Stolberg - Stadt Stolberg wird immer schmutziger

Stadt Stolberg wird immer schmutziger

Von: Ottmar Hansen
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Fest getretene Kaugummis und Zigarettenkippen so weit das Auge reicht. Die Gehwege in der Innenstadt sind nicht gerade einladend. Foto: O. Hansen

Stolberg. Wer durch die Innenstadt von Stolberg läuft, der sollte, auch wenn es wegen der vielen Stolperfallen angebracht wäre, besser nicht auf den Boden schauen. Pflaster und Straßen sind übersät von Verpackungsresten, fest getretenen Kaugummis und weg geworfenen Zigarettenkippen. Kein Wunder, dass immer mehr Bürger beklagen, Stolberg sei eine dreckige Stadt geworden.

Bei sämtlichen Bürgerversammlungen in den vergangenen Wochen war die Sauberkeit der Stadt eines der Hauptthemen. Immer wieder wurde kritisiert, dass Stolberg regelrecht vermüllt. Der Bauhof versucht, die Papierkörbe in der Stadt sauber zu halten, doch gegen achtlos auf die Erde geworfenen Abfall sind städtischen Bediensteten fast machtlos. Beispiel Kaugummis: Alle Bürgersteige und Gehwege sind von der klebrigen Masse übersät, die Rücksichtslose auf den Boden gespuckt haben. Je nach Alter und Geschmacksrichtung des Gummis sind die Flecken weiß, grau oder bunt. Und sie haften dermaßen fest auf dem Asphalt oder den Pflastersteinen, dass sie mit normalen Reinigungsmethoden nicht mehr abzulösen sind.

Wer einen Kaugummi auf die Erde spuckt, muss eigentlich ein Bußgeld in Höhe von 15 Euro zahlen. Doch die Zahl der jährlich ausgestellten Knöllchen für dieses Delikt hält sich in Grenzen. „Die Einnahmen an Bußgeldern, die für die Verschmutzung öffentlicher Flächen mit Kaugummis, Hundekot und wildem Müll verhängt werden, liegen zwischen 2.500 und 3.000 Euro im Jahr“, rechnet Sven Poschen vom Ordnungsamt vor. Nicht gerade eine hohe Summe. Im Vergleich dazu die Einnahmen aus Ordnungswidrigkeiten beim Parken: 525.848 Euro kassierte die Stadt im vergangenen Jahr.

Politessen gefordert

Zwei Außendienstler werden regelmäßig auf Tour geschickt. Sie sollen vor allem morgens und abends, wenn die Hundebesitzer mit ihren Lieblingen Gassi gehen, darauf achten, dass die Hinterlassenschaften der Vierbeiner ordnungsgemäß entsorgt werden. Auch die Politessen sind aufgefordert, die Hundebesitzer im Auge zu behalten. Wer den Hundehaufen nicht weg räumt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 30 Euro rechnen. Doch erwischt wird kaum ein Hundebesitzer. Mangels Kontrolleuren können sich Frauchen und Herrchen relativ sicher fühlen.

„Wir haben vor drei Jahren einmal bei den Nachbarkommunen nachgefragt, welche Erfahrungen sie mit den Spendern für Kotbeutel gemacht haben“, sagt Poschen. Das Ergebnis war ernüchternd: Die im Ort aufgestellten Beutelspender wurden von Vandalen zerstört. Die Beutel flogen durch die ganze Stadt. „Wem alles egal ist, der geht auch nicht die 150 Meter zu einem Beutelspender“, ist sich Poschen sicher. Immerhin hätten zahlreiche Hundebesitzer in Stolberg einen Gefrierbeutel aus eigenen Beständen dabei, in dem sie den Hundekot entsorgen.

Wird ein Umweltsünder erwischt, können die städtischen Bediensteten seine Personalien aufnehmen und ihm ein Knöllchen zusenden. Rückt er Namen und Adresse nicht freiwillig heraus, wird die Polizei hinzugezogen.

Was ist, wenn ein Bürger einen anderen dabei beobachtet, wie er seinen Kaugummi auf die Erde spuckt oder seinen Hund in die Fußgängerzone koten lässt? Er kann das beim Ordnungsamt anzeigen, doch wenn er Name und Adresse des Unholds nicht kennt und keine Zeugen hat, ist das sinnlos. „Sie können die jeweilige Person auch höflich ansprechen und bitten, den Müll wieder aufzuheben. Ob das etwas nutzt, sei dahin gestellt“, gibt Poschen zu. Aber Hundekot und Kaugummis sind noch nichts gegen die vielen Zigarettenkippen, die die Straßen und Gehwege in der Stadt „zieren“. Bei den Rauchern, die ihren Dreck überall hinterlassen, drückt die Stadt derzeit noch ein Auge zu. Wird ein Qualmer erwischt, wird er höflich darum gebeten, seine Kippe wieder aufzuheben. Kommt der Mann oder die Frau der Aufforderung nach, bleibt es bei einer mündlichen Ermahnung. Ob es an der großzügigen Regelung liegt, dass sich pro Quadratmeter zig Kippen in der Stadt verteilen?

Auch das Füttern von Tauben solle man unterlassen, bittet Poschen. „Das unterstützt die Verbreitung der Tiere, deren Kot Krankheiten überträgt und Hausfassaden zerstört.“ Um schon die Jüngsten für das Problem zu sensibilisieren, ist die Stadt an die Schulen heran getreten. Poschen: „Wir haben die Schulen gebeten, die Sauberkeit unserer Stadt zum Unterrichtsthema zu machen.“ Vielleicht ist der Gang durch die Stadt dann irgendwann einmal kein Gang mehr über einen Müllhaufen.

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