Stolberg - Stadt verkauft sanierungsbedürftiges Altstadt-Parkhaus

Stadt verkauft sanierungsbedürftiges Altstadt-Parkhaus

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Das 1989 neben neben Arnolds Mühle zwischen Mühlen- und Klatterstraße errichtete Parkdeck ist so marode, dass sich eine Sanierung für die Stadt nicht mehr rechnen ließ. Sie verkaufte die Immobilie an ein ortsansässiges Unternehmen. Foto: J. Lange

Stolberg. Auf marktübliche Mieten zur Nutzung der Stellplätze im Parkdeck an der Klatterstraße einrichten müssen sich zukünftig 31 Inhaber eines Anwohnerparkausweises der Stadt; sie zahlen bislang eine Jahresgebühr in Höhe von 30,68 Euro.

Die Stadt hat das sanierungsbedürftige Parkdeck an ein in der Altstadt ansässiges Unternehmen verkauft. Bis zum 30. Juni 2015 läuft eine Übergangsfrist für das Anwohnerparken.

Ersatz-Parkplätze angemietet

Im Rahmen der Altstadtsanierung war das Parkdeck durch die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) 1989 errichtet worden und im Zuge einer Rückübertragung 2008 in das Eigentum der Stadt übergangen. Die übernahm mit dem Bauwerk ein echtes Sorgenkind, denn aufgrund der damaligen Konstruktion und des Alters haben sich mittlerweile deutliche Schäden gezeigt. Durch eintretende Feuchte ist die Bausubstanz gefährdet.

Erste Konsequenzen musste die Stadt bereits für das Untergeschoss ziehen, weil ein herabtropfendes Gemisch aus Wasser und Zement die Autos beschädigte, die auf den durch die LEG an Privat verkauften Stellplätzen abgestellt sind. Um weiteren Schadenersatzansprüchen aus dem Wege zugehen, hatte die Verwaltung in Abstimmung mit dem Gemeindeversicherungsverband bereits elf Ersatzparkplätze im Parkhaus Victor für die Betroffenen angemietet. Darüber hinaus sind seit einigen Monaten die Parkmöglichkeiten im Untergeschoss auch dadurch eingeschränkt, dass Stützpfeiler für die darüber liegende Etage eingezogen werden mussten.

Gutachter haben festgestellt, dass das gesamte Parkdeck dringend sanierungsbedürftig ist. Dabei dürfte aber der Aufwand aufgrund aktueller Anforderungen an Statik und Brandschutz so hoch sein, dass er technisch kaum zu bewerkstelligen sei oder aber ein Neubau nicht teurer sein würde. Diese wurde von den Gutachtern auf rund 800.000 Euro inklusive des Abrisses des bestehenden Bauwerkes geschätzt.

Einer solchen Investition hätten nach Kalkulation durch die Verwaltung lediglich jährliche Einnahmen von rund 18.600 Euro gegenüber gestanden, falls unter Verzicht auf Anwohnerparken eine Vermietung zu realistischen Konditionen von 50 Euro monatlich pro Stellplatz erzielbar gewesen wäre. „Ein wirtschaftlicher Betrieb des Parkdecks dürfte so nicht möglich sein“, analysiert der Technische Dezernent Tobias Röhm.

Darüber hinaus bereitet das Untergeschoss des Parkdecks Ordnungsamt und Polizei immer wieder Sorgen als Umschlagplatz von Drogen und anderen illegalen Geschäften. Dem will die neue Eigentümerin nun ein Rolltor vorschieben. Das Unternehmen hat ein Angebot für den Ankauf abgegeben, „das angesichts der geschilderten Problematik attraktiv ist“, argumentiert Röhm. Dieser Ansicht ist der Hauptausschuss gefolgt, und der Vertrag zwischen Stadt und Käuferin ist mittlerweile notariell beurkundet.

Er sieht neben der Übergangsfrist für die bisherigen Stellplatz-Mieter auch den dauerhaften Erhalt der insgesamt 38 Pkw-Stellplätze vor. „Weil ortsnaher Parkraum in der historischen Altstadt knapp ist, sind die Stellplätze wesentlich für den Erhalt der Wohnfunktion“, erläutert Röhm.

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