Stadion Glashütter Weiher: Geschäftsführerin mit Modernisierung zufrieden

Von: Lukas Franzen
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„Mit dem Aachener Waldstadion können wir nicht mithalten“, weiß Ruth Püttgen. Dennoch ist sie mit den Maßnahmen am Glashütter Weiher zufrieden – und auch mit ihrem ersten Jahr als LG-Geschäftsführerin. Foto: lkf

Stolberg. Auf dem Weg zu einer modernen Wettkampfstätte mussten Stolbergs Leichtathleten so manche Hürde überspringen, Ausdauer beweisen und haben dabei ihr anvisiertes Ziel niemals aus den Augen verloren – ganz so, wie sie es bei den Disziplinen des Zehnkampfes gelernt haben.

Bestleistungen möchte Ruth Püttgen auch als Geschäftsführerin der Stolberger Leichtathletikgemeinschaft (LG) erzielen. Im Interview spricht die Donnerbergerin über ihr ereignisreiches erstes Jahr im Amt, Spielkonsolen und Ganztagsunterricht sowie positive Entwicklungen rund um das Stadion Glashütter Weiher.

Seit einem Jahr sind sie nun die neue Geschäftsführerin der LG Stolberg. Welche Aufgaben haben Sie in den ersten zwölf Monaten Ihrer Amtszeit angepackt?

Püttgen: Peter Jandeleit hat mich vor der Amtsübernahme bereits eingearbeitet und steht mir immer noch mit Rat und mit Tat zur Seite. Das große Projekt war 2013 die Umbaumaßnahme im Stadion Glashütter Weiher. Die Planungsbegleitung stand im Vordergrund.

Hat sich die Arbeit gelohnt?

Püttgen: Ja. Nach vielen Jahren hat die Stadt nun endlich wieder in das Stadion investiert. Sie hat Hürden für Trainingszwecke, eine Tartanbahn vor der Hochsprunganlage sowie eine Anlaufbahn für den Speerwurf und eine komplett neue Diskuswurfanlage angeschafft bzw. errichtet. Nötige Reparaturarbeiten wurden im Weitsprung- und Kugelstoßbereich vorgenommen. Der sportliche Mehrwert wird sich aber erst mit Beginn der Freiluftsaison bemerkbar machen.

Was muss sich aus ihrer Sicht am Standort Glashütter Weiher in Zukunft noch alles bewegen?

Püttgen: Bewegen müssen wir uns jetzt! Hausherrin der Sportstätten ist zwar die Stadt. Wir, die Vereine, müssen diese aber jetzt mit Leben füllen.

Beschreiben Sie doch einmal ihre Traum-Leichtathletik-Anlage.

Püttgen: Ein Leichtathlet träumt von einem Stadion mit Tartanbahnen und der Möglichkeit, alle Disziplinen des Zehnkampfes ausüben zu können. Und natürlich will man sich mit seiner eigenen Wettkampfstätte in der Euregio einen Namen machen.

Sind Sie diesem Traum nun ein Stück näher gekommen?

Püttgen: Nein. Zwar könnten wir theoretisch Zehnkampf-Wettbewerbe am Glashütter Weiher ausrichten. Aber mit einem Aachener Waldstadion können wir dennoch nicht mithalten. Das scheitert alleine schon an einer Lautsprecheranlage. So etwas haben wir aber auch gar nicht gefordert. Schließlich befinden wir uns noch im Aufbau. Mit den verbesserten Trainingsbedingungen sind wir zufrieden.

In der Winterzeit sind Sie auf die Stolberger Hallen angewiesen. Die Fußballer haben bei der Stadtmeisterschaft zuletzt den Zustand der „Goethe“-Turnhalle bemängelt.

Püttgen: Ich wünschen mir, dass die Arbeitsmittel, wie zum Beispiel Bänke oder Kästen, auf den neusten Stand gebracht werden. Diese sind meistens schwer und unhandlich.

Wo werden in diesem Jahr die Schwerpunkte Ihrer Arbeit liegen?

Püttgen: Im Frühjahr stehen die Inbetriebnahme der neuen Diskusanlage und die Einführung der Kinder-Leichtathletik an. Unsere Jugendabteilung wollen wir auf Erfolgskurs halten und versuchen, den Trainingsbetrieb trotz Umbaumaßnahmen im Stadion zu gewährleisten.

Stichwort: Kinder- und Jugendarbeit. Als Trainerin von Kindern im Alter zwischen vier und zehn Jahren sind sie hautnah an den jüngsten Leichtathleten dran. Wie wecken Sie bei ihnen die Begeisterung für den Sport?

Püttgen: Leichtathletik muss kindgerecht, also mit Spiel und Spaß, vermittelt werden. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat hier in den letzten zwei Jahren neue Regeln aufgestellt, die es jetzt umzusetzen gilt.

Was bietet die Leichtathletik jungen Sportlerinnen und Sportlern?

Püttgen: Kinder bewegen sich gerne. Dieses natürliche Bedürfnis nutzen wir, um die Bewegungsabläufe koordinativ und konditionell auszubauen. So wird das Rennen zum Laufen, aus Hüpfen wird Springen und aus Schmeißen Werfen – die Grundlagen der Leichtathletik. Wer Leichtathletik betreibt, wird auch in allen anderen Sportarten immer Vorteile haben.

Sind heutzutage diese anderen Sportarten, zum Beispiel Fußball, keine große Konkurrenz für Sie?

Püttgen: Ich persönlich sehe den Fußball oder andere Sportarten nicht als Konkurrenz zur Leichtathletik. Meine Devise: Jeder nach seinem eigenen Gusto! Wir haben, Gott sei Dank, ein vielfältiges Freizeitangebot. Es ist an uns und unserer Kreativität, Training so ansprechend zu gestalten, dass Kinder zu uns kommen. Der beste Werbeträger ist aber immer noch der Freund, der begeistert von seinem Sport erzählt und dadurch andere Altersgenossen motiviert.

Und wie verhält es sich mit Computer und Spielekonsolen? Schließlich bietet eine „Nintendo Wii“ auch Abwechslung und Bewegung.

Püttgen: Es liegt in der Hand von Familien, wie sie mit diesem gesellschaftlichen Problem umgehen. Wollen sie ihre Kinder mit diesen Geräten ruhigstellen oder sich lieber bewegen, zum Beispiel gemeinsam Rad fahren oder laufen gehen?

Wie wirkt sich der Ganztagsunterricht in der Schule auf Sport und Freizeit der Kinder aus? Belastung für die Kinder, „Konkurrenz“ für die Vereine?

Püttgen: Aus dieser Sicht ein uneingeschränktes „Ja“. Die Ganztagsschule hat sich nun aber etabliert und ist Bestandteil unseres Lebens. Trotzdem muss hier ein Umdenken stattfinden. Denn wer viel lernt – und vor allem viel sitzt –, braucht einen Ausgleich in Form von Bewegung.

Ihr Sportsfreund Karl-Heinz Stolz musste vor zwei Jahren ernüchtert feststellen, dass der erhoffte „Olympia-Boom“ nach den guten Leistungen des DLV-Teams gänzlich ausgeblieben ist. Hat sich daran etwas geändert?

Püttgen: Ob Leichtathleten bei Olympischen Spielen gut abschneiden oder nicht, ist meiner Meinung nach nicht entscheidend. Kinder werden von ihrem Elternhaus geprägt. Fußballverrückte Väter melden ihre Kinder eben meist beim Fußball an. Kinder von Läufern kommen zu uns.

Schülerinnen und Schülern jenseits der zwölf Jahre konnten sie vor zwei Jahren keine Perspektive in Stolberg bieten. Viele wanderten zu Aachener Vereinen ab, da sie ihre Disziplinen bei der LG nicht mehr ausüben konnten. Wo stehen Sie nun im Jahre 2014?

Püttgen: Zurzeit haben wir wieder aktive Leichtathleten bis 18 Jahre. Uns ist es gelungen, Aktive zu binden und den Jugendbereich zu stabilisieren. Erfolgreiche Wettkampferfahrungen haben die Gruppe weiter gestärkt. Unsere Öffentlichkeitsarbeit haben wir intensiviert, und die positiven Entwicklungen rund um das Stadion haben uns ebenfalls genützt.

Am Sonntag veranstalten Sie in der Turnhalle des Goethe-Gymnasiums die Stadthallenmeisterschaften. Worauf dürfen sich die Besucher freuen?

Püttgen: Eltern, Großeltern und Freunde können sich einen Überblick über die Leistungen ihrer Sprösslinge verschaffen. Bei Wettkampf-Atmosphäre wirkt unser Sport ganz anders als unter Trainingsbedingungen. Nervosität, Unsicherheit und Spannung kommen hinzu. Schließlich möchte jeder Stadtmeister werden. Spaß und Spannung sind garantiert.

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