Stolberg - Spielplatzpaten für Stolberger Stadtgebiet

Spielplatzpaten für Stolberger Stadtgebiet

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Über 50 Spielplätze gibt es im Stolberger Stadtgebiet. Damit sie auch in Zukunft von den kleinen Besuchern genutzt werden können, sollen dort Spielplatzpaten nach dem Rechten sehen. Den Antrag zur Einführung von Spielplatzpaten und Erarbeitung eines entsprechenden Konzepts durch die Stolberger Verwaltung haben CDU und SPD eingereicht.

In der Sitzung des Hauptausschusses stand das Thema dann auf der Tagesordnung. Zwar wurde es einstimmig durchgewunken. Diskussionsbedarf gab es trotzdem.

Zum Hintergrund: Im Herbst des vergangenen Jahres wurde Stolberg als familiengerechte Kommune zertifiziert. Aus diesem Grund soll auch der städtischen Spielplatzinfrastruktur eine besondere Bedeutung zukommen. Spielplätze seien schließlich Orte des Miteinanders, die stets in einem einwandfreien Zustand vorgehalten werden müssten. Dieser Anspruch bedürfe jedoch auch einer besonderen Kontrolle und Pflege, sind sich die Antragsteller sicher. Um dieses Ziel umzusetzen, sei der Einsatz von Spielplatzpaten, die in unmittelbarer Nähe wohnen und sich mit dem Platz und der Umgebung identifizieren, nötig.

Momentan gibt es in Stolberg neben den rund 50 öffentlichen Kinderspielplätzen auch sechs Bolzplätze und fünf Jugendplätze, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Für die Sauberkeit der Spielflächen sowie für die Wartung und Sicherheit ist übrigens der städtische Betriebshof zuständig. Bisher konnten sich Bürger, die Mängel oder auch Schäden an Geräten festgestellt haben, an die Zentrale des Stolberger Bauhofes wenden und diese dort melden.

Zu den Aufgaben der Spielplatzpaten könnten in Zukunft unter anderem die regelmäßige Besichtigung der Spielplätze sowie das Mitteilen von Defekten oder auch Verunreinigungen an den Geräten oder der Anlage gehören. Darüber hinaus ist angedacht, dass die Spielplatzpaten Kontakt zu den Nutzern des Platzes pflegen und so auch als Ansprechpartner für Kinder und Eltern fungieren.

Dabei sollten die Spielplatzpaten allerdings nicht als eine Art Aufseher verstanden werden, sondern vielmehr als eine Art „Bindeglied“ zwischen Kindern und Eltern und der Stolberger Verwaltung, erklärte auch der CDU-Fraktionschef Jochen Emonds im Haupt- und Finanzausschuss.

Spielplatzpaten können allerdings nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Gruppen – Vereine, Freundeskreise oder Parteien – sein, die sich diese Aufgabe teilen.

Stolberg ist bei diesem Thema kein Vorreiter. Bereits in anderen Kommunen – so unter anderem auch in der Nachbarstadt Eschweiler – gibt es ein solches Projekt bereits.

Dennoch gab es im Haupt- und Finanzausschuss Diskussionsbedarf. Gabi Halili (Linke) gab beispielsweise zu bedenken, dass man auf diese Weise immer mehr Aufgaben an die Bevölkerung abwälze und warnte zudem davor, dass das Ehrenamt nur ein „Mittel zum Zweck“ sei. Früher sei es die Aufgabe des städtisches Bauamtes gewesen, die Plätze zu kontrollieren. Die Verwaltung ziehe sich auf diese Weise immer mehr aus der Verantwortung heraus.

FDP-Chef Bernhard Engelhardt konnte diese Argumentation ganz und gar nicht nachvollziehen. Es werde niemand „zwangsverpflichtet“ oder „geknechtet“, sagte er. Und auch Jochen Emonds machte deutlich, dass die Stolberger Verwaltung auf diese Weise nicht entlastet werden soll. Zudem verwies er darauf, dass sich bereits einige Interessenten bei den Parteien gemeldet hätten. Nicht nur er, sondern auch Patrick Haas, SPD-Fraktionsvorsitzender, hoffen nun darauf, dass sich in Zukunft noch weitere Stolberger angesprochen fühlen und sich vorstellen können das Ehrenamt auszuüben.

 

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