Stolberg - Stadtarchiv: Steuerliste von 1666 als Highlight

Stadtarchiv: Steuerliste von 1666 als Highlight

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Blick in die Geschichte: Christian Altena machte beim Archivrundgang die Besucher mit zahlreichen historischen Dokumenten und Schriftstücken vertraut. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Dass das Archiv der Kupferstadt Stolberg durchaus mit einem Museum mithalten kann, erfuhr jetzt eine Besuchergruppe, die sich der sachkundigen Führung von Stadtarchivar Christian Altena anvertraut hatte.

Schließlich besitzt das kommunale Archiv tausende Dokumente, Pläne, Bilder und Exponate, die die Kupferstädter Vergangenheit dokumentieren: Dokumente, die teils der Arbeit der Verwaltung über mehrere Jahrhunderte oder privaten Sammlungen und Beständen entstammen.

Ort der Aufbewahrung dieser historisch wertvollen Bestände und Sammlungsstücke ist das Magazin des Stadtarchivs, das im Keller des Alten Rathauses untergebracht ist. Dorthin begab sich die Gruppe, nachdem der 36-jährige Historiker zuvor im Büro und Leseraum des zentralen Archivs der Stadt Stolberg die Teilnehmer mit den Konservierungsmaßnahmen alter Akten und Schriftstücke vertraut gemacht hatte.

Schließlich müssen Akten, bevor sie dauerhaft der Aufbewahrung zugeführt werden, von Heft- und Büroklammern sowie Plastikfolien befreit werden. Denn Metalle können rosten und Kunststoff kann durch seine Zersetzung den Dokumenten irreparablen Schaden zuführen. Des weiteren gehört das Befreien von Schmutz und Staub sowie Reparaturarbeiten mit Spezialkleber und -papier zu den erforderlichen Konservierungsmaßnahmen.

Durch enge Gänge

Im Magazin mussten sich die Besucher durch enge Gänge zwängen. Schließlich ist das historische Material in meterlangen Rollregalen und überwiegend in dort deponierten säurearmen Kartonagen untergebracht. Und so wurde das Schieben und Bewegen der Regale mit Spannung erwartet, weil die auf diesem Wege entstandenen Lücken den Blick frei gaben auf die dortigen historischen Schriftstücke, Bilder, Pläne und Exponate.

Einer privaten Sammlung entstammen beispielsweise die kleinen Exponate, die Altena den Besuchern am Beginn des Rundganges zeigte. Ein kunstfertiger Handwerker hatte kurz nach Kriegsende aus dem Plexiglas eines im Zweiten Weltkriegs abgestürzten Flugzeuges filigrane Schmuckstücke für seine Familie hergestellt, die im vergangenen Jahr von der Eigentümerin gestiftet wurden.

Danach machte Altena die Besucher beispielsweise mit historischen Fotografien, dem „Ehrenbuch“ der Stadt von 1956, einem alten Rathausschlüssel, einer um 1900 erstellten Bauzeichnung aus der Rathausstraße, einem 1888 entstandenen Entwurf für den Umbau der Burg und den Bänden der Zeitungssammlung vertraut.

Highlight der Präsentation, die von den Besuchern mit viel Anerkennung und Wertschätzung bedacht wurde, war die Steuerliste von 1666. Sie präsentierte der Stadtarchivar mit den Worten: „Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Verzeichnis ist für unsere Stadtgeschichte von immensen Wert. Es informiert über die Abgaben, Standorte und Vermögen der damaligen Stolberger Kupfermeister. Wissenschaftlich ist es aber noch nicht ausgewertet“.

Die Besucher waren begeistert von den Archivalien. Schließlich hatte der professionelle Historiker die präsentierten musealen Stücke mit spannenden, unterhaltsamen und wissenschaftlich fundierten Hintergrundgeschichten versehen.

In Kenntnis gesetzt wurden die Besucher auch über die Probleme des Archivs. Denn dem Bestand macht unter anderem die erschöpfte Raumkapazität und die dort herrschende Luftfeuchtigkeit zu schaffen, die zu Schimmelbildung und Verfall führen kann. Darum ist geplant, das historische Archiv in absehbarer Zeit auszulagern und an anderer Stelle im Innenstadtbereich in optimaler Weise für Nutzer und Bestände unterzubringen.

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