St. Sebastianus-Schützen transportieren Brauchtum in die Moderne

Von: Dirk Müller
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Nach 20 Jahren erstmals keine „Oldie Night“: Fast 700 Gäste sind begeistert vom „Räuber“-Konzert im Breiniger Festzelt. Foto: D. Müller
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Der Königsball zu Ehren des Breiniger Schützenkönigs Ralf Schmitz und seiner Königin Manuela Claessens wurde mit dem Festabend kombiniert. Foto: D. Müller
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Den Sonntagmorgen läutete lautstark die Böllerschützenabteilung ein. Foto: D. Müller

Stolberg-Breinig. Sie pflegt seit 350 Jahren das Brauchtum, und bei dem großen dreitägigen Jubiläums-Schützenfest hat die Breiniger St.-Sebastianus-Bruderschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie die Tradition erfolgreich in die Moderne transportiert.

Denn die Schützen erwiesen sich keineswegs als angestaubt, sondern vielmehr als frisch und dynamisch, und hatten in ihr vielfältiges und qualitativ hochwertiges Programm einige Neuerungen einfließen lassen. Angefangen mit dem Freitagabend, an dem nach 20 Jahren erstmals keine „Oldie Night“ stattfand.

„Wir wollten unseren Gästen zum 350-jährigen Bestehen etwas besonderes bieten“, beschrieb Marc Schmitz, der den Abend organisiert hat. Und der Plan ist vollkommen aufgegangen: Schon „Die jungen Trompeter“ sorgten für beste Laune, und als die „Räuber“ ihr langes Konzert spielten, war die Stimmung schnell auf dem Siedepunkt. „Unser Ziel war es, den Freitagabend zu beleben, dabei alle Generationen und wieder mehr Breiniger und Stolberger anzusprechen“, erklärte Edgar Mohr, stellvertretender Brudermeister der St.-Sebastianus-Schützen.

Auch dieses Ziel hat die historische Bruderschaft zweifelsohne erreicht, denn Jung und Alt feierten fröhlich gemeinsam, viele der Gäste kamen aus Breinig und der Kupferstadt, und die Besucherzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 100, da das eindrucksvolle „Räuber“-Konzert fast 700 Menschen begeisterte. Die nächste Neuerung griff an allen drei Tagen, weil die Breiniger Schützen die Bewirtung im großen Festzelt zum ersten Mal in Eigenregie auf die Beine gestellt haben. Mit Erfolg, wie Günther Lehnert meinte: „Keine Kehle ist trocken geblieben“, sagte der 1. Brudermeister.

„Die Bewirtung hat hervorragend funktioniert, wofür ich allen Mitgliedern der Bruderschaft und den befreundeten freiwilligen Helfern herzlich danke. Insgesamt waren an dem Wochenende mehr als 50 Ehrenamtler im Einsatz, und ohne ihr großes Engagement hätten wir den Bürgern so ein tolles Fest nicht bieten können“, betonte Lehnert. Ganz im Zeichen der Tradition standen der Samstag und der Sonntag. Zu feiern gab es schließlich sowohl das 350-jährige Bestehen der Breiniger Bruderschaft, als auch das Bezirksfest des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd.

Dementsprechend hatte es der Samstagabend in sich: Er begann als eine gelungene Mischung aus Königsball zu Ehren des Breiniger Schützenkönigs Ralf Schmitz und seiner Königin Manuela Claessens und Festabend mit feierlichem Rahmen. Die Festreden von Brudermeister Lehnert, Schirmherr Bürgermeister Tim Grüttemeier, Präses Pfarrer Ulrich Lühring, dem Festausschussvorsitzenden Ludwig Pitz und dem Bezirksbundesmeister Manfred Tings wurden zwischenzeitlich immer wieder mit Musik und Tanz aufgelockert. Der Landtagsabgeordnete Axel Wirtz ließ den Breinger Schützen eine besondere Ehre zu Teil werden und verlieh der Bruderschaft die Ehrenplakette des Landes NRW. Königsball und Festabend gingen anschließend nahtlos über in ein großes Konzert des „Lagerfeuer-Trios“ mit gut 400 Gästen und wieder bester Stimmung.

Messe im Festzelt

Ein weiteres Novum war am Sonntag die Heilige Messe im Festzelt. Nach dem Gottesdienst in würdigem Rahmen servierten die Schützen den zahlreichen Gästen Frühstück, bevor die Böllerschützenabteilung der Bruderschaft eine lautstarke Neuerung präsentierte: Zusätzlich zu ihren Handböllern feuerte die Abteilung auch eine neue Kanone der Bruderschaft ab. Weniger laut, aber melodischer spielte zum anschließenden Frühschoppen der „Musikverein Frohsinn Schmidt“ auf.

Einer der vielen Höhepunkte des dreitägigen Schützenfestes in Breinig war der Festumzug, der ein prächtiges Aushängeschild für das Brauchtum der Schützen abgab. Elf Bruderschaften sowie der Hahnenverein Breinigerberg und die Fahnenschwenker aus Würselen-Bardenberg nahmen teil, und acht Musikvereinigungen waren in den Straßen Breinigs zu hören.

„Wir hoffen, den Bürgern ein attraktives Schützenfest geboten zu haben, mit dem wir gleichzeitig für unsere Bruderschaft werben konnten. Denn die Breiniger Schützen freuen sich über Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche, die in unserem Verein aktiv werden möchten“, sagte Lehnert am Ende des Festes mit Blick auf die kommenden 350 Jahre der Bruderschaft.

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