Stolberg - Stadt muss mit weiteren 200 Flüchtlingen rechnen

Stadt muss mit weiteren 200 Flüchtlingen rechnen

Von: oha
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In den Räumen der Propst-Grüber-Hauptschule sind derzeit 150 Flüchtlinge untergebracht. Foto: O. Hansen

Stolberg. In der Stadt Stolberg leben derzeit 514 Flüchtlinge. Die Zahl der Menschen, die bei uns Zuflucht aus Kriegsgebieten suchen, wird bis zum Jahreswechsel voraussichtlich um weitere 200 steigen. Die Stadtverwaltung ist deshalb fieberhaft auf der Suche nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten.

Diese Informationen teilte der Erste Beigeordnete, Robert Voigtsberger, am Dienstagabend im Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit mit, der im Rathaus tagte. „Wir zählen in Nordrhein-Westfalen jede Woche 7000 neu angekommene Flüchtlinge“, sagte Voigtsberger. „Das ist eine Steigerung gegenüber dem Jahr 2014 um 194 Prozent!“

Bund und Land hätten viel zu spät erkannt, was da auf sie zukomme, so der Beigeordnete. In ganz NRW stünden derzeit etwa 26.200 Aufnahmeplätze zur Verfügung. Darunter seien 14.800 Plätze so genannter Notkapazitäten, die dann auch auf Städte wie Stolberg entfielen. Voigtsberger: „Damit man den Menschen wenigstens ein Dach über dem Kopf anbieten kann, müssen alle mitziehen.“ Für jeden Flüchtling, den die Stadt aufnehme, zahle das Land eine Pauschale. So erhalte Stolberg in diesem Jahr Zuwendungen in Höhe von 700.000 Euro.

In der Propst-Grüber-Schule hat die Stadt zuletzt 150 Flüchtlinge untergebracht. Nach einem Berechnungsschlüssel des Landes (mal 1,3 für die Erstaufnahme) sind es inoffiziell 195. Diese Zahl hindere das Land jedoch nicht daran, Stolberg in den nächsten Wochen, unter Umständen auch wieder sehr kurzfristig, weitere 200 Flüchtlinge zuzuweisen. Schließlich rechne die Bundesregierung für dieses Jahr inzwischen mit rund einer Million Flüchtlingen, die in die BRD kommen werden.

Die 150, die zuerst nur bis zu den Herbstferien in der Schule bleiben sollten, werden länger bleiben. Voigtsberger: „Wir müssen mit weiteren sechs Monaten rechnen.“ Mit Hochdruck arbeitet die Stadtverwaltung deshalb daran, neue Unterkünfte für Flüchtlinge zu finden. Am Kelmesberg und in der Wiesenstraße gibt es noch rund 60 Plätze in Reserve. Zehn Wohnungen bei der WoGe. Voigtsberger: „Wir haben aber weiteren Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.“

Auch die Gespräche mit der Leitung der Donnerberg-Kaserne, die ja bereits als gescheitert galten, würden derzeit fortgeführt. Womöglich wird die Bundeswehr zwar keine Gebäude, aber wenigstens eine Fläche für den Aufbau von Zelten oder Containern zur Verfügung stellen. Das Thema beschäftigt die komplette Verwaltung. Mindestens einmal pro Woche treten Bürgermeister, Dezernenten und Amtsleiter zusammen, um die aktuelle Lage zu besprechen. Damit die Stadt bei Bedarf rasch reagieren kann.

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