„St. Hubertus“: Kameradschaft seit 150 Jahren gepflegt

Von: Marie Luise Otten
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Der Kirchenchor „St. Hubertus“ Büsbach anlässlich des Jubiläums 2017. Auf dem Foto fehlen: Aline Grümmer, Elsbeth Thiefes, Beate Lang und Christa Weins. Foto: M. Drunkemöller

Stolberg-Büsbach. Der Kirchenchor „St. Hubertus“ Büsbach feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Höhepunkte werden das Chor- und Orchesterkonzert am 21. Mai und das Hochamt am 26. November in der Pfarrkirche sein.

Zudem singen mehrere Gastchöre, darunter der Mädchenchor am Aachener Dom, der Kleine Chor Breinig-Schevenhütte und die Choralschola von St. Laurentius, Aachen-Laurensberg. Nach Fertigstellung des heutigen Pfarrkirchenbaus St. Hubertus im Jahre 1864 trommelte der damalige Küster und Organist Franz Bransch acht Freunde zusammen, mit denen er am 15. September 1867 einen Kirchenchor für diese schöne neue Kirche gründete.

Der Chor nannte sich fortan „Büsbacher Cäcilia-Gesangverein“, hatte 31 aktive und 30 inaktive Mitglieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Fortbestehen der Kirchenchöre ohne Frauen ziemlich aussichtslos geworden. In Büsbach schien trotz mancher Meinungsverschiedenheit die Umwandlung des Kirchenchores in einen gemischten Chor die beste Lösung, die auch vom Pfarrverwalter befürwortet wurde.

Nach einem Kanzelaufruf verfügte der Chor bald über 35 Sängerinnen und 23 Sänger. Dem damaligen Chorleiter Hubert Meyer ist es zu verdanken, dass nun viele vierstimmige Messen für gemischten Chor einstudiert und zur Aufführung gebracht wurden.

Auf Hubert Meyer folgte Kantor Hubert Drees, Dozent am Gregoriushaus Aachen. 1967 konnte der Chor mit einem glanzvollen Fest sein 100-jähriges Bestehen feiern. Ab diesem Termin wurde in Übereinstimmung mit Pfarrer Schneider auch das sonntägliche Choralamt gepflegt, was natürlich Männersache blieb. Hubert Drees legte großen Wert darauf, dass die Sänger nicht nur zusammen probten, sondern Freunde wurden, was sich über die Jahrzehnte bis heute so gehalten hat.

Der damalige Chronist, Josef Förster, schrieb: „Unsere Kameradschaft besitzt nachweislich eine nicht zu unterschätzende Zugkraft“. Hubert Drees, dessen Anliegen es war, mit dem Chor zeitgenössische Kirchenmusik zu erarbeiten, trat 1972 nach zwölf Jahren als Dirigent zurück, um sich ausschließlich seiner Tätigkeit als Ausbilder im Gregoriushaus Aachen zu widmen.

Sein Nachfolger wurde Alfons Müller, der sein Amt allerdings 1979 als Organist und Chorleiter abgab, um eine neue Stelle in seiner Heimat Neuerburg in der Eifel anzutreten. Sofort war Hubert Drees wieder bereit, den Chor zu übernehmen.

Er wurde im Februar 1986 durch Günter Jansen, der bis dahin den Büsbacher Kinderchor leitete, abgelöst. Am 1. Januar 1987 trat Kantor Joachim Neugart mit unglaublich guten Referenzen und als Gewinner des Förderpreises für junge Künstler der Stadt Kaiserslautern sein Amt als Organist und Chorleiter gleichzeitig in St. Lucia Stolberg und St. Hubertus Büsbach an. Unter seiner Leitung sang der Chor noch im gleichen Jahr im Advent ein Konzert mit Teilen aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel.

Doch diese Zeit währte nur kurz. Schon Ende des Jahres 1987 verließ Joachim Neugart Büsbach, um als Münsterkantor an St. Quirinus Neuss neue und größere Aufgaben wahrzunehmen. Sein Nachfolger für beide Pfarren wurde Heinz Becker, der aber auch nur zwei Jahre blieb, weil er in Köln einen ganz sicheren Job beim „Hänneschen-Theater“ erhielt. Während seiner Tätigkeit in Büsbach sang der Chor 41-mal mehrstimmig und die Choralschola siebenmal in Choralämtern.

Bei der Neubesetzung der Organisten- und Chorleiterstelle entschieden sich der Kirchenvorstand und der Vorstand des Kirchenchores für Hermann-Josef Schulte, der aber noch ein halbes Jahr Studium bis zum Examen zu absolvieren hatte. Für die Übergangszeit übernahm Holger Kolodziej die Chorleitung. Er dirigierte auch den Chor beim Pontifikalamt zum 125-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche und führte mit ihm die „Spatzenmesse“ und das „Laudate Dominum“ von Wolfgang Amadeus Mozart auf.

Hermann-Josef Schulte blieb dem Kirchenchor zehn Jahre treu. In seine Zeit fiel die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart mit großem Orchester und vier Solisten. Der nun stattfindende Wechsel in der Chorleitung erfolgte im Rahmen der Neueinteilung des Dekanates Stolberg in Pfarrverbände und so wurde Jo Schulte für die musikalische Betreuung des Pfarrverbandes Stolberg Stadtmitte verantwortlich.

Aus dem Pfarrverband Stolberg-Süd übernahm nun Franz Körfer, der schon viele Jahre in der Pfarre St. Barbara Breinig als Organist und Chorleiter tätig war, auch die Pfarre und den Chor von St. Hubertus, und dies bis heute.

„Als ich vor mehr als 35 Jahren meinen Dienst in der Pfarrgemeinde Breinig als Organist antrat, wusste ich nicht, dass ich Jahre später als letzter Hauptamtler für neun Kirchengemeinden in der „Gemeinschaft der Gemeinden Stolberg-Süd“ tätig sein würde. Wie wichtig es da ist, auf bewährte Kräfte wie Theo Palm, Günter Jansen oder Hans Geicht zurückgreifen zu können, wird mir jedes Jahr an Heiligabend bewusst, wo ich gleich für drei Kirchen zuständig bin“, sagt Körfer.

Der Kirchenchor St. Hubertus besteht zur Zeit aus 33 Sängerinnen und Sänger. Vorsitzender ist seit 40 Jahren Rainer Soldierer. Geprobt wird jeden Dienstagabend im Hubertushaus. Anschließend pflegen viele Sänger bei einem gemütlichen Beisammensein ihre Kameradschaft.

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