Sportanlage in der Hamm wird zu einer Kräuterwiese

Von: Jürgen Lange
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Insbesondere in den Eckbereichen ist der Aschenplatz der ASA Atsch stark bewachsen. Zunehmend machen sich die Kräuter auf dem Spielfeld breit. Foto: J. Lange

Stolberg. Fast zwei Jahre lang haben die Verantwortlichen des Spielvereins ASA Atsch ihren Traum verfolgt, um die Jugend beim Fußballspiel im nördlichsten Stadtteil in der Hamm bei der Stange zu halten. Jetzt müssen sie umdisponieren, denn das erhoffte Kleinspielfeld aus Rasen sprengt das finanzielle Budget.

Mit 25.000 Euro hätte die Stadt die wesentlichen Kosten getragen, während die Schwarz-Gelben mit Eigenleistung und Sponsoring den Rest auf der vereinseigenen Anlage gestemmt hätten. Doch nachdem Bodenuntersuchungen für das 55 Mal 35 Meter großen Spielfeld zwischen Vereinsheim und Aschenplatz sowie Beratungstermine einen Überblick über die Dimension der geplanten Baumaßnahme verschafft hatten, stellte sich heraus, dass das Vorhaben nicht im Rahmen des Finanzplans realisierbar war, berichtet Robert Voigtsberger.

„Aus diesem Grund hat der Verein die Maßnahme zurückgezogen“, sagt der Erste Beigeordnete und unterbreitet in Absprache mit der ASA dem am 27. September tagenden Stadtrat einen Alternativplan: „Der Tennenplatz ist in einem derart schlechten Zustand, dass er nicht mehr bespielbar ist“.

Starker Wuchs von Wildkräutern mit tiefem Wurzelwerk gehen an die Substanz und zwingen „zu dringendem Handlungsbedarf“, sagt Voigtsberger. Insbesondere in den Eckbereichen der Anlage am Rande des Naturschutzgebietes Münsterbachtal hat sich ein dichter Krautbewuchs gebildet, der sich zunehmend über das Spielfeld ausdehnt.

Der Beigeordnete sieht die Stadt durchaus in der Pflicht, zu handeln. ASA verfüge über keine Rücklagen, auf Sponsoren könne nur in geringem Umfang zurückgegriffen werden und aus eigener finanzieller Kraft sei der Verein nicht in der Lage, eine Sanierung zu stemmen. Deshalb beantragte der Club eine Bezuschussung zur Restaurierung des Aschenplatzes und Instandsetzung der Flutlichtanlage. Während die Ertüchtigung der Scheinwerfer mit 4000 Euro kalkuliert wird, fallen für die Sanierungsarbeiten am Platz gut 30.000 Euro an. Hinzu kommt die Entsorgung der vorhandenen Asche. Deren Kosten können erst kalkuliert werden, wenn der Belag analysiert ist und es feststeht, ob er als Sondermüll entsorgt werden muss.

Mit einem maximalen Zuschuss von 45.000 Euro möchte Voigtsberger den Atschern unter die Arme greifen. Die 25.000 Euro die in das Rasenkleinspielfeld fließen sollten und weitere 20.000 Euro, die zur „Förderung des Sports“ im Haushalt stehen, aber nicht in Anspruch genommen werden, möchte der Sportdezernent dazu locker machen.

Voraussetzung sei natürlich, dass sich die ASA zu einer regelmäßigen und fachgerechten Pflege verpflichte auf Basis eines Konzeptes, das das Technische Betriebsamt vorgebe. Zudem müssen sich die Atscher verpflichten, die Sportanlage für den Spielbetrieb mindestens für die nächsten fünf Jahre aufrecht zu erhalten. Der stehe ohne finanzielle Unterstützung durch die Stadt nach Aussage der Vereinsvertreter kurz- bis mittelfristig zu Disposition, berichtet Voigtsberger. Das bestätigt auch ASA-Geschäftsführer Boris Theiner: „Ohne ordentlichen Aschenplatz müssen wir alleine schon aus Verkehrssicherungsgründen absehbar den Spielbetrieb einstellen“.

Als die ASA vor zwei Jahren ihr Kleinspielfeld-Projekt startete, um bei wachsender Konkurrenz durch die entstehenden Kunstrasenspielfelder in Vichttal, Breinig, Münsterbusch und nun auch auf dem Donnerberg der Jugend ein Angebot vor Ort aufrecht erhalten zu können, waren noch fünf Jugend- und zwei Seniorenteams am Start. Damals spielte die erste Mannschaft in der B-Liga, heute ist sie in der D-Liga mit einem Team präsent.

Bei der Jugend steht der Verein aus der Hamm aber vor einem hoffnungsvollen Neubeginn mit fünf jungen Juniorenteams. Bambini, F-, zwei E-Jugend- und ein D-Juniorenteam starteten Anfang September mit einer großen Fußballparty in die neue Saison. Zu den 137 Mitgliedern zählen 58 Jugendliche – mit steigender Tendenz.

Denn bereits beim Auftakt standen 65 Kinder auf dem Spielfeld. Und auch der aktuelle Sozialbericht der Kupferstadt weise aus, dass die Mittel nachhaltig investiert würden, unterstreicht Voigtsberger. „Mit einem Anteil von 25 Prozent leben viele Kinder und Jugendliche in dem Stadtteil, dass eine geeignete Sportanlage für die Jugendarbeit vorzuhalten ist“, betont der Dezernent.

Und auch Boris Theiner unterstreicht, wie wichtig das Angebot für die Jugend im Ort und für die Zukunft des Vereins ist – auch angesichts der Kunstrasenkonkurrenz rund um die Atsch. „Am liebsten wäre uns natürlich ein Kunstrasenplatz, aber den werden wir uns wohl nie leisten können“, analysiert der Geschäftsführer die Lage. Aber wenn der Aschenplatz und Flutlicht wieder in Ordnung wären, könne der Verein gute Arbeit leisten. Und auch intern setzt die ASA weiter auf Aufwind: Am Freitag beraten die Mitglieder über die Zukunft und besetzen teilweise neu Vorstandämter.

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