Stadt sorgt für Wirbel am Goepelschacht

Von: Jürgen Lange
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Sonntägliche Ruhe und Ordnung auf der Baustelle am Goepelschacht. Für Wirbel sorgt dagegen die Frage, wie die Baustellenfahrzeuge sie anfahren können dürfen. Foto: J. Lange
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Muss als Auftragnehmer der Stadt die Anweisungen der Stadt befolgen: Bauunternehmer Helmut Kutsch. Foto: Kroemer

Stolberg-Donnerberg. Diese Tiefbaustelle sieht an einem Sonntag fast schon wie eine Idylle aus. Ordentlich sind die Materialien hinter abgezäunten Lagerplätzen abgestellt. Nur eine kleine Baugrube von etwa einem mal zwei Meter ist geöffnet.

Anhand der gefrästen Kanten in der Fahrbahnkanten, ist erkennbar, was geschafft und was noch gemacht werden muss. Und am Goepelschacht auf dem Donnerberg können die Anlieger sogar recht ungehindert ihre Häuser erreichen.

Sorge über Straßen in Siedlung

Und doch hat diese überschaubare Baustelle, mit der die Stadt Stolberg ihre marode Kanalleitung sowie Hausanschlüsse erneuern lässt, für gehörigen Wirbel auf dem Donnerberg wie im Rathaus. Spätestens am Freitagabend fanden die Anlieger in ihren Briefkästen ein Informationsschreiben des Tiefbauunternehmens. Es kündigte eine Verlängerung der Bauzeit um etwa sechs Wochen an; dabei war im Rathaus mit einer Bauzeit von insgesamt 30 Werktagen kalkuliert worden.

Ihren Anfang nahm diese Geschichte bereits am Mittwoch im Bauausschuss. Dort brachte der Donnerberger SPD-Ratsvertreter Hans Kleinlein seiner Sorge um die Straßenverhältnisse in der Siedlung zum Ausdruck. Erdbewegungen mit mehrachsigen Lastwagen erfolgtem in einem so erheblichen – von mehr als 20 Fahrzeugen war die Rede – Ausmaß, dass die Substanz der Straßen leide.

Die Verwaltung prüfte und reagierte am bereits am Donnerstag – zuerst durch eine Sachbearbeiterin im Tiefbauamt, so dann durch Fachbereichsleiter Bernd Kistermann. „Sie haben unserem Unternehmen untersagt, die Straße „Am Rosenweg“ zu benutzen“, berichtete auf Anfrage unserer Zeitung Helmut Kutsch, Geschäftsführer der Stolberger Bauunternehmung Gebrüder Kutsch, die die Arbeiten im Auftrag der Stadt ausführt. „Wenn unser Auftraggeber uns das so vorschreibt, müssen wir uns ja daran halten“, so Kutsch. Doch diese nachträgliche Auflage der Verwaltung hat Konsequenzen.

Um eine effiziente Erledigung des Auftrages zu garantieren, hatte das Tiefbauunternehmen mit einem Bauablauf von beiden Seiten des Schachtes kalkuliert und angeboten in der Ausschreibung. Von der einen Seite werde die Straße abschnittsweise aufgemacht, so dass die Arbeiten an Kanal und Hausanschlüssen erfolgen könne, und von der anderen Seite her werde die Baustelle dann wieder verfüllt. Und dazu müsse man am Goepelschacht nun einmal sowohl vom Rosenweg wie auch vom Geranienweg her die Baustelle anfahren können.

Das Argument zog nicht. Als Auftragnehmer der Stadt setzte Kutsch ihre Anweisung um und informierte pflichtgemäß die betroffenen Anwohner mit einem Rundschreiben am Freitag über die Anweisung der Stadt, den Goepelschacht nur noch aus Richtung der Donnerberg-Kaserne an der Birkengangstraße anzufahren. „Eine Zufahrt über die Straße „Am Rosenweg“ ist uns aufgrund der Beschwerde von SPD-Ratsmitglied Hans Kleinlein nicht mehr gestattet“, heißt es in dem Rundschreiben.

Und weiter: „Das hat für Sie leider zur Folge, dass die Arbeiten nicht mehr so zügig fortschreiten können wie unsererseits geplant“. Mindestens sechs Wochen betrage die Bauzeitverlängerung, da auch die Hausanschlüsse erst nach vollständiger Verlegung der neuen Kanalleitung umgebunden werden könnten. „Wir bitten um Ihr Verständnis und versuchen, wie in der Vergangenheit die Arbeiten so zügig und mit der möglichst geringsten Beeinträchtigung für Sie auszuführen“, informierte Kutsch die Anlieger.

Aber nicht nur die Anlieger, sondern auch ebenso pflichtgemäß die Stadtverwaltung als Auftraggeber erhielten Post vom Unternehmen Gebrüder Kutsch. Darin zeigte es gegenüber der die Verlängerung der Bauzeit, eine Massenmehrung sowie daraus resultierende Mehrkosten an.

Auch das ist seit Freitag Gesprächsthema unter den Anwohnern am Goepelschacht, die wenig Interesse an einer verlängerten Bauzeit zeigen. Die wundern sich durchaus über das Vorgehen der Stadtverwaltung und die Anfrage eines einzelnen Ratsmitgliedes: „Kann ein Lokalpolitiker solche Entscheidungen treffen?“ formulierte es einer der Anwohner gegenüber unserer Zeitung.

Nachdem er die Verwaltung über die entstehenden Mehrkosten informiert habe, habe Fachbereichsleiter Bernd Kistermann am Freitag angekündigt, die Anordnung, nicht über den Rosenweg die Baustelle anzufahren, zurückzuziehen, berichtete Kutsch noch Freitagabend gegenüber unserer Zeitung. Für eine Stellungnahme war der Fachbereichsleiter bis Sonntagabend nicht zu erreichen.

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