Stadt will die Rhenaniastraße anpacken

Von: Jürgen Lange
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Kopfsteinpflaster aus alten Ze
Kopfsteinpflaster aus alten Zeiten lugt an vielen Stellen in der Rhenaniastraße aus den Löchern im Asphalt hervor. Die Zubringerstraße zum Hauptbahnhof soll im kommenden Jahr ausgebaut werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Über Kopfsteinpflaster muss der schreiten, der zum Hauptbahnhof will. Überall in der Rhenaniastraße testen Schlaglöcher im Asphalt die Stoßdämpfer, Radfahrer müssen auf ihre Balance und Speichen Acht geben, und mit Stöckelschuhen sind Fußgänger eindeutig „overdresst”.

Einmal ganz davon abgesehen, dass der Ausblick in die nähere Umgebung nicht sonderlich einladen wirkt - erst recht nicht für das Eingangstor der Kupferstadt am Hauptbahnhof. Während das Denkmal aus dem Dreikaiserjahr 1888 derzeit aufwendig restauriert wird, gleicht die Gemeindestraße dem Zustand eines unbenutzten Abstellgleises. Dabei nutzen immer mehr Pendler diese Zubringerroute zum Dreh- und Angelpunkt des regionalen Schienenverkehrs.

Das soll sich möglichst schon im kommenden Jahr ändern. Nachdem die Koalition aus SPD und CDU die Entwicklung des Umfeldes des Hauptbahnhofes zu einem der mittelfristigen Schwerpunkte bei der Stadtplanung insbesondere mit Blick auf Gewerbebereiche erklärt hat, soll kurzfristig auch die Verkehrssicherheit auf der Rhenaniastraße gewährleistet, Parkmöglichkeiten ausgeweitet und das Entree der Stadt aufgewertet werden.

Heute gehts um die Planung

Auf seiner heutigen Sondersitzung soll der Hauptausschuss 30 000 Euro bereitstellen, damit ein Ingenieurbüro eine Entwurfsplanung bis Ende September erstellen kann. Sie wird benötigt, damit die Stadt noch rechtzeitig einen Förderantrag bei der Bezirksregierung einreichen kann, um in den Genuss von avisierten Bundesmitteln gelangen zu können.

Angemeldet für dieses zunächst Ende 2013 auslaufende Programm nach den Förderrichtlinien kommunaler Straßenbau ist der Neubau der Rhenaniastraße längst. Seit 2007 laufen die Vorbereitungen für drei verkehrswichtige Achsen im Stadtgebiet: Neben der Rhenania- und der Aachener Straße war auch ein Ausbau von Derichsberger- und Werther Straße im Industriegebiet angemeldet worden. Vor sechs Jahren konnte die Stadt noch auf einen Zuschuss von 80 Prozent hoffen. Mittlerweile rangieren die vom Land verteilten Zuwendungen des Bundes bei etwa 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Bislang war eine Förderzusage für die Kupferstadt aber in Köln immer wieder aufgeschoben worden.

Doch jetzt hoffen Rat und Verwaltung mit ein wenig Nachdruck, eine Förderung beider Projekte erreichen zu können. Noch während der nächsten Tage wird im Rathaus das Eintreffen eines Bescheides über rund 1,8 Millionen Euro zum Neubau der Aachener Straße erwartet. Mit Gesamtkosten von 3,76 Millionen Euro kalkuliert die Verwaltung für den Abschnitt zwischen Lehmkaulweg und Bahnübergang. Je nach Wetterlage kann noch in diesem Winter mit einem Anfang der Bauarbeiten gerechnet werden, die mit der Sanierung des Kanalsystems beginnen. In der weiteren Abfolge werden Fahrbahn, Bürgersteige, Rad- und Parkstreifen neu ausgebaut, der an der Karlshöhe zur Finkensiefstraße abrutschende Hang abgefangen und die Straße mit Leitplanken gesichert.

Die Details zum Ausbau der Aachener Straße wurden bereits im Jahr 2009 in einer Bürgerversammlung vorgestellt und beraten. Anschließend haben die zuständigen Fachausschüsse die Planung beschlossen. Geändert hat sich seitdem lediglich ein Umstand: Die Beitragssätze, nach denen die Anlieger prozentual zum Ausbau der Straße und ihrer Nebenanlagen laut Kommunalabgabengesetz herangezogen werden, haben sich erhöht. Demnach gilt die Aachener Straße als Haupterschließungsstraße; für solche Verkehrsachsen sieht die Satzung für Fahrbahn, Radweg, Entwässerung, Beleuchtung einen Umlageschlüssel von 50 Prozent (früher 30 ) sowie für Parkstreifen und Gehweg, 60 Prozent (früher 50 ) vor.

Noch nicht zweifelsfrei geklärt ist derweil die Funktion der Rhenaniastraße, die zwischen der Münsterbachstraße bis zum Hauptbahnhof ausgebaut wird. Nach ersten Vorstellungen sind bei einer Straßenbreite von 6,50 Meter zusätzliche Parkflächen, Begleitgrün und ein durchgängiger Rad-Gehweg vorgesehen, der die Bike+Ride-Anlage am Hauptbahnhof mit dem Radwegenetz entlang der L 236 verbinden soll, das der Landesbetrieb Straßenbau noch in diesem Jahr zumindest schon einmal mit Farbe entlang der Rhenania- und Münsterbachstraße mit Schutzstreifen sicherer machen möchte. Bereits im März hatte der Stolberger Verkehrsausschuss den Planungen dazu zugestimmt.

Vorgesehen ist auch, den Parkstreifen entlang des Euregiobahn-Gleises 27 zu erweitern. Vorbehaltlich eines erforderlichen Grunderwerbs sollen mehr Stellplätze geschaffen und auch ein Gehweg angelegt werden. Dann soll der Platz auch ausreichend sein, um mit einer Sichtschutzhecke den Blick zu den Relikten einst glänzender industrieller Zeiten abzuschirmen.

Wann mit einer Förderung einer Sanierung der Achse Derichsberger- und Werther Straße zu rechnen ist, ist derweil noch offen.
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