Stolberg/Aachen - Staatsanwalt fordert acht Jahre Jugendhaft für Guido M.

Staatsanwalt fordert acht Jahre Jugendhaft für Guido M.

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Stolberg/Aachen. Eine hohe Jugendstrafe von acht Jahren hat am Montag der Staatsanwalt im Mordprozess gegen den Aachener Guido M. (18) vor der Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht gefordert. Staatsanwalt wie Nebenklage gehen von einer erheblichen „Reifeverzögerung“ des Beschuldigten aus, so dass er nach Jugendstrafrecht zu verurteilen sei.

Bei einer Verurteilung als noch Heranwachsender liegt die Höchststrafe bei zehn Jahren, der Antrag auf acht Jahre Haft bewegt sich somit im oberen Drittel des Gesamtstrafrahmens. Der Anwalt von Guido M. forderte wegen sich teils widersprechender Zeugenaussagen einen Freispruch nach dem Rechtsgrundsatz „in dubio pro reo“, im Zweifel für den Angeklagten.

Allerdings rückten selbst die Vertreter der Anklageseite von dem Vorwurf, der 18-Jährige habe Mitte 2012 einen Mordversuch an einem 15-jährigen Mädchen begangen, wieder ab und beantragten eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes. Laut Staatsanwalt Hubert Muckel ist es durch Zeugenaussagen und durch Beweisstücke bewiesen, dass der Angeklagte am 27. Juni letztes Jahr kurz vor 22 Uhr mit einem Hammer über eine 15-jährige Schülerin herfiel. Das Mädchen war auf einem „Verbindungsweg mit Strauchwerk“, wie der Staatsanwalt formulierte, auf dem Nachhauseweg, als sie von hinten mit einem Hammer niedergeschlagen wurde.

Sie sackte zusammen, der Täter bedrohte sie auf dem Boden liegend weiter und entriss ihr ihre Tasche mit EC-Karte, ein wenig Geld, Schlüsseln, dazu ein MP3-Player. Jener Schlüsselanhänger wie der MP3-Player spielen bei einer möglichen Verurteilung (Donnerstag, 9.30 Uhr, Aachener Landgericht) eine entscheidende Rolle, weil sie bei dem Angeklagten gefunden und von der Geschädigten als ihr Eigentum erkannt wurden.

Für Muckel ist die Tat vom Juni die Spitze einer Entwicklung, die bei M. immer gewalttätiger wurde. Das aus Aachen stammende Heimkind habe eine ähnliche Tat bereits am 8. März begangen. Wieder war es ein einsamer Weg, auf der ein Mädchen kurz nach 21 Uhr nach Hause ging. Er schlug sie ebenfalls von hinten nieder. Hier war die Tatwaffe ein schwerer Stein, an dem DNA-Spuren von M. gefunden wurden.

M. leugnet beide Taten und behauptet, er habe zufällig auf den Stein gespuckt, als er auf dem Weg spazieren ging. So sei seine DNA auf das Tatwerkzeug gekommen. Weiter schwer belastet hat M., das führte auch die Anwältin der Nebenklage Silke Kirchvogel aus, die Zeugenaussage eines Kumpel. Jener hatte berichtet, dass der Angeklagte bereits Ende 2011 am Bahnhof Atsch wahllos Frauen auflauerte und sie mit einem Hammer niederschlagen wollte.

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