Stadt will Kapazität in der Tagespflege auf 92 Plätze steigern

Von: Michael Grobusch
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Setzt darauf, dass in Zukunft mehr Stolberger die Kindertagespflege in Anspruch nehmen werden: Willi Seyffarth. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das Ziel ist von der Bundesregierung per Gesetz ausgegeben worden, die Umsetzung aber ist vor Ort und somit durch die Kommunen zu gewährleisten: Weil ab 2013 ein Rechtsanspruch auf Betreuung für alle Kinder unter drei Jahre gelten wird, müssen auch in Stolberg die Kapazitäten deutlich erhöht werden.

Auf 460 Plätze will das Jugendamt das Angebot in den kommenden drei Jahren aufstocken und dabei nicht allein auf Kindertagesstätten setzen. Eine zunehmende Bedeutung in der Jugendhilfe- und Kinderbetreuungsplanung kommt vielmehr auch der Tagespflege zu, für die in den kommenden Monaten offensiv geworben werden und die bis 2013 über 92 Plätze verfügen soll.

Zunehmende Akzeptanz

„Die Tagespflege von heute ist nicht mit der Tagespflege von vor fünf Jahren zu vergleichen”, betont Willi Seyffarth. Vielmehr sieht der Fachbereichsleiter in Kindertagesstätten und Tagespflegeeltern mittlerweile zwei gleichberechtigte und auch gleichwertige Anbieter - mit dem allerdings immer noch bestehenden Unterschied, dass relativ wenige Eltern von Kleinkindern sich für die zweite Möglichkeit entscheiden.

Immerhin registriert das Jugendamt aber eine zunehmende Akzeptanz, die es zukünftig weiter stärken will. Waren es 2006 nur 39 Eltern, die Interesse an der Betreuung ihres Kindes durch eine Tagesmutter bekundeten, zählte die Verwaltung 2007 bereits 80 und im laufenden Jahr bis dato 103. Steigend ist der Trend auch bei den Vermittlungen: 30 Kinder wurden 2007 in der Tagespflege betreut, bis November waren es im laufenden Jahr schon 49.

„Die Tagespflege ist als Förderangebot so ausgestaltet, dass neben der Betreuung auch die Bildung und Erziehung gewährleistet wird”, erklärt Willi Seyffarth. Und auch hinsichtlich der Finanzierung gebe es mittlerweile eine Gleichstellung mit den Kitas. „Auch hier werden Elternbeiträge entsprechend des Einkommens erhoben. Und diejenigen Eltern, die unter der festgelegten Einkommensgrenze liegen, werden von der Zahlung freigestellt.”

Gleichwohl gibt es auch Unterschiede zwischen Kindertagesstätte und Tagespflege - und die können Eltern zu ihren Gunsten nutzen. Anders als in einer Einrichtung werden Kinder bei der Tagesmutter beispielsweise auch in den so genannten Randzeiten - das heißt am frühen Morgen oder am späten Nachmittag und Abend sowie am Wochenende - aufgenommen. Außerdem ist eine große Flexibilität bei den Betreuungszeiten möglich, die eine Kita in der Regel nicht bieten kann.

Hohe qualitative Ansprüche

Dass die Kindertagespflege den hohen qualitativen Ansprüchen der Stadt - und nicht zuletzt auch der Eltern - entspricht, wird durch eine Kooperation gewährleistet. Während das Helene-Weber-Haus für die Ausbildung der Tagespflegepersonen und auch für die Prüfung am Ende der insgesamt 176 Unterrichtseinheiten zuständig ist, kümmert sich der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) um die Beratung und Vermittlung der Tagesmütter.

Die Pflegeerlaubnis wiederum wird vom Jugendamt jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren erteilt. Darüber hinaus ist es auch für die Gewährung von Geldleistungen und das Einziehen der Elternbeiträge verantwortlich. „Kindertagesstätte und Kindertagespflege haben gleichermaßen viele Vorteile. Uns geht es darum, beide Systeme gleichwertig und ergänzend zu etablieren”, blickt Willi Seyffarth nach vorne.

Infoveranstaltung am 13. Januar

Um das Netz der Tagespflege in Stolberg weiter ausbauen zu können, wird es zu Beginn des neuen Jahres erstmalig eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema geben.

Sie findet am Mittwoch, 13. Januar, ab 19 Uhr im Ratssaal statt und richtet sich vornehmlich an Erwachsene, die an einer Tätigkeit in der Kindertagespflege interessiert sind.

Nach einem einführenden Referat des Soziologen Wolfgang Joussen werden sich die drei Kooperationspartner vorstellen. Anschließend werden grundlegende Fragen zur rechtlichen Situation in der Kindertagespflege behandelt.
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