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Stadtbauentwicklung: „Es geht doch nicht nur um die Sportplätze“

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Am Sportplatz Rotsch sind die nun überflüssigen Ballfangzäune bereits demontiert.

Stolberg. Ein wenig pikiert ist Andreas Pickhardt schon, wenn man sich bei ihm nach dem Stand des Ausbaus von Kunstrasenanlagen sowie der Vermarktung der alten Tennenplätze erkundigt. „Es ist doch nicht so, dass wir die Aschenplätze nur verkaufen wollen, um Kunstrasenanlagen bauen zu können“, sagt der für Planung zuständige Fachbereichsleiter. „Hierbei geht es doch um eine aktive Städtebauentwicklung“.

Das liegt auf der Hand: Rund neue 70 Häuser in Breinig, weitere 50 auf der Rotsch und gut 300 weitere Wohneinheiten an der Stadtrandsiedlung versprechen der Kupferstadt einen spürbaren Zuwachs an Bevölkerung. Rund 1500 Mitbürger mehr bedeuten in Zeiten des demografischen Wandels auch einen Anstieg an Prosperität und Steuerkraft.

Und doch drehen sich immer viele Fragen um das runde Leder. Der SV Breinig erwartet, den kommenden Winter nicht mehr auf Asche spielen zu müssen; die SG Stolberg hat ihren Mitgliedern signalisiert, in diesem Jahr auf den Bovenheck das Plastikgrün ausrollen zu wollen; und am Glashütter Weiher sind schon einmal die Bäume gefällt worden, damit der Dreifach-Fusionsclub das Stadion um Kunstrasen nebst Kleinspielfeld erweitern kann. Dafür opfert der FC zwei alte Spielstätten einer Bebauung.

Doch in Plastik und Granulat investiert werden kann erst, wenn Einnahmen aus der Vermarktung der Asche sprudeln – und zwar in ausreichender Höhe. Doch das erweist sich schwieriger als gedacht. In Breinig sorgte die Bergbau-Problematik für eine deutliche Verzögerung des Projektes. „Wir haben mittlerweile das Wohngebiet neu geplant“, bestätigt Pickhardt. „Und es sieht gar nicht so schlecht aus.“ Dort, wo Einwirkungsbereiche des Altbergbaus liegen, sind nun Grünflächen, Straßen, Parkplätze oder Gärten vorgesehen.

Nach den ersten Zahlen waren 20 von 70 geplanten Gebäuden betroffen. „Wir können die Auswirkungen auf maximal 15 Prozent reduzieren“, bilanziert Pickhardt. Mit größeren Grundstücksgrößen sowie dank gestiegener Bauland-Richtwerte erwartet der Fachbereichsleiter keine negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens.

Detaillierte Zahlen will er dem Hauptausschuss am 28. Januar vorlegen. Rund 1,4 Millionen des erwarteten Erlöses von zwei Millionen Euro sollen in das Breiniger Kunstrasenprojekt fließen. Mitte des Jahres erhofft sich der Spielverein eine Baugenehmigung. Mit Einnahmen aus dem Verkauf der alten Sportanlagen wäre dann noch in diesem Jahr zu rechnen.

Genug Geld für den FC

Eine halbe Million Euro erwartet der FC Stolberg, um mit einer Eigenleistung von 135.000 Euro den Umbau am Glashütter Weiher stemmen zu können. Nachdem zunächst die Vermarktung der alten Robert-Grünzig-Kampfbahn nur als Straßenrand-Bebauung geplant war, soll nun die komplette Rotsch an einen Investor veräußert werden.

Rund 50 Einfamilienhäuser unterschiedlicher Größe für vielschichtige Kundenkreise sind nebst einer Nahwärmeversorgung angedacht. Das Neubaugebiet erfordert einen Ausbau der Straße Rotsch zwischen Jordansberg und Walther-Dobbelmann-Straße, so dass man im Rathaus davon ausgeht, dass vom Kaufpreis nach Abzug von Kosten und Aufwand der erhoffte Zuschuss an den FC erzielt wird, und das Projekt für die städtischen Bilanz neutral gebucht werden kann.

Allerdings laufen auch auf der Rotsch noch Sondierungen des Untergrundes, um den Aufwand für die Fundamente der neuen Bebauung konkretisieren zu können. Ebenfalls auf ihrer Sitzung am 28. Januar sollen Hauptausschuss und Stadtrat die Weichen stellen und den Verkauf des 1,3 Hektar großen Geländes an den Investor beschließen.

SG muss auf Breinig hoffen

Damit ruhen die Hoffnungen der SG Stolberg, die den Aschenplatz in Gressenich mit einem Kunstrasenbelag versehen möchte, weiterhin vor allem auf die zügige Umsetzung des Breiniger Projektes. Dort müsste nach vorsichtigen Schätzungen bei den Erlösen noch so viel Luft bleiben, um dem zweiältesten Stolberger Fusionsverein die zugesagten 250.000 Euro bereit stellen zu können. Dies würde dann den Betrag schmälern, mit dem die Verschuldung Stolbergs abgebaut werden könnte.

Mit nennenswerten Einnahmen aus einer Vermarktung des Geländes an der Stadtrandsiedlung durch die Stolberger Bauland GmbH, eine Tochter von Stadt und S-Immo, wird erst in zwei Jahren gerechnet. Zuvor muss die Frage gelöst sein, wo der FC Columbia nach der Saison 2015/16 seinem Hobby nachgehen kann.

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