Spielverein: Breinig reagiert mit Enttäuschung und Unverständnis

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Enttäuschung pur: Dieter Jollet verfolgt das Sportplatz-Projekt schon seit über acht Jahren.

Stolberg-Breinig. „Wenn die Stadt meint, mit den 900.000 Euro auf dem Grundstück einen Ersatz für die Aschenplätze und das Sportheim bauen zu können, dann soll sie das doch tun“: Dieter Jollet ist durchaus verärgert und enttäuscht über die Entscheidung der Koalition, den Vorstellungen des SV Breinig nicht zu folgen. „Es wird verschwiegen“, sagt der Vorsitzende, „dass der SV Breinig das Projekt mit erheblichen Eigenleistungen mit einem Volumen von 620.000 Euro realisieren möchte“.

Mit der geschäftsführenden Führungscrew des Spielvereins hat er am Dienstagabend die Lage beraten. Der Gesamtvorstand wird das nächsten Donnerstag tun. Mittlerweile seit mehr als acht Jahren verfolgt Dieter Jollet das Sportplatz-Projekt. Mit 4,7 Millionen Euro habe der Kämmerer einmal das Finanzvolumen beziffert, das der SVB dank seiner Eigenleistungen nicht nur wesentlich günstiger erstellen könne, sondern mit dem er auch Geld in die Kassen Stolbergs einspiele. „800.000 Euro, die wohl schon verplant sind für andere Vereine“, sagt Jollet, dass sich die Stadt mit ihrer Haltung nur ins eigene Fleisch schneide. 2,2 Millionen Einnahmen erwarte Stolberg aus der Vermarktung des Baulands durch einen Investor.

Davon sollen 900.000 Euro in die Anlage und 500.000 Euro ins Grundstück fließen, während sich die Stadt 800.000 Euro in die eigene Tasche stecken wolle. „Das Fell des Bären ist schon verteilt, bevor er erlegt ist“, verweist der SVB-Chef darauf, dass ohne den Spielverein es gar nicht erst zu einer Realisierung des Neubaugebietes kommen könne.

„Dabei haben wir Zusagen des Rates, der Fraktionen und des Bürgermeisters erhalten, dass die komplette Summe in die neue Anlage fließen soll“, sagt Jollet.

Der erläutert auch gerne die weiteren Kostenpunkte. Der fünfstellige Betrag zugunsten eines Dritten seien die Kosten für eine erforderliche Bergbau-Untersuchung: etwa 50.000 Euro für das Gutachten und 10.000 Euro für die Änderung der Bauleitplanung. Das Risiko von Beeinträchtigungen durch Bergbau beträfen alleine die städtischen Grundstücke. „Wenn Stolberg sie als Bauland vermarkten möchte, dann muss sie sie als Eigentümerin auch baureif machen und die Schäden sanieren – so wie sie es am Kindergarten Corneliastraße getan hat“, argumentiert Jollet. „Dieses Risiko kann unmöglich der SV Breinig tragen.“ Ähnlich verhalte es sich mit den erforderlichen landschaftspflegerischen Ausgleichsmaßnahmen. „Das Volumen von 170.000 Ökopunkten wird doch auf einem städtischen Grundstück investiert und kommt der Stadt zugute“, rechnet der Vorsitzende vor. Außerdem werde völlig übersehen, dass sämtliche Investitionen ins Vermögen der Stadt übergehen. Das vor zehn Jahren errichtete Rasenstadion wird nach Auslaufen des Erbbaupachtvertrages in 30 Jahren städtisches Eigentum. 400.000 DM an Eigenleistung wurden seinerzeit in die Anlage investiert. Gleiches solle auch für das Erweiterungsvorhaben gelten: „Nach 40 Jahren wird es in der städtischen Bilanz das Vermögen vermehren“, erläutert Dieter Jollet.

„Für uns ist die Entscheidung der Koalition absolut unverständlich“, sagt der Vorsitzende. Wie es mit dem Sportplatzvorhaben weitergehen kann, wird sich frühstens kommenden Donnerstag entscheiden.

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