.

Es folgte der Rechenschaftsbericht der Schatzmeisterin Karin Schulte. Für das Jahr 2008 ermittelte sie einen Bilanzfehlbetrag in Höhe von 22.715 Euro, der sich in erster Linie durch das Stolberger „Dauerthema” Weihnachtsbeleuchtung erkläre. Als Konsequenz aus den Verlusten habe man Ende 2008 auf die hauptamtliche Geschäftsführung verzichtet, um Personalkosten zu sparen.

Außerdem stellte der Vorstand neuartige LED-Leuchten vor, die sich als Weihnachtsbeleuchtung eignen, da sie optisch dem warmen Licht der Glühbirne ähneln, aber lediglich 0,6 Watt Leistung benötigen und eine wesentlich höhere Lebensdauer aufweisen. Bei wenigen Enthaltungen wurde der Vorstand ohne Gegenstimmen entlastet.

Vorbild aus Kanada

Anschließend referierte zunächst Stephan Keller, Beigeordneter des Städte- und Gemeindebunds NRW, zum Thema ISG. Nach ihrem kanadischen Vorbild auch BIDs (Business Improvement Districts) genannt, stellen die Immobilien- und Standortgemeinschaften eine Partnerschaft lokaler Geschäftsleute, Immobilieneigentümer und der Kommune dar und bündeln die Bemühungen, einen abgegrenzten, meist innerstädtischen Standort gezielt aufzuwerten.

Keller erläuterte, wie eine ISG in Abstimmung mit der Kommune zu einer Pflichtgemeinschaft werden kann, die über eine solide finanzielle Basis verfügt. Eine ISG betreibt ein Center-Management, vergleichbar mit dem eines Einkaufzentrums, übertragen auf die Innenstadt: Öffnungszeiten, Vermarktung und Branchenmix, Parkplätze und Verkehrsanbindung, Erscheinungsbild und Sicherheit werden gemeinsam und einheitlich optimiert.

Wie Keller betonte auch Rainer Kalscheuer, dass eine ISG nicht die Aufgaben der Kommune ersetzt, sondern ergänzt. Der Regionalleiter der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft DSK richtete seinen Blick speziell auf Stolberg. Dort böte sich besonders der Bereich Steinweg mit seinen 24 leerstehenden Ladenlokalen für eine ISG an.

Den oberen und unteren Steinweg könne man dabei schwer trennen, so dass der gesamte Steinweg das räumlich klar defenierte innerstädtische Areal für eine Immobilien- und Standortgemeinschaft darstelle. Die Kommune könne Pflichtabgaben erheben, die innerhalb der ISG allen zugute kämen. Trittbrettfahrer, die sich bisher nicht oder kaum an Kosten beteiligen, aber von den Maßnahmen wie beispielsweise der Weihnachtsbeleuchtung profitieren, gäbe es dann nicht mehr.
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