Stolberg - Sportvereine setzen auf Gerd Schnitzler

Sportvereine setzen auf Gerd Schnitzler

Von: Michael Grobusch
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Gewählt für zwei Jahre: der neue Vorsitzende Gerd Schnitzler (5.v.l.) und seine Vorstandsmannschaft, hier mit Stolbergs Sportdezernent Robert Voigtsberger (l.) und dem stellvertretenden Bürgermeister Patrick Haas (2.v.l). Foto: M. Grobusch

Stolberg. Der Abgang von der Bühne war mit einigen Stolperfallen versehen. Auch wenn das nur im übertragenen Sinne zu verstehen ist, schließlich fand die Veranstaltung im Saal statt. Ehe sich Bert Kloubert am Ende eines durchaus turbulenten Abends in „Angie’s Bistro“ in Büsbach zurücklehnen und auf seine nun vergangene vierjährige Zeit als Vorsitzender des Stadtsportverbandes zurückblicken konnte, hatte es so manche Überraschung für den scheidenden Frontmann der Stolberger Sportvereine gegeben.

Das galt vor allem für die Wahlen, bei denen die Diskussionen um Modus und Stimmrecht zwischenzeitlich in den Hintergrund geraten ließen, dass sich mit Gerd Schnitzler ein langjähriges Vorstandsmitglied zur Übernahme des Vorsitzes bereit erklärt hatte – und diesen von der Sammlung dann ohne Gegenstimme anvertraut bekam.

Drei Vereine stimmen dagegen

Auch die Abstimmung über Kloubert als zukünftigen Beisitzer gab zu denken. Schließlich war es die einzige Personalie, der sich mit dem FC Stolberg, dem FC Columbia und dem TC Blau-Weiß gleich drei Vereine kollektiv verweigerten. Der Wunsch des bisherigen Vorsitzenden, sich in seiner neuen Funktion um die Bespielbarkeit der Sportplätze, die Fusionen und die Nutzungsverträge zu kümmern, wurde sogar gänzlich abgeschmettert. „Es wird Aufgabe des neuen Vorstandes sein, über die Bereiche der Beisitzer zu entscheiden“, erklärte Gerd Schnitzler und ließ den Zuschnitt der Zuständigkeiten somit offen.

Bert Kloubert nahm die spürbaren Dämpfer gleichwohl mit Gelassenheit hin. „Ich habe in den vergangenen Jahren viel ausgeteilt. Deshalb muss ich auch einstecken können.“ In diesem Sinne nahm Kloubert auch den im Laufe der Jahreshauptversammlung wachsenden Unmut über die mitunter mangelhafte Vorbereitung der Versammlung hin. Sie gipfelte in der mit Beifall quittierten Anmerkung des SG-Stolberg-Vorsitzenden Axel Wirtz, „dass, was die Professionalität angeht, beim Stadtsportverband noch viel Luft nach oben ist“.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die anwesenden Vertreter der insgesamt 66 Mitgliedsvereine bereits längere Diskussionen und eine zehnminütige Sitzungsunterbrechung hinter sich. Denn als es zum vermeintlichen Ende des Abends zu den Vorstandswahlen kommen sollte, herrschte plötzlich Uneinigkeit darüber, ob denn nun jeder Anwesende nur einmal die Hand heben dürfe oder aber seinen Verein mit der vollen Anzahl der Stimmen – sie sind entsprechend der Größe der Klubs gestaffelt und im Maximum vier – vertreten könne.

So ganz einig wurde man sich bis zum Schluss nicht. Die Rahmenbedingungen der Wahlen dürften somit wohl nur deshalb keinen Anlass zur Angst vor möglichen Anfechtungen geben, weil sie – bis auf die Personalie Kloubert – allesamt einstimmig ausfielen.

Der neue Vorsitzende und sein Team konnten sich also über einen sehr deutlichen Vertrauensbeweis freuen. Gerd Schnitzler kündigte an, sich für gute Kommunikationsstrukturen einsetzen zu wollen, für eine gleichberechtigte Vertretung der einzelnen Sparten wie auch für eine gleichmäßige Verteilung der Pflichten und Lasten. Auf seinem Plan stehen zudem unter anderem regelmäßige Fortbildungen, ein stärkeres Engagement in den offenen Ganztagsschulen und eine bessere und häufigere Präsentation bei öffentlichen Veranstaltungen. Diese, so Schnitzler, könne möglicherweise so weit reichen, dass der Stadtsportverband sich auch in der Gesellschaft für Stadtmarketing einbringt.

Bei aller direkten und indirekten Kritik an Bert Kloubert wurde bei der Jahreshauptversammlung aber auch klar, dass der Verband gut aufgestellt ist. Der scheidende Kassierer Robert Kuttler wusste über gesunde Finanzen zu berichten, Kloubert selbst verwies auf die Erfolge bei den Verhandlungen über die Hallennutzungsgebühren, die „Fortbildungsoffensive“ bei den Trainern und die begonnene Reform der Sportlerehrung. Auch die Fachwarte zeigten sich durchweg zufrieden mit den erzielten Leistungen und Platzierungen. Kleine Einschränkungen gab es allenfalls mit Blick auf die ausgefallene Stadtmeisterschaft bei den Kampfsportlern und den Wunsch von Jacqueline Kuckartz, „dass es schön wäre, wenn sich noch mehr Vereine aktiv am Geräteturnen beteiligen würden“.

Viel Applaus für Peter Jandeleit

Im Vorstandsteam gibt es derweil einige neue Gesichter. So wurde Peter Jandeleit als Verantwortlicher für den Bereich Leichtathletik mit viel Applaus verabschiedet. Seine Aufgaben übernimmt Ruth Püttgen. Die mittlerweile 36-jährige Vorstandszugehörigkeit von Jandeleit endet damit aber nicht, denn er bleibt der Führungscrew als Beisitzer erhalten. Geschäftsführer ist in Personalunion Gerd Schnitzler, stellvertretender Vorsitzender Michael Neudecker von der SG Stolberg und Kassierer Thomas Schiffer (FC Stolberg). Neue Fachwarte sind Patrick Aberle (Fußball/SV Breinig), Manuel Krott (Ballsport ohne Fußball/Stolberger TG), die bereits erwähnte Ruth Püttgen (Leichtathletik/LG Stolberg), Robert Kuttler (Breitensport/KSC Stolberg) und Carolin Gottschalk (Turnen/TB Breinig). Weitere Beisitzer sind Wolfgang Winkler (Kampfsport/JC Asahi Stolberg). Raymond de Waele (Tennis/TC Blau-Weiß Stolberg) und Josef Kreus (Schwimmen/Stolberger Schwimmverein).

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