Stolberg - Stadt findet kein Mittel gegen Zerstörungswut

Stadt findet kein Mittel gegen Zerstörungswut

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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Gestern am Nachmittag funktionierten die Aufzüge noch, wie die Redaktion bei ihrem Test feststellen konnte. Foto: O.Hansen

Stolberg. Der Aufzug am Übergang über die Europastraße ist wieder geöffnet. Die Frage ist, wie lange? Fast jede Woche geht das Glas zu Bruch oder Exkremente „zieren“ den Fahrstuhl. Knapp vier Wochen lang war die Technik nicht nutzbar, nachdem Vandalen hier Etliches zerstört hatten. Für Behinderte war die Überquerung der viel befahrenen Straße damit unmöglich.

Wie lange der Aufzug nun von weiteren Attacken verschont bleibt, bleibt abzuwarten. „Mindestens einmal die Woche müssen wir hier kleinere Reparaturen ausführen oder Notdurft entfernen lassen“, berichtete Fachbereichsleiter Bernd Kistermann jetzt dem Behindertenbeirat.

Zwar habe sich ein Anlieger bereit erklärt, täglich einen Kontrollgang rund um die Fußgängerbrücke zu machen, doch auch diese Maßnahme könne nicht verhindern, dass Unverbesserliche an dieser Stelle ihrer Zerstörungswut freien Lauf ließen. Warum auch immer, Vandalen kühlen ihr Mütchen vor allem an den beiden Aufzügen, die im Jahr 1997 errichtet wurden und der Brücke ihr markantes Aussehen verleihen. Das ist ärgerlich und verschlingt eine Menge Geld. Im Rathaus stellt man deshalb Überlegungen an, wie das Problem zumindest abzumildern wäre.

Bislang gibt es diesbezüglich zwei Vorschläge. Kistermann: „Eine Möglichkeit wäre, den Aufzug zu verschließen.“ Er wäre dann nur mit dem so genannten Europaschlüssel zu öffnen. Der passt auch auf Behindertentoiletten. Den Schlüssel können Rollstuhlfahrer gegen einen relativ hohen Geldbetrag erwerben. Der Nachteil: Bürger mit Kinderwagen, Rollatoren oder schweren Einkaufstaschen haben dann natürlich keinen Schlüssel dabei, sie wären von der Beförderung per Aufzug ausgeschlossen.

Die zweite Möglichkeit sei eine Videoüberwachung der Fußgängerbrücke, so Bernd Kistermann. So könne man die Vandalen bei der Zerstörung oder Verschmutzung der Aufzüge filmen und so vielleicht irgendwann einmal dingfest machen. Zumindest wirke die Kamera abschreckend. Doch das Aufnahmegerät zu installieren, geht nicht ohne Genehmigung von Polizei und Landesdatenschutzbeauftragtem.

Womöglich liegt da das Problem. Weniger an den Kosten. Kistermann: „Die Anschaffungskosten der Kamera sind so hoch wie die Ausgaben für die ständige Reparatur des Aufzuges.“ Aber eine Filmkamera darf man hierzulande nicht überall aufhängen. Und schon gar nicht auf öffentlichen Flächen. Da gibt es durchaus strenge Auflagen der Datenschützer.

Aus dem Behindertenbeirat kam dann noch die Anregung für die Verwaltung, zumindest per Beschilderung weiträumig darauf hinzuweisen, wenn der Aufzug wieder einmal defekt ist. Damit die Rollstuhlfahrer nicht vergebens in Richtung Brücke fahren und dort vor verschlossener Tür stehen.

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