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Stadt Stolberg sauer auf Deutsche Bahn

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Bürgermeister Ferdi Gatzweiler ist sauer. Grund ist die Verzögerung des Baubeginns zur Modernisierung des Stolberger Bahnhofes durch die Deutsche Bahn auf das Jahr 2016. „Zu diesem Zeitpunkt wollten wir eigentlich den neuen Mittelbahnsteig und das geplante Parkhaus gemeinsam eröffnen“, sagte Gatzweiler am Dienstag.

Der Bericht in unserer Ausgabe von Samstag hatte den Bürgermeister so erbost. Darin hatte Dirk Pohlmann, Pressesprecher der Deutschen Bahn für Nordrhein-Westfalen, mitgeteilt, dass mit dem Bau am Mittelbahnsteig frühestens Ende 2016 begonnen werden könne. Mit der Fertigstellung sei zwei Jahre später zu rechnen. Grund für die Verzögerung sei, dass die Bahn im Zuge der „Modernisierungsoffensive 2“ bereits an 58 von 108 Bahnhöfen in NRW mit Bauarbeiten begonnen habe. Was schon 407 Millionen Euro koste. Mit anderen Worten: Für das Projekt in Stolberg fehlt der Bahn derzeit noch das Geld. Die Botschaft lautet deshalb: Die Stadt könne ja schon mal mit dem Bau des Parkhauses beginnen. Wenn das fertig sei, werde die Bahn ihren Bahnsteig herrichten. Wie berichtet soll der Mittelbahnsteig nach Abschluss der Bauarbeiten vom Parkhaus aus dank „Skywalk“ (Brücke über die Euregiobahngleise mit zwei Aufzügen) bequem für die Reisenden erreichbar sein.

Eine Planung der Bahn, die dem Stolberger Bürgermeister überhaupt nicht gefällt. „Wir können die Fahrgäste der Bahn doch nicht noch weitere drei oder vier Jahre vertrösten. Damit verschrecken wir die Leute doch nur“, fürchtet Ferdi Gatzweiler. Er sieht „dringenden Gesprächsbedarf“ mit der Bahn. „Bisher wurde uns immer suggeriert, dass spätestens 2015 mit den Arbeiten begonnen wird. Wir wollten im Jahr 2016 das Parkhaus und den neuen Bahnsteig zusammen eröffnen.“

Die Pläne für beide Baumaßnahmen lägen vor. Die Zusammenarbeit mit der EVS als Betreiberin der Euregiobahn verlaufe bestens. Die EVS hat für die Stadt die Koordination mit den zuständigen Behörden übernommen. Jetzt müsse aber auch endlich mit dem Bau begonnen werden. Wäre man bei den ursprünglichen Plänen mit einer Unterführung am Ende der heutigen P+R-Anlage geblieben, wäre die Stadt schon in diesem Jahr an der Reihe gewesen. „Wir werden uns bei der Bahn massiv dafür einsetzen, dass die Priorität jetzt wieder Richtung Stolberg gelenkt wird“, sagt Gatzweiler. Am Dienstag schaltete Gatzweiler den CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt in der Sache ein. Er möge sich bei der Deutschen Bahn AG für die Stolberger Anliegen verwenden.

Der Bürgermeister trat am Dienstag übrigens Befürchtungen entgegen, dass die Fahrgäste der Bahn im neuen Parkhaus am Bahnhof künftig Parkgebühren zahlen müssten. Viele Passagiere besteigen den Zug nach Aachen oder Köln nämlich bewusst in Stolberg, weil sie hier ihr Auto am Bahnhof kostenlos abstellen können. Ist es damit nach dem Bau des neuen Parkhauses vorbei? Hier kann Ferdi Gatzweiler beruhigen: „Das Parkhaus wird keine neue Einnahmequelle für die Stadt.“ Rein rechtlich gelte das Parkhaus als Park+Ride-Fläche. Für die dürften keine Parkgebühren erhoben werden. Für die Errichtung des Parkhauses erhalte die Stadt Zuschüsse in Höhe von 70 Prozent der Baukosten. Voraussetzung dafür sei auch, dass das Parken kostenlos bleibe.

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