Stadt liegt bei U3-Betreuung voll im Plan

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
U3-Betreuung Kita
Stolberg ist in Bezug auf Kinderbetreuung und den ab August geltenden Rechtsanspruch gut aufgestellt.

Stolberg. Bis nächsten Freitag muss das Jugendamt dem Land die Betreuungszeiten und Gruppenformen für das Kindergartenjahr 2013/14 mitteilen. Dabei ergeben die aktuellen Anmeldezahlen und die nun vorliegenden Ergebnisse der Elternbefragung vom Ende des vergangenen Jahres ein übereinstimmendes Bild.

 Stolberg liegt beim Ausbau der Betreuungskapazitäten für Kinder voll im Plan, die Gewährung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz, der mit dem 1. August auch für alle unter Dreijährigen in Stolberg in Kraft treten wird, scheint gesichert.

Von 1790 benötigten Plätzen in Kindertagesstätten geht die Verwaltung momentan aus, 301 von ihnen werden von unter Dreijährigen besetzt. Zusätzlich gibt es einen Bedarf für 145 Tagespflegeplätze. Das deckt sich, bezogen auf die Gesamtzahl, nahezu komplett mit den bisherigen Einschätzungen der Stadt, die von einem zusätzlichen U 3-Bedarf gegenüber dem Jahr 2012/13 von rund 110 Plätzen ausgegangen war.

Lediglich der verstärkte Trend zu einer außerinstitutionellen Betreuung erscheint etwas größer als erwartet. „Die eindeutige Dominanz der Betreuungsform Kindertagesstätte hat abgenommen und die Bereitschaft zur Inanspruchnahme der Tagespflege zugenommen“, stellt Dr. Wolfgang Joußen fest.

Der Soziologe hat im Auftrag der Stadt Stolberg nicht nur die Elternbefragung ausgewertet, sondern führt seit Jahren auch den Kinderbetreuungsplan fort. In diesem Sinne projiziert Joußen die Ergebnisse der Befragung nicht nur auf das aktuelle und das bevorstehende Kindergartenjahr, sondern versucht auch generelle Tendenzen für Stolberg herauszulesen. Diese lassen sich nicht selten an einzelnen Stadtteilen – er spricht von Sozialräumen – festmachen.

„Vor allem Eltern im Zentrum und in den zentrumsnahen Sozialräumen Oberstolberg, Münsterbusch, Büsbach, Unterstolberg und Donnerberg wünschen sich eine Betreuung ihres Kindes unter zwei Jahren außerhalb des Elternhauses“, hat der Soziologe festgestellt. Auffällig hoch sei die Nachfrage auch in Breinig und Mausbach, „während in den übrigen, eher ländlich geprägten Bereichen ein deutlich geringerer Bedarf artikuliert wird“.

Kaum Bedarf in Randzeiten

Weniger große Unterschiede gibt es beim Betreuungsumfang: Mehr als 80 Prozent der Eltern, die sich stadtweit an der Befragung beteiligt haben, geben einen Bedarf von weniger als 45 Stunden an. Besonders hoch im Kurs stehen die 35 Stunden mit Übermittagsbetreuung. Eindeutige Aussagen gibt es auch zu den bislang wenig untersuchten Randzeiten: Nur 3,8 Prozent der Befragten gaben an, abends oder am Wochenende einen Betreuungsbedarf zu haben.

Den deutlichen Aussagen zum Betreuungsbedarf stehen große Unsicherheiten beim Betreuungsgeld gegenüber, das von der Bundesregierung ebenfalls zum 1. August eingeführt wird. „Kurzfristig sind keine gravierenden Auswirkungen auf das Wahlverhalten der Eltern mit Kindern unter drei Jahren zu erwarten“, betont Wolfgang Joußen, schränkt aber zugleich ein. „Auf Grundlage der aktuellen Befragung ist keine zuverlässige Analyse möglich.“

Allerdings sieht Joußen die Möglichkeit, dass sich die von vielen Experten prognostizierten negativen Auswirkungen des Betreuungsgeldes auch in Stolberg bemerkbar machen könnten. So sei beispielsweise die Zustimmung zu einer Betreuung außerhalb des Elternhauses in Unterstolberg bei der Gewährung eines Betreuungsgeldes am geringsten. „Es ist zu befürchten, dass das Betreuungsgeld vor allem in Sozialräumen Auswirkungen haben könnte, in denen aus pädagogischen und anderen Gründen eine frühe Förderung von Kindern besonders wünschenswert erscheint.“

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