Stolberg-Münsterbusch - Spiel, Satz und Aus für das Tenniscenter

Spiel, Satz und Aus für das Tenniscenter

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Noch können sie bequem fast vor der eigenen Haustür trainieren: Florian, Felix, Paul und Tim (v.l.). Ende April hat es sich ausgespielt, dann schließt die Tennishalle endgültig. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg-Münsterbusch. Spiel, Satz und Sieg: Das gibt es in Münsterbusch bald nicht mehr. Ende April schließt die Tennishalle endgültig. „Das allgemein schwindende Interesse am Tennissport und die damit verbundenen rückläufigen Buchungen in unserer Halle haben dazu geführt, dass ein wirtschaftliches Weiterführen der Halle nicht mehr möglich ist“, heißt es in einem an die Kunden gerichteten Schreiben seitens des Betreibers.

Familie Meyer, Geschäftsführer des Tenniscenters, sei deshalb gezwungen, den Betrieb zum ende der laufenden Saison einzustellen. „Die Tennishalle wird also Ende April geschlossen“, heißt es weiter. Über das Schreiben hinaus war der      Betreiber für ein persönliches Gespräch nicht zu erreichen.

Schwindendes Interesse am Tennissport? Das sehen die Stolberger Tennisvereine – es sind vier an der Zahl – anders. Gerd Latz sieht die Probleme beim Betreiber. „Ich finde es eigentlich sehr schade, aber das ist meiner Meinung nach dem geschuldet, dass der Eigentümer nichts mehr getan hat in den vergangenen Jahren“, sagt der Vorsitzende des TC Breinig. Fast zehn Jahre lang habe der Club regelmäßig mit zwei bis drei Gruppen in Münsterbusch gespielt, „aber der Service und die Qualität haben dermaßen nachgelassen, dass wir nach Brand ausgewichen sind. Letztlich spielen wir alle dort seit der Saison 2012/13“.

Der Tennisclub Aachen-Brand habe investiert und werde dies auch weiter verfolgen. Gerd Latz: „Die Halle ist voll, und das macht dann auch umso mehr Spaß, weil eine gute Atmosphäre herrscht. Daran sieht man doch, dass es funktioniert, wenn man sich arrangiert.“

„Eine mittlere Katastrophe“, so bezeichnet Raymond De Waele die anstehende Schließung des Tenniscenters Münsterbusch. „Es war zwar zu erwarten, dennoch war die Nachricht ein Schock für uns“, sagt der Vorsitzende des TC Blau-Weiss Stolberg. Vor allem die Jugendlichen, die im Sommer auf der schönen Anlage am Hammerberg spielen, sind betroffen. „Wir haben insgesamt 50 Jugendliche im Verein, davon bis zu 36 im Wintertraining. Da sprechen wir von mindestens 12 bis 14 Stunden pro Woche allein für unsere jungen Mitglieder“, verweist De Waele darauf, dass es gar nicht so einfach sei, dieses Stunden andernorts auch zu bekommen.

Wie bekommen wir die Stunden unter? Vorrangig mit dieser Frage wird sich der Vorstand gemeinsam mit seinem Trainerteam beschäftigen. „Ein paar Kontingente bekommen wir in Eschweiler, aber das ist überall begrenzt, egal ob in Eschweiler, in Brand oder in der Soers – es gibt fast keine verfügbaren Stunden“, weiß De Waele. Zumal gerade die jungen Mitglieder schulbedingt erst ab 17 Uhr trainieren können, ebenso wie Berufsätige. Ein Teil der Blau-Weissen weicht bereits nach Brand aus, „die Halle in Stolberg war eine Zumutung, das war ja komplett aus dem Ruder gelaufen: defekte Böden, es regnete rein... Aber das haben wir in Kauf genommen, weil es so nah war“, spricht der Vorsitzende bereits in der Vergangenheitsform über die Stolberger Halle.

„Für uns ist die Schließung der Halle kein Verlust“, sagt Dr. Adalbert Kellner deutlich. Warum? Ganz einfach: „Das Tenniscenter ist nicht mehr gepflegt, sondern sehr vernachlässigt worden in den vergangenen Jahren. Der Betreiber hat nicht mehr investiert“, so der Vorsitzende des TC Zweifall. „Aus unseren Reihen spielt ein Großteil in Brand.“

Seit 30 Jahren spielt Ulrich Schulden schon in Münsterbusch. Natürlich sei auch der Stolberger SV mit seinen 180 Mitgliedern von der Schließung betroffen. „Die Halle war im Grunde genommen nicht mehr zumutbar, und wir haben alle darüber geschimpft. Aber wir haben weiterhin dort gespielt, weil wir keine Alternativen finden“, so der Sport- und Pressewart. Die Mitglieder des Mausbacher Vereins stehen in Lichtenbusch, Alsdorf und Eschweiler auf den Wartelisten, hinsichtlich der Kapazitäten sei es schwierig. Zwischen acht und zehn Abos pro Woche hatte der Verein in Münsterbusch.

Fritz Stühlen denkt beim Aus des Tenniscenters vor allem an den Nachwuchs. „Die Vereine müssen ausweichen nach Brand oder Oberforstbach. Ob die Eltern jedes Mal dahin fahren wollen, ist fraglich“, sagt der Breitensportwart des Tennisbezirkes Aachen, Düren, Heinsberg. „Ich bin der Auffassung, dass sich die Vorstände der Tennisclubs unbedingt an einen Tisch setzen sollten. Vielleicht findet man ja doch noch einen Weg, um die Halle wieder zu beleben!“

Der Ball ist noch nicht im Aus, jedenfalls sehen die beiden großen Vereine das so. Ulrich Schulden: „Vielleicht bringt es was, wenn wir uns gemeinsam etwas überlegen.“ Und Raymond De Waele sagt: „Ich habe zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal gesagt, dass ich in den nächsten fünf Jahren die Notwendigkeit sehe, dass die Vereine zusammenrücken, um lebensfähig zu bleiben.“

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