Staatsanwalt fordert acht Jahre für Messerstiche

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Stolberg. Geht es nach Staatsanwalt Oliver d´Avis, dann muss Thomas T. (29) aus Stolberg für achteinhalb Jahre in Haft. Der Staatsanwalt sieht es als erwiesen an, dass der junge Mann seinen damaligen Mitzecher bei einer Streitigkeit mit drei Messerstichen schwer verletzt hat.

Der 56-jährige A. starb zwei Monate später in einem Stolberger Krankenhaus, in der tiefen Bauchwunde hatten sich Entzündungen breit gemacht.

Abendliche Tragödie

Die vom Angeklagten behauptete Notwehrsituation habe es nie gegeben, meinte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer vor dem Aachener Schwurgericht. Der Angeklagte hatte angegeben, er habe seiner schwangeren Freundin zu Hilfe eilen müssen, weil der völlig betrunkene und gewalttätige A. auf ihr gesessen und sie geschlagen habe.

In der Tat bestätigte die inzwischen zur Mutter gewordene N. (23) dem Vorsitzenden Richter Gerd Nohl, dass sie vom Opfer geschlagen worden sei. Dabei sei auch dessen Frau gewesen, die sie zunächst an den Haaren gezogen hätte und die später angeblich ein Messer geholt hatte, jenes Messer, mit dem später ihrem Ehemann die fatale Stichverletzung zugefügt bekam.

Die abendliche Tragödie in der Eschweiler Straße hatte nachmittags als fröhliches Zusammensein unter Bekannten und Nachbarn begonnen. Doch das spätere Opfer war wohl selbst unter seinen Freunden, zu denen der Angeklagte T. gehörte, für seine gewalttätigen Ausfälle unter Alkoholeinfluss bekannt, die Verteidigung sieht einen Fall von Notwehr.

So versuchte Verteidiger Hans Lambert noch vor Ende der Beweisaufnahme, eine weitere Zeugin zu benennen. Sie hätte bekunden sollen, dass auch die Nebenklägerin und Frau des Opfers zur Gewalt neige und desöfteren mit einem Messer auf andere losgehe. Ein entsprechender Beweisantrag wurde jedoch abgelehnt.

Wollte Täter Freundin schützen?

Im übrigen schloss sich der Nebenklagevertreter, Anwalt Franz Brandt, dem Antrag der Staatsanwaltschaft ausdrücklich an. Für Lambert aber hat sein Mandant alleine das ungeborene Leben im Bauch seiner Freundin und diese selbst schützen wollen.

Sie hatte sogar ausgesagt, dass sowohl die Frau des Opfers wie jenes selbst wussten, dass sie schwanger war. So forderte der Verteidiger einen Freispruch für seinen Mandanten. Das Urteil wird am Donnerstag ab 10 Uhr im Aachener Landgericht gesprochen.
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